Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550141
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910. 
6) Die Madonna mit dem Kinde und Joseph, dabei eine Heilige 
und ein Bischof unter der Weinlaube. Nach einem fast unbekannten 
Exemplare in Tuschton mit Weiss, welches Th. Wilson besass, und im 
Catalogue raiaonne of the select Colleclion of Engravings of an Amateur- 
London 1828. No. 144, beschreibt, fol. 
7) Christus und die hl. Frauen auf der Treppe, wie er von der 
Mutter Abschied nimmt, B. No. 14. Nach einem Exemplare in Tusch- 
ton mit Weiss, fol. 
Die Blätter No. 4-7 findet man im zweiten Bande des Werkes von R. 
Ford, welches sehr selten vorkommt. In der Vorrede erklärt der Verfasser 
den A. Meldolla mit A. Schiavone bereits für Eine Person, aber ohne 
sich auf die von E. Harzen beigebrachten Beweise stützen zu können. 
Bartsch P. gr. XVI. p. 34 schreibt dem A. Meldolla 87 Blätter zu. 
W. Smith bringt in der neuen Ausgabe von Bryan's Dictionary of Pain- 
ters. A new edition by G. Stanley. London 1849, das Werk auf 119 
Blätter, unter Anführung vieler Varianten. Darunter sind die höchst 
seltenen Blätter, welche in den Cabinetten von Sykes, Wilson und Ottley 
beschrieben werden. Die Preise bei der Auktion dieser Sammlungen 
sind theils sehr hoch. Ein- von Bartsch nicht beschriebenes Blatt der 
Sammlung Sykes, welches die hl. Familie mit Heiligen vorstellt, kam 
auf 9 L. 5 Sh. zu stehen. In Mitte des Blattes sitzt Maria mit dem 
Kinde auf dem Schoose, und richtet bei etwas nach rechts geweudetem 
Kopfe den Blick nach der links knieenden Frau. Rechts ist ein heil.  
Papst, und weiter zurück sieht man St. Joseph. H. 83], Z." Br. 53]. Z. 
Ein Blatt mit badenden Nymphen von Satyrn überrascht, freie Copie 
nach Parmigianinds Hellduukel, wurde mit 4 L. 4 Sh. bezahlt. H. 951„ Z. 
Br. 65A, Z. Das Urtheil des Paris, B. 80, galt 6 L. 15 Sh., die Grab- 
legung, B. 18, 5 L., die hl. Familie, B. 64, 4 L. 15 Sh., die hLJung- 
frau mit Kränzen, B. 66, 3 L. 8 Sh., die Geburt Christi, B. 6, 2 L. 
u. s. w. Einegeistreich radirte Darstellung der Heilung des Lahmen, 
ähnlich dem Blatt No. 15 bei Bartsch, wurde in der Sternbergschen 
Auktion nur mit 8 Thaler bezahlt. Dem Andrea Schiavone schreibt 
Bartsch P. gr. XVI. p. 77 nur 33 Blätter zu, und wenn man nach 
E. Harzen noch einige zwanzig unbeschriebene hinzurechnet, so wird 
die Gesammtzahl der Nadelarbeiten Meldollzüs sich auf ungefähr zwei- 
hundert belaufen.  
Nach Bartsch und Zani sollte man annehmen, Meldolla habe stets 
den Parmegiano copirt, allein er war ein genialer Meister, welcher schon 
im fünf und zwanzigsten Jahre seine Selbstständigkeit behauptete. Auf 
einem Hauptblatte von 1547, welches den ;Raub der Helena vorstellt, 
nennt er sich Inventar. Parmigiands Einüuss kann wohl nicht ge- 
läugnet werden, Meldolla's Nadel ist aber sehr verschieden von jener 
dieses Meisters, sowohl freier als malerischer.  
Hinsichtlich der gegebenen Monogrammen bemerken wir, dass sie 
sehr versteckt angebracht, und öfters nachlässig und sehr leicht gezogen 
sind. Auf anderen Blättern stehen die leicht geritzten Buchstaben AM, 
und dann auch ein Monogramm MA in verkehrter Richtung. Ein wei- 
teres Zeichen ist aus den römischen Buchstaben M F zusammengesetzt, 
doch in der Art, dass auch das A angedeutet ist. Bartsch gibt" das 
zweite, dritte und vierte, das fünfte und das sechste Monogramm fügte 
E-Harzen seiner Abhandlung über Meldolla bei. Er erklärt sie als 
die gewöhnlicheh, oft sehr versteckt angebrachten Zeichen. Zani deutet 
sie „Mazuoli Parmegiano."   
Unter dem Namen Andrea Scjhiaonfl konmien wir auf diesen Meister 
zurück, da Blätter in späterem Drucke auf solche Weise bezeichnet sind.
        

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