Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549918
ALEX. 
85a 
854. 
373 
Künstlers, und wenn daher Bilder von einem Christoforo Allori vor- 
kommen, welche cin früheres Datum als 1595 tragen, so müssen sie 
von Ch. Allori dem Vater herrühren. Man kann aber auch zuweilen 
mit der Ausscheidung der Werke des Alessandro Allori und des_ An- 
gelo Bronzino in Zweifel gerathen. Von dem letzteren erhielt Allori 
den Beinamen, und er arbeitete auch in der Manier desselben. Wenn 
daher Bilder mit der Aufschrift: A. BRÜÄZIN VS FLOR. F . vorkommen, 
so ist es nicht selten zweifelhaft, ob sie von Angele Bronzino, oder 
von Alessaxidro Allori herrühren. Letzterer zeichnete nicht immer, 
wie oben durch die beigefügte Inschrift gegeben, sondern einfach: A. 
BRONZIN VS FLORENTLYVS. worunter auch Angele Bronzino verstan- 
den werden kann, wenn nicht die beigefügte Jahrzahl entscheidet. An- 
gelo arbeitete nach 1567 nicht mehr, und starb 1572. Die Jahrzahl 
fehlt aber zuweilen. So steht auf einem historischen Gemälde der Ga- 
lerie Colonna in Rom: A. BRONZ. FIUR. Fx. Es rührt wahrschein- 
lich von Alexander Bronzino Allori, und nicht von dem als Portrait- 
maler ausgezeichneten Angele Bronzino her. Ueber die Richtung des 
letzteren s. mfözmo. 
853. ALEXANDER. P. F: nennt sich der Verfertiger einer Denk- 
münze mit dem Bildnisse des Dichters und Historikers Johann Baptist 
Houwaart. Dieses Werk ist mit einer kühnen Meisterhand gearbeitet, 
der Künstler ist aber nicht weiter bekannt. Er lebte in der zweiten 
Hälfte des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden. 
854. Alessandro Oesati (pickt Cesari), genannt Greco. gehört zu 
  7 1. t en berühmtesten Stempel- und Edelstein- 
AAEÄANJPOZ LUOUJ" Schneidern seiner Zeit. Sein Medaillen 
auf Papst Paul IlI. mit dem hohen Priester im RGVGTS, wie er Alexan- 
der dem Grosscu seine Ehrerbietung bezeugt, gilt als (las Hauptwerk 
der neueren Zeit in dieser Art. Selbst Michel Angelo behauptete. die 
Stempelschneidekunst habe damit ihr Höchstes erreicht. Dieses Werk 
ist bezeichnet: AAEXAAIAPOZ EIIOIICI. Es gibt auch Abgüsse in 
Zinn und in Kupfer. Die späteren Exemplare sind aber nicht mehr 
gelungen. Sehr merkwürdig ist auch die Schzuimüiize- auf den Cardinal 
Alessandro Farnese, weil sie nach Bolzenthal (Skizzen zur Kunst- 
geschichte S. 102) die erste war, welche in zweierlei Metall ausgeprägt 
wurde, nämlich das erhobene Brustbild in Gold, und der flache Grund in 
Silber. Es kommen indessen selbst die Exemplare in Bronze selten vor. 
Cesati fertigte auch eine Medaille zum J ubelfeste, welches 1550 unter-Papst 
Jnlius IlI. gefeiert wurde. Sie wurde schon von Paul III. bestellt, und 
daher ist es erklitrlich, dass dieses Werk die Bildnisse beider Päpste 
enthält. Cesati pflegte seine wenigen Medaillen griechisch zu bezeichnen, 
wesswegen er vielleicht den Beinamen Greco erhielt. Man hielt in in- 
dessen lange Zeit für einen Griechen, bis man seine mailändische Ab- 
stammung ermittelte, und auch herausfand, dass seine Familie nicht 
Cesari, sondern Ccsati sich nannte. Ein unhezeichnetes Werk des 
Künstlers ist wohl die Schaumünze auf Paul III. mit Jupiter und Ga- 
nymedes. Sie hat die Inschrift: sbEPNH. ZHNOZ EYPAINEI. Man 
wollte diese Medaille dem B. Cellini beilegen. Mit dem Namen Ale- 
xandros sind auch die geschnittenen Steine des Künstlers bezeichnet. 
Berühmt ist ein Cameo mit dem Kopfe des Phocion, worin Cesati alle 
anderen Arbeiten dieser Art übertraf, und der in Carneol erhoben ge- 
schnittene Kopf des Königs Heinrich II. von_ Frankreich. 
Das Todesjahr des Künstlers ist unbekannt. Man weiss nur, dass 
er unter den Päpsten Jnlius III., Paul IV. und Pius V. viele Jahre 
die Aufsicht über die römische Münze hatte. 
Monogrammisten. 29
        

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