Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546284
Initialen. 
Blätter dieser Art bei, so dass sich die Zahl derselben gegen 24 beläuft. 
Allein bei mehreren ist es zweifelhaft, 0b sie von ihm oder Hugo da 
Carpi herrühren, und andere sind im Machwerke so verschieden, dass 
man auch noch einen dritten und vierten unbekannten Künstler ver- 
muthen könnte. Die Radirungen mit den beiden kleineren Zeichen 
kennen wir nicht. Vasari hatte keine Kunde davon, nur Oretti bemerkt, 
dass Jener Formschneider Antonio Cavalli für seinen Geburtsort S. Pietro 
einen Kupferstich gefertiget habe. Der Inhalt des Blattes ist nicht be- 
kannt, und_ somit weiss man auch nicht, 0b es mit dem Namen, oder 
mit dem Zeichen versehen sei. Schliesslich bemerken wir noch, dass 
auch auf einigen Blättern des Antonio Tempesta ein ähnliches Zeichen 
vorkomme. Unter Nr. 19 ist darüber gehandelt. 
18.  10513 Amman bezeichnete auf solche Weise eines der Blätter 
seines Kartenspieles. Es stellt Hnmpen vor und einen Mann, der 
üdie Frau schlagt. Das Monogramm ist „Jost Amman Tigurinus" 
zu lesen. Das deutsche Kartenspiel des J. Amman zählt vollständig 
52 Blätter, welche iiusscrst selten vorkommen. Sie wurden als Buch 
ausgegeben unter dem Titel: IODOCI AMMAN-  NI Civis Noribergensis  
Charta Lvsona,  _'l'etrastichis illustrata  per  Jannm Heinricum Scro- 
terum etc. [Künstliche vn_wol ge- I rlssene Figuren 111 ein new Karten- 1 
spiel, durch den Kunstreichen vnd weit- berum-  ten Jost Amman etc. 
Gedruckt zu Nürnberg durch  Leonhard Heussler.  Ano M. DLXXXVIII. 
H. 3 Z. 8-9 L. Br. 2 Z. 3-4 L. 
Die vier Farben, jede zu 13 Blätter, sind a) durch Druckerballen, 
b) Bücher, c) Becher, d) Hnmpen oder Weinkrüge ohne Henkel ange- 
deutet. Die Rückseiten sind leer. Ueber dem Bilde der Stirnseite sind 
vierzeilige lateinische, unter demselben kürzere deutsche Gedichte ge. 
druckt. Ein an Jost Amman gerichtetes lateinisches Lobgedicht auf 
zwei Blättern macht den Schluss, und am Ende steht: Noriberge, Ex- 
cudebat Leonhardus Heusslerus. Einige Exemplare wurden prächtig 
ausgemalt und mit Gold verziert. 
Ausser dem Blatte mit dem geprügelten Weibe ist nur noch eines 
mit den Initialen I.A. versehen, Nr. 9 mit den Bechern und dem Storche, 
welcher dem Wolfe den Knochen aus dem Halse zieht. Alle anderen 
Blätter sind ohne Zeichen. 
In Singerls Researches into the history of piaying cards sind Ab- 
bildungen einiger Blätter. Die Nr. 4 mit den Bechern und dem Manne 
bei der Köchin am Brunnen ist bei O. Becker (J. Amman etc. Mit Zu- 
sätzen von R. Weigel. Leipzig 1854 S. 137) abgebildet. 
19- Antonio Tempesta bezeichnete auf solche Weise einige Radir- 
Ä Ä ungen, welche Unkundigo dem Antonio Fantuzzi zuschreiben 
,  ' könnten. Tempesta fügte aber noch öfter die verbundenen 
Buchstaben TE mit F bei. 
Das zweite A, oder vielmehr AT, kommt auch in Verbindung mit 
dem Monogramme LP vor, und zwar auf Holzscbnitten, welche Leonardo 
Parasole nach Tempesta's Zeichnungen ausgeführt hatte. Sie enthalten 
Vorstellungen aus dem Leben und Leiden des Heilandes, und gehören 
in eine lateinische und arabische Ausgabe des neuen Testamentes. Die 
Zahl der Blätter beläuft sich auf 18, worunter jenes mit Christus am 
Teiche Bedestha das Zeichen trägt. H. 3 Z. 9 L. Br. 4 Z. 7 L. 
Bartsch P. gr. XVII, p. 127 ff. beschreibt 1461 Blätter von A. Tem- 
pesta, und glaubt damit das Verzeichniss geschlossen. Im Künstler- 
Lexicon XVIII, S. 173 ff. ist das Verzeichniss vermehrt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.