Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550100
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908. 
Scepters reichen. Unten an einer der Stufen, auf welchen der Heiland 
sitzt, gegen rechts, ist das gegebene Zeichen. H. 11 Z. 4 L. Br. 7 Z. 
9 L.  Diess ist wohl jenes Blatt, welches Brulliot I. N0. 583 dem 
Andrea Mantuano, d. h. dem Andrea Andreani zuschreibt. Er spricht 
nämlich von einer Dornenkrönung nach Tizian mit dem Monogranime 
an der bezeichneten Stelle, während Malaspina di Sannazaro den Maler 
nicht angibt. Das Mass weicht aber bei Brulliot ab. H. 12Z. Br.8Z. 4L. 
In R. WeigePs Catalog der Sammlung des Kaufmanns Johann Stigl- 
meier, Leipzig 1856 N0. 1596, finden wir diese Dornenkrönung eben- 
falls angegeben, mit der Bemerkung, dass das Blatt in Parmeggiands Ma- 
nier von einem um 1500 lebenden Meister behandelt sei. Von dem 
berühmten Francesco Mazzuoli, genannt il Mazzolino oder il Parmegi- 
anino, kann indessen keine Rede seyn, da er erst 1503 oder 1'504 ge- 
boren wurde. Es wird sich aber in dem erwähnten Blatte die Richtung 
kund geben, welcher er auf seiner Künstler-Laufbahn folgte. Dieses 
müsste nun jene seiner beiden Oheime und Lehrer, des Michele und 
Pierilario Mazzuoli von Parma seyn. Ein jeder von diesen könnte sich 
des obigen Zeichens bedient haben, da die beiden ersten Buchstaben 
ihres Geschlechtsnamens darin enthalten sind. Wir haben aber auch 
Kunde von einem Buchdrucker Franciscus Mazalis von Parma, welcher 
sich in seiner Adresse Oalcographus diligentissimus nennt. Er ist da- 
her zu den Metallschneidern, und vielleicht auch zu den Formschnei- 
dern zu zählen. Bei ihm erschien eine mit Holzschnitten verzierte 
Ausgabe der Metamorphosen des Ovidius unter dem Titel: Habebis (um- 
dide Lector. P. Ovidii Nasonis Melantorphosin castigatissimam. cum Ra. 
phaelis Reg-ü commentariis etc. Impressum Parmae Expensis et Labore 
F. Mazalis Calcographi diligentissimi M. D. V. fol. Dieses sehr seltene 
Werk enthält 60 Holz- oder Metallschnitte von den Meistern  und 
n., und von einem anonymen Künstler, wahrscheinlich von Mazalis selbst. 
Mit dieser Deduktion ist aber noch immer keine Erklärung des 
Zeichens verbunden, obgleich wir den Francesco Mazalis eher berück- 
sichtigen möchten, als die anderen Meister. Für Andrea Andreani 
kann man aber in keinem Falle stimmen. Auch Tizian ist nur muth- 
masslich als Zeichner zu nennen, obgleich er zu Anfang des 16. Jahr- 
hunderts schon thätig war. 
908- Adrian Muntinck, Goldschmied und Kupferstecher von Grö- 
 ningen, war um 1597-1616 thätig, wahrscheinlich in Amsterdam, 
weil er mit C. J. Visscher in Berührung kam. Er stach mehrere 
Folgen von Blättern mit Goldschmiedsverzierungen, welche selten zu 
finden sind. 
1) Folge von 12 nummerirten Blättern mit Friesen, welche aus 
Laubwerk und untermischten Blumen, Früchten, Vögeln, phantastischen 
Thieren 8m. gebildet sind. Auf dem ersten Blatte steht: ORDENANCIEN. 
VAN. A. MVNTINCH. LOVRENS. I. MICKER. SCVLP. A" 1610. Im 
Rande steht N0. F.  J. C. Visschcr excud. Auf einigen Blättern ist das 
Zeichen des Künstlers. H. 3 Z. 8 L. Br. 4 Z. 1 L. Diese Folge 
kommt in schönen Abdrücken sehr selten vor. 
2) Folge von ähnlichen Friesen in 12 Blättern, unter dem Titel: 
ADERIE MVNTINC. FECIT. 1614. Im Rande unten: J. C. Visscher 
arcude: etc. Die anderen Blätter tragen das Monogramm des Künstlers. 
Diese Musterstücke sind in aufsteigender Form, in nielloartigerArbeit zu 
Messerheften 8m. 12. Vollständig ist diese Sammlung sehr selten zu finden. 
3) Folge von 12 Blättern mit Gruppen von Früchten, untermischt 
mit Blumen und Vögeln, und in Form von Friesen. Auf dem ersten 
Blatte: ARIEN MVNTICK FECIT, auf andern Blättern das Zeichen. 
H.3Z.10L. Br.4Z.4L.
        

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