Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1550015
888 
889. 
383 
kammer zu Berlin beigetragen haben. Dieses Meisterwerk beschreibt 
Dr. F. Kugler (Die k. Kunstkammei- 8x0. Berlin 1838, S. 178 ff.) aus- 
führlich, und da in einer handschriftlichen Beschreibung und Erklärung 
auch die Theil habenden Künstler und Handwerker angegeben sind, 
bleibt über A. Mozart kein Zweifel. Der Schrank wurde im Auftrage 
des Herzogs Philipp II. von Pommern unter Leitung des Ph. Hainhoter 
in Augsburg angefertiget und 1616 vollendet. Mozart malte an die in- 
neren Seiten der Flügelthüren "des mittleren Theiles vier Landschaften 
auf Kupfer, irelche die vier Elemente darstellen, und in Styl und Be- 
handlung im eutschiedensten Einklange mit den Landschaftsbildern eines 
Jan Brcughel, D. Vinckcbooms u. A. stehen. Die Darstellung des Feuers, 
ein Seebild mit Sturm und Uugewitter am Ufer einer brennenden Stadt, 
zeigt allerhand wunderbare Flanuneneffekte in der Art des Hüllen- 
Breughel. Das Zeichen des Künstlers kommt auf diesen Gcmitlden nicht 
vor, sie gehören ihm aber sicher au. Dagegen iindet sich dasselbe auf 
einem höchst interessanten Gemälde unter dem Pultbrettc, welches be- 
stimmt ist, das Gedächtniss an alle diejenigen Personen, die bei der 
Anfertigung des Schrankes interessirt waren, festzuhalten. lu der Mitte 
des Bildes, welches ein prächtiges Gemach vorstellt, sieht man den ge- 
öffneten Kirnstschrank, und Philipp Hai1nhofei' ist im Begriffe, dem 
hochfürstlichen Ehepaare den, reichen Inhalt desselben zu erklären. 
Hinter dem Stuhl des Herzogs stehen die Leibtrabztirten, hinter jenem 
der Herzogin die Hofdamen, und auch noch viele andere Personen des 
Hofes sind anwesend. Die gesammtc rechte Seite des Vorgrundes, und 
eine an dieser Seite hiuftihrentle Treppe ist mit den Figuren der be- 
schaftigten Künstler und Handwerker ausgefüllt. Mozart hat ein Ge- 
mälde in der Hand, auf welchem eine landschaftliche Scene angedeutet 
zu seyn scheint. In der linken Ekzkc des Vorgrundes frndet sich eine 
prächtige Schale und Giesskanne, auf welcher das zweite Monogramm 
angebracht ist. Brulliot H. N0. 111 hat, durch Stetten's Bericht irre 
geführt, das lllonogrannn nicht richtig gegeben. Letzterer Schriftsteller 
gibt in seiner "Kunst- und Gewerbegeschichte 8m. S. 283 an, dass das 
A über dem M stehe. Das genannte Gedachtnissbild ist in Biesteüs 
"Neuer Berlinischer Monatsschrift 1811, Bd. XXVI S. 311-4520" be- 
schrieben und abgebildet. Vgl. auch den folgenden Artikel. 
888. Anton Mozart. der vorhergehende Meister, erscheint hier 
mit einem abweichenden illonogramme. Nach Brulliot I. 
N0. 579 wird dieses Zeichen einem Ambros Mair zuge- 
schrieben, welchen aber die Kunstgeschichte nicht kennt. 
Der genannte Schriftsteller möchte ihu (laliei- mit Ale- 
xander Mair für Eine Person halten, weil (las Monogramm 
auf landschaftlichen Bildern vorkommt, welche im Style denjenigen 
gleichen, die dem Alexander lllair" zugeschrieben wurden. Es sind 
diess Landschaften mit Figuren in der Weise des JanBreughel, welche 
aber von Anton Mozart herrühren. 
889- Max Emanuel Ainmüller, Inspektor der k. Glasmalerei-Anstalt 
in München, wurde daselbst 1807 geboren. Anfangs 
Decorateixr an der k. Porzellan-Manufaktur, machte 
m er besonders die Ornamentik zum Gegeustande des 
ß ausgedehnten Studiums, womit sich auch jenes der 
Architektur und der Perspektive verband. Nebenbei malte Ainmtiller 
auch historische Darstellungen und Landschaften mit Architektur iu 
Oel, und auf diesen Bildern findet man ZUWGllCH das hlonogrzxmm des 
Künstlers. An diese Gemälde reihen sich mehrere Bilder auf Glas, 
welche auf eine einzige Platte geschmelzt sind, da. es damals galt, diese
        

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