Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550393
AMF. 
964- 
966. 
421 
beizustimmen ist, da auch Zanetti (Cabinet Olcognara p. 213) dieses 
sehr schöne und seltene Blatt für viel älter hält. Er gründet darauf 
seinen siebenten Beweis, dass das Blatt des Kindermordes mit dem 
Tannenbäumchen von Marc Anton, und nicht von Marco de Ravenna 
gestochen sei. Bezüglich der Originalität des Stiches mit und ohne 
Taxbäumchen herrschen nämlich verschiedene Ansichten. Einige glaubten, 
beide Blätter seien von Marc Anton gestochen, andere legten ihm nur 
jenes mit dem Bäumchen bei, und die dritte Classe von Beurtheilern 
erkannte in dem Blatte mit dem Bäumchen eine Copie oder Wieder- 
holung des Marco von Ravenna. In neuester Zeit trat Passavant im 
deutschen Kuustblatte 1850_S. 357 gegen diese Ansicht auf, indem er 
behauptet, dass der berühmte Kindermord mit dem Taunenbäumchen 
wohl unter Leitung des Marc Anton, aber aller Wahrscheinlichkeit nach 
von Georg Peucz gestochen worden sei, indem die Behandlung des 
Grabstichels sehr verschieden und weit steifer ist, als die des Blattes 
ohne Bäumchen, B. N0. 20. Auch hinsichtlich der Zeichnung und des 
Ausdruckes der Köpfe bleibt nach Passavzuiifs Bemerkung der Stecher 
weit hinter dem Blatte ohne Bäumchen zurück. Wenn aber der Stich 
mit obigem Monogramme und dem Taxbäiuinchen wirklich so alt und 
fast unaufiindbar ist, so muss man entweder schon in früher Zeit den 
Kindermord mit dem Bäumchen für Arbeit des Marc Anton gehalten 
haben, oder das Zeichen bezieht sich nicht auf den erwähnten Kupfer- 
stecher. Für ein Machwerk des 17. Jahrhunderts wollen wir mit Zani 
und Zanetti das Blatt nicht halten, und somit nicht vermuthen, dass 
ein späterer Copist durch das Monogramm dem Marc Anton ein Blatt 
unterschoben habe, welches dieser Künstler zurückweisen müsste. 
964- Jakob Marcucci, ein um 1624 in Italien arbeitender Kupfer- 
stecher, soll nach Heller, Monogix-Lex. S. 28, der Träger 
M dieses Zeichens seyn. Auch Brulliot I. N0. 358 gibt das Mo- 
 ' nogramm, und sagt, dass es auf Blättern mit Trophäen nach 
Polidoro vorkomme. Ueber Jakob Marcucci fand er keine Nachricht. 
Dieser hlarcucci war Buchändler in Rom. Bei ihm erschien folgendes 
WVerk: Grandezzc delta ciud di Roma antiche e moderne ad Instanz di 
Jacomo Marcucci Lib-ruro. MDCXXVIII, 4. Dieses Werk enthält 56 ge- 
stochene Ansichten von Rom, aber keines der Blätter trägt ein Zeichen. 
Es wäre möglich, dass er auch eine Folge von Trophäen nach Poli- 
doro da Caldara verlegt habe. Heinecke erwähnt eine Sammlung von 
antiken Büsten und Statuen, welche ein J. Marghucci gestochen haben 
soll. Wir kennen kein Blatt aus dieser Folge. 
965. Francesco Maria Francia, Kupfersteclier, geb. zu Bologna 
M M 1657, gest. 1735. Schüler von F. Curti, stand er meh- 
{in rere Jahre mit Giuseppe Mitelli in Verbindung, und 
lieferte mehr als 1500 Blätter. Sie sind radirt und gestochen, im 
Ganzen mit Geschmack und Feinheit behandelt. Die gegebenen Zeichen 
Endet man auf kleinen radirten Landschaften mit verschiedener Stuffage. 
966- Francesco Amato, Maler und Radirer, welcher im 17. Jahr-  
_ hunderte in Italien lebte, dürfte der Träger dieses Zeichens 
AA-Wh - seyn. Wir fanden es auf einem radirten Blatte, welches eine 
Landschaft mit antiken Gebäuden gibt. In der Mitte vorn sitzt ein 
Jüngling bei einem Mädchen, welches den Arm um seinen Hals schlingt. 
Rechts ist ein Fluss, und am Fusse des Berges stehen Gebäude und 
zwei Pyramiden. Das Monogramm bemerkt man, links unten. H. 4 Z. 
9L.Br.6Z.6L.   
Dieses Blatt gehört zu einer Folge von anderen Landschaften-mti 
Figuren und Gebäuden, welche aber nicht alle gleiche Grössc haben. 
Monogrammisten. 32
        

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