Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549312
AGL. 
642. 
813 
Magister Glockendon zurück, und nennt dessen Sohn Albert einen 
guten Maler und Illuministen; 
Dieser jüngere Albert Glockendon ist höchst wahrscheinlich der 
Träger der obigen Zeichen, wovon wir das erste auf Zeichnungen in 
der k. Sammlung zu München fanden. Eine derselben stellt das Wappen 
des Pfalzgrafen von Zweibrücken vor, und diesen selbst daneben. Die 
Jahrzahl 1547 deutet auf die Entstehung der Zeichnung, so wie die 
Behandlung einen Glasmaler verinuthen lasst. Sie ist sehr sicher mit 
der Feder ausgeführt, und gibt den Pfalzgrafen in Portrait. Weitere 
Nachrichten über Albert Glockendon finden sich im Archiv für Kunde 
österreichischer Geschichtsquellen, III. Jahrgang 1850. Im zweiten Bande 
S. 661-780 gibt J. E. Schlager Materialien zur österreichischen Kunst- 
geschichte, aus welchen hervorgeht, dass Albert „Gloghenthon" 1553 
für Kaiser Maximilian II. Arbeiten geliefert habe. Er malte nämlich 
für den Hof Wappen auf Glas, und zierte auch Trinkgefässe mit Ma- 
lereien. Im Jahre 1556 musste er 500 kaiserliche Wappen drucken 
und illuminiren. Hier ist wahrscheinlich von Holzschnitten die Rede, 
und unser Künstler dürfte jener Albert Glockendon seyn, welcher in 
Nürnberg einen Kunstverlag hatte. Er brachte verschiedene Holzschnitte 
in den Handel, darunter Blätter von H. S. Beham. Ein grosser Holzschnitt 
von zwei Platten hat ein kaiserliches Privilegium, verliehen dem „Illu- 
ministen Albert Glockenton in Nürnberg." Links sieht man viele Fi- 
guren bei Fest und Tanz, und der Tod folgt einem reich gekleideten 
Herrn mit. der Dame. Rechts sitzen beide an der Tafel, und in der 
Ferne bemerkt man Badende. Dieses Blatt könnte ebenfalls von H. S. 
Beham seyn. Aus Glockendoms Verlag ist ferner ein Wandkalender 
mit Runenzeichen, Bildern von Heiligen und den Beschäftigungen wäh- 
rend der Monate, dann eine Landkarte: Das sein dy lantstrassen durch 
das Römisch, reych   1533. H. 1 Sch. SZ. 6 L. Br. 1 Sch. 3 Z. 
Man muss indessen unter den Blättern mit dem Namen Albert 
Glockendon unterscheiden, ob sie von dem jüngeren, oder dem älteren 
Künstler herrühren, oder verlegt sind. Dem älteren Meister muss jenes 
Blatt angehören, welches Direktor Frenzel im Kunstblatt 1825 S. 79 
beschreibt. Es stellt zwei Damen in ehrbarer Stellung vor, und im 
Rande stehen zwölf deutsche Verse. Bezeichnet: Albert Glockendon, Il- 
luminüst 1531. In diesem Jahre konnte der ältere Glockendon, der 
Sohn des 1514 verstorbenen Georg Glockendon, noch gelebt haben. Der 
Sohn des 1490 geborenen jüngeren Georg Glockendon war im Jahre 
1531 noch kaum Verleger. 
Der jüngere Albert Glockendon veranstaltete dagegen 1540 eine 
neue, vierte Ausgabe des Werkes seines Vaters Georg: Von der Kunst 
Perspectiva, welche 1509 zuerst erschien, und zwar mit 40 Holzschnitten. 
Bei der neuen Ausgabe wurde die alte Platte zum Titel benutzt, aber 
statt "Jörg Glogkendon 1509" liest man in kleineren Buchstaben 
"albert Glockendon 1540". Jörg Glockendon hatte Johann Pelegrin 
Viatorls Werk: De artijiciali perspectiva. Toul 1505, fol., für Deutsche 
bearbeitet. Die Ausgabe von 1540" hat nur 37 Blätter ohne Text. 
Unter Georg Glockendon (G. G.) werden wir auf die Perspektive zurück- 
kommen. Vgl. aber auch Börneris Notiz über dieses Werk in R. WVeigells 
Kunstkatalog No. 19,422. Heller (Handbuch, 2. Auil, S. 270) schreibt dem 
jüngeren Albert Glockendon auch irrig die von Direktor Frenzel im Stern- 
berglschen Catalog II. No. 153 8- erwähnten 32 kleinen Holzschnitte mit ver- 
schiedenen Büsten von Heiligen und religiösen Emblemen zu. Sie haben 
lateinische Unterschriften, und sind mit Buchstaben bezeichnet. Auf 
dem letzten Blatte, eine Sonne vorstellend, steht der Name "Albert 
Glockendon". Frenzel sagt, der Schnitt sei roh, und gehöre dem 15. Jahr-
        

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