Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549296
AGE -AGF. Nr. 636 _638. 311 
636. Abraham Genoels, Maler und Badirer, welcher oben Nr. 597 
eine ausführliche Stelle fand, hat auf radirten Blättern 
(A, w, durch die Abbreviatur A. gen. nicht selbst seinen Namen 
angedeutet, wie Heller, ltlonogr. Lex. S. 20, zu glauben 
scheint. Die Blätter mit der gegebenen Nameusabkürznng sind Copien, 
theils von Felix Mayer, über welchen wir unter FM. handeln werden. 
Auch ist das von Heller angegebene Todesjahr 1703 nur muthmasslich 
zu nehmen. Man weiss nicht genau, wann Genoels gestorben ist. 
637. Teodoro Ghisi Mantuano? Das gegebene Zeichen gehört 
m einem italienischen Künstler des 16. Jahrhunderts an, wahr- 
. scheinlich dem Teodoro Ghisi von Mantua. Man findet es auf 
einer Radirung in der Weise des Parmigiano. Das Blatt stellt die hl. 
Familie dar, halbe Figuren. Maria sitzt in der Mitte mit dem Kinde 
auf dem Schoosc, rechts lehnt sich Joseph auf den Stock, und links 
hinter der Maria ragt eine Figur mit dem Kopfe hervor. Links unten 
ist das obige Zeichen, und rechts ein anderes, welches aus zwei in 
einander geschobenen A besteht, in der Art, dass sie ein M zu bilden 
scheinen. H. 7 Z. 2 L. Br. 5 Z. 6 L. Dieses Blatt scheint sehr 
selten zu seyn. Man erkennt darin die Hand eines Malers, und ein 
solcher war T. Ghisi oder Ghigi. Schüler des Giulio Romano vollendete 
er in Mantua die hinterlassenen Werke desselben. Das Monogramm 
scheint aus den Buchstaben TGM zu bestehen, und somit lässt sich 
Teodoro Ghisi Mantuano herauslesen. Der Künstler selbst nennt sich 
Teodoro Mantuano, und daher ist die Angabe, dass er ein Römer sei, 
wohl vollkommen unhaltbar. Er war Zeitgenosse des Parmigiano, und 
daher mochten ihn die radirten Blätter desselben zur Nachahmung 
gereizt haben. 
533- Anton Gobau, auch Goubau und Goebauw genannt, Genre- 
Ä G und Landschaftsmaler, war um 1630 Schüler 
  G  von Jean de Farius, und im Register der 
Zunft des hl. Lucas zu Antwerpen (Liggere van St. Lucas-Gilde) er- 
scheint er unter denjenigen Malern, welche von 1636-1637 zu freien 
Meistern erklärt wurden. Später verlebte er mehrere Jahre in Italien, 
war aber von 1651-1652 wieder in Antwerpen, indem er zu dieser 
Zeit einen unbekannten Lorenz Goubou als Schüler annahm. Der 
Künstler lebte aber noch 1680. Mit diesem Datum ist ein Gemälde 
im Museum zu Antwerpen versehen, nämlich die Ansicht des Platzes 
Navona in Rom mit unzähligenkleinen Figuren. Es ist also unrichtig, 
wenn man den Künstler 1677 sterben lässt. Auch ist er nicht 1625 
geboren, wie andere Schriftsteller angeben. Ferner nennt sich der 
Künstler immer Gobau, nur auf dem erwähnten Gemälde der Piazza 
Navona steht in Cursiven A. Goubau F. 1680. 
Gobau malte nur wenige historische Darstellungen. In der St. Jakobs- 
kirche zu Antwerpen ist ein schönes Bild mit Christus am Kreuze mit 
A. G. F. 1657 bezeichnet. Das Museum in Antwerpen bewahrt ein treff- 
liches Gemälde, welches eine Künstlergesellschaft auf einem Landhanse 
in der Nähe von Rom vorstellt, A. Gobau 1662 bezeichnet  Uebcrdies 
malte der Künstler auch Bildnisse, kleine Stücke mit Bauern in derWeise 
Ostade's, und Landschaften mit Figuren im Geschmacke des Carel Du- 
jardins. Nur wenige Bilder sind mit den Initialen des Namens versehen. 
Die kleineren Buchstaben findet man auf einem kühn radirten 
Blatte in der Weise des Jan Both, und es gehört wahrscheinlich dem 
A. Gobau an. In Mitte des Blattes bemerkt man einen verfallenen 
Thurm, und in der Nähe einige andere Gebäude. Links steht ein 
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