Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550411
AMIM 
VAMK. 
971 
9 72. 
423 
deuten wahrscheinlich „Agostino Mitelli Inventor". H. 6 Z. 10 bis 
H L. Br. 4 Z. 1-5 L. 
971- amiclls honüllienlllr liest man auf einem Gemälde im 
k. Museum zu Berlin. Es stellt die Geburt Christi dar, mit Hirten 
und Engeln, welche das neugeborne Kind verehren. Im Hintergrunde 
ist eine reiche, gebirgige Landschaft, worin man den Zug der hl. drei 
Könige sieht. Dieses Bild ist von seltsam phantastischer Anordnung, 
aber nicht ohne ansprechende Einzelnheiten. 
Auf einem Gemälde in der Galerie zu Bologna, welches die das 
Kind anbetende Madonna mit Heiligen vorstellt, steht auf einem Zettel 
folgende Inschrift: 
La. Verg. che adora il Bamhino gesu cou li s. s. Gio. B. Girol. Fr. d'A. GiorgEust. 
e due devoti ginochioni: 
.n yci pictoris bon      
Tirocinium. 
Das erste Wort der Malerinschrift heisst wohl amyci. Die beiden 
ersten Buchstaben sind nämlich undeutlich. 
Unter Amicus bononiensis ist Amico Aspertini zu verstehen, welcher 
1474 in Bologna geboren wurde, durch die Schule des F. Francia ging, den 
Eingebungen seiner wunderlichen Laune folgte, und die Bestrebungen 
der RafaePschen Schule verlachtc. Indessen hat die Zeit fast alle Ge- 
bilde seiner Einfalt und Narrheit vernichtet. 
Man kennt auch einen alten Kupferstich, welcher in bizarrer und 
seltsamer Weise das Opfer des Cain darstellt. Im Mittelgrunde liegt 
das Opferthier auf dem Altare, und in Mitte des Blattes sitzt Caiu, 
welcher in einer Art Spiegel den Grimm betrachtet, welchen ihm 
dieses Opfer zu verursachen scheint. Links sitzt Adam mit der llacke 
und rechts Eva beim Spinnrocken. Der über dem Altare schwe- 
bende Engel scheint sie an die Vertreibung aus dem Paradiese zu er- 
innern, indem er nach der Stelle deutet, wo der Akt durch einen an- 
deren Engel vollzogen wird. Dieses 8 Z. 9 L. hohe und 12 Z. breite 
Blatt schreibt Malrasia der Erlindung nach dem Aspertini zu, und wirk- 
lich passt die Composition viel eher auf diesen Künstler, als auf irgend 
einen andern. AllCll den Stich schreiben ihm einige zu, während an- 
dere die Arbeit des Julius Bonasone erkennen wollen. Bartsch P. gr. 
XV. p. 8 behauptet dagegen, das Opfer des Caiu sei in der Weise des 
Agostino Veneziano gestochen. Damit ist aber immerhin noch nichts 
entschieden, und wir halten daher zu Heinecke (Dict. des art I. p. 448), 
welcher das Blatt dem Aspertini zuschreibt. Es ist die Composition 
und Behandlung des Stiches gleich seltsam, so wie man es nur von 
einem A. Aspertini erwarten kann.  Ottley will ihm auch jene geatzten 
Blätter zuschreiben, welche Bartsch P. gr. XV. p.46i ff. dem Domenico 
Beccafumi beilegt, über welchen wir unter dem Monogramm HF E han- 
delnmverden. Dieser Monogrammist, und lllicarino, sind mit Beccafumi 
nicht zu vereinigen. Der Meister HFE. ist Kupferstecher von Pro- 
fession, aber ein gewöhnlicher (Jopist, wie au der betreffenden Stelle 
zu ersehen ist. 
972- Angelica Maria Kaufmann, die bekannte Malerin, welche in 
A M K der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit ihren modisch 
A M K" süssen, und zierlich gemalten Bildern bezauberte, hat auch 
 einige Blätter radirt, und dieselben mit den Initialen des 
Namens versehen. Zu ihren früheren Blättern dieser Art gehört die 
Darstellung der Susanna, wie sie von den Alten überrascht wird." Ein 
anderes Blatt zeigt zwei Philosophen vor einem grossen offenen Buche. 
Auf einem dritten Blatte radirte sie das Bildniss eines leicht geklei- 
deten Mannes mit dem- Crayon in der Hand.  3 Ä    
2.,
        

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