Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546193
Initialen. 
l. Unbekannt. In der Sammlung des Herrn Imbert zu Brügge befindet 
sich ein Gemälde mit diesem Zeichen. Es stellt die hl. Jungfrau 
mit dem Kinde in Umgebung der Heiligen Johannes Baptista, 
Anton, Barbara und Catharina von Alexandrien vor. Auf 
dieses Bild macht Passavant, Kunstreise durch England und 
Belgien S. 349, aufmerksam, hielt es aber damals (1833) für ein 
Temperagemälde von einem Zeitgenossen des Hubert van Eyck. 
Durch eine spätere gütige Mittheilung des Herrn Direktor 
Passavant wissen wir aber, dass das Bild in Oel gemalt ist, da dasselbe 
seitdem von der Uebermalung in Leimfarben gereiniget wurde. Passavant 
erkennt darin entschieden die Schule der van Eyck, stellt es aber dahin, 
0b das Zeichen ein Künstler-Monogramm sei. 
2. Unbekannt. Hier haben wir es mit einem jener alten deutschen 
 Goldschmiede zu thun, welche mit mehr oder weniger 
   Geschick auch die Kupferstecherkunst geübt hatten. 
  Sein Name kam in Vergessenheit, und selbst das 
7 Monogramm wurde erst 1832 durch Bru1liot's 
  Dictionnaire des monogrammes I Nr. 10 in wei- 
ß- 9  9 terem Kreise bekannt. Man findet es auf einem 
Kupferstiche mit der heil. Familie. In Mitte des Blattes sitzt Maria 
mit dem Kinde auf einer Raseubailk, während Joseph links zur Seite 
auf dem Boden sitzend schläft, und den Kopf an die Bank lehnt. Oben 
in der Mitte erscheint Gott Vater und der heil. Geist in der Glorie, 
und hinter der Madonna zeigt sich die halbe Figur eines Mönches mit 
gefalteten Händen. Zu den Füssen der heil. Jungfrau liegt ein grosses 
Buch, und links bemerkt man eine Heuschrecke, nach welcher Marolles 
den Meister A „le maitre a la sauterelle" nennt. Rechts steht das 
gegebene Zeichen. H. 8 Z. 9 L. Br. 6 Z. 9 L. 
Diese Darstellung ist auch in Wiederholung vorhanden, aber immer 
mit Hinweglassung des Mönches und des grossen Buches zu den Füssen 
der heil. Jungfrau. Ein Blatt, und wohl nicht das älteste, 1st ohne 
Monogramm, und von der Gegenseite des erwähnten, da Joseph rechts 
schläft. Die Heuschrecke ist aber links unten, wie 1m Blatte des 
Meisters A. Dieses unbezeichnete Blatt erklärt man nun vorzugsweise 
als jenes des unbekannten Meisters mit der Heuschrecke, welche aber nicht 
als Künstlerzeichen zu nehmen ist. Dieselbe Darstellung, aber ohne 
Mönch, hat auch Israel von Meckenen, und nach ein paar Decennien sogar 
Marc Anton copirt. Noch wichtiger ist aber ein Blatt, welches Bartseh 
im Verzeichnisse der Kupferstiche des Albrecht Dürer Nr. 44 mit Un- 
recht die heil. Jungfrau mit dem Schmetterlinge nennt, da das Insekt
        

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