Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549575
717 
718. 
339 
In Folge dieser Verwechslung schrieb man ihm auch die Radirungen 
des C. Vroom zu, welcher andererseits wieder einem Beerestein oder 
Onstein weichen sollte. Nur zwei Blätter sind von Verboom nachzu- 
weisen, und von Bartsch P. gr. IV. p. 71 beschrieben. Unter „vboom f" 
werden wir auf diesen Künstler zurückkommen. Im Künstler-Lexicon 
XX. S. 83 ist ebenfalls über ihn zu lesen. 
717. J eronymus Agnen von He rz o g e n b u s c h , genannt Hieronymus 
Bos oder Bosche, der Gründer einer phantastischen 
E ,  Schule, welche die Breughel und der alte D. Te- 
 niers in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts 
Ä  Ä ß fortsetzten, findet hier nur einen Rückweis auf 
Ä äw  k N0. 23 und 24. Die beiden ersten Zeichen ge- 
) i r hören sicher dem J. Agnen an, und mit nicht we- 
 niger Recht vindiciren wir ihm die Monogrammen 
der zweiten Reihe, obgleich sie Bartsch dem Alaert 
Ü n) (i) du Hameel zuschreibt. Wir enthalten uns aber 
hier jeder weiteren Bemerkung, da an den betref- 
fenden Stellen ausführlich gehandelt ist, Bausch 
und Brulliot haben die Zeichen der zweiten Reihe unter A gegeben, 
da sie nicht AI lesen wollten, wir glauben aber, dass sie aus diesen 
Buchstaben bestehen. 
718. Unbekannter niederdeutscher Kupferstecher, welcher in der 
6 M früheren Zeit des 16. Jahrhunderts thätig war. Er ge- 
"Ü, Ä ' I hört vielleicht der Schule des Jeronymus Agnen von 
Herzogenbusch an, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Mono- 
gramm auf den genannten Meister sich beziehe. Der Stich der Blätter 
mit demselben kann aber von J. Bosche nicht herrühren, ,da sie mit 
jenen dieses Meisters geringe Analogie bieten. Wir haben N0. 23 u. 24 
über ihn gehandelt, nämlich unter den Zeichen der vorhergehenden 
Nummer, welche aus A] zu bestehen scheinen. Im Jahre 1516 lebte Je- 
ronymus Bosche noch, und somit ist die J ahrzahl unserer Hypothese nicht 
entgegen. Eine solche soll es nämlich bleiben, und es mag sich in 
Ermanglung eines sicheren Grundes Jeder eine eigene bilden. Fol- 
gende seltene Blätter gehören diesem Meister an: 
i) Die hl. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Halbmonde stehend. 
Sie hält mit der linken Iland einen Apfel, mit welchem das Kind spielt. 
Um die Köpfe beider Figuren geht eine strahlende Glorie, und eine 
doppelte Strahlenreihe zieht sich um die hl. Jungfrau. Zwei herab- 
schwebonde Engel bringen eine Krone von zwölf Sternen über sie, und 
links zu ihren Füssen sieht man einen Mönch in Anbetung. Unter 
dem Halbmonde nach rechts hin ist eine siebenzeilige Inschrift: Aue, 
sanolissima Mater Dei etc. Links unter dem Gewande des Mönches ist 
das zweite Zeichen. H. 4 Z. 8 L. Br. 3 Z. 5 L.  Nach einer an- 
deren Angabe ist dieses Blatt 4 Z. 7 L. hoch, und 3 Z. 10 L. breit. 
Darnach könnte man auf eine Wiederholung schliessen; allein die 
Massbestimmung ist oft verschieden. 
2) Pyramus und Thisbe. Ersterer liegt todt auf dem Boden, und 
Thisbe stösst sich ein grosses Schwert in die Brust. Im Grunde links 
ist ein gothisches Monument, an welchem das Zeichen mit der Jahr- 
zahl 1516 steht. H. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 10 L.  
3) Pyramus gibt sich den Tod. Er durchbohrt rechts-des Blattes 
seine Brust, nach dem Schleier auf dem Boden gewendet. Links im 
Grunde bei einem Monumente sieht man den Löwen. Mit dem Zeichen, 
ohne Jahrzahl. Das Gegenstück zu obigem Blatte.
        

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