Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550060
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897. 
welches den betrunkenen Silen von Bannen getragen vorstellt. blan- 
tegna hat diese Composition selbst in Kupfer gestochen, wie Vasari 
versichert, welchem auch Bartsch N0. 20 beistinnnt. Auf dem Stiche 
fehlt aber das Monogramm, während es auf der Nachbildung der Zeich- 
nung durch G. M. Metz unten rechts eingestochen ist. Man muss (laher 
annehmen, dass die Originalzeichnung an derselben Stelle das Mono- 
grzunm trägt, da es der genannte Kupferstecher nicht gewagt haben 
dürfte, dem Mantcgna eigenmächtig ein Monogrannn zu unterbreiten. 
Die Frage nach der Acchthcit desselben bleibt aber doch, da schon in 
früher Zeit von zweiter Hand das Zeichen eingeschrieben seyn könnte. 
Fälschungen dieser Art sind von jeher nicht selten gewesen. Der 
Kupferstich des Mantegna ist 10 Z. 5 L. hoch, und 15 Z. 7 L. breit, 
das Mass der Zeichnungist uns unbekannt, scheint aber dasselbe zu seyn. 
Nach Zani, Encicl. met. II. 9. p. 18, Endet man das Monogrannn 
auch auf einem alten Kupferstiche mit der Grablegung Christi, in einer 
Composition von 13 Figuren, ähnlich jener des berühmten Blattes von 
Mantcgna, B. N0. 3. Links unten soll das Monogramm stehen. Wir 
haben dieses Blatt nicht gesehen, und müssen daher einzig auf Zani 
verweisen. Von einer Copie des von Bartsch No.3 beschriebenen Blattes 
ist bei ihm nicht die Rede, da der alte Kupfersteeher eine andere 
Zeichnung zur Vorlage hatte. Vielleicht handelt es sich um das Blatt, 
welches im Catalog des Marchese hlalaspiila di Sannazaro II. p. 32 bQ- 
schrieben ist. Der Verfasser spricht von einer anderen Composition, 
welche man aber sicher dem Mantegna zuschreiben könne. Von einem 
Künstlerzeichen bemerkt Malaspina nichts, und somit handelt es sich 
entweder von einem zweiten Stiche, oder Zani hat sein Monogramm in 
der Phantasie gebildet. hlantegna brachte in den Siiumen der Ge- 
wander dtc. zuweilen Charaktere an, welche eine unleserliche Inschrift 
zu bilden scheinen. Auch auf dem gestochenen Blattc der Grab- 
legung kommen deren vor; wie anrSaumc des Gewandes der Maria 
um den Hals, und unten in den Falten desselben. Auch am Rande des 
Leichentuches, auf welchem Christus liegt, sind solche Schriftzüge. Sie 
zeigen sich auch unten am Gewande des ersten rechts stehenden Jün- 
gers. Vielleicht bildete Zani aus diesen Charakteren das Monugramm, 
oder gab vielmehr dem F. Brulliot I. N0. 584 Veranlassung, das obige 
Zeichen auf dem alten Stiche der Grablegung vortinden zu lassen. In 
diesem Falle würde es sich um das erwähnte Illatt der Sammlung hIala- 
spina handeln. Dieses Blatt ist 16 Z. 9 L. hoch, und 12 Z. 3 L. breit. 
Ueber die Namensschreibung des A. Mantegna s. unten "Andreas 
Mantenea". 
897- Andreas Meyer, Historiemnaler aus Schwaben, machte seine 
Studien auf der Akademie in lYIünchen, und entwickelte da 
M in kurzer Zeit ein entschiedenes Talent zur historischen 
Oomposition, besonders in Auffassung religiöser Stoffe. In 
7 8 5'? Folge dieser Richtung schloss er sich an J. Schraudolph an, 
 und als dicsertMeister den grossartigen Auftrag erhalten hatte, 
den Dom in Speyer mit Frescomalereien zu zieren, begleitete ihn Maycr 
1846 als (iehülfe an den Rhein. Einige Bilder sind von ihm nach 
Schraudolplüs Gartens in Farben ausgeführt, und zwar so sehr in der 
Weise des Meisters, dass alle diese Bilder den gleichen feinen Farben- 
sinn verrathen. Nach Vollendung des YVerkes in Speyer kehrte Mayer 
wieder nach München zurück, und ist jetzt in der k. Glasmalerei- 
Anstalt besehäftiget. Er malt aber auch Bilder in Oel, deren Zahl je- 
doch bisher noch sehr gering ist. Das Gemälde mit obigem Mono- 
gramme ist sogar das erste in grössercr Dimension, aber von solcher
        

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