Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549225
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613. 
Bartsch im Style des M. Schongauer behandelt, und findet sich auch 
in einem Würzburger Brevier von 1479, so wie in einem undatirten 
Psalter. Bartsch beruft sich dabei auf Panzer I. S. 459, und da die 
Angabe nicht zu bezweifeln ist, so ist die Thätigkeit unsers A. G. 
noch früher beurkundet. Das Wappen ist sicher von ihm gestochen. 
H. 7 Z. 3 L. Br. 7 Z. 1 L. Derselbe Meister hat wahrscheinlich auch 
das Diözesan-Wappen allein gestochen, da es sich in demselben Bre- 
viarium auf p. 13 findet. Beide Blätter sind aber unbezeichnet, wäh- 
rend das Kreuzbild im Missale die Buchstaben A. G. trägt. Das zweite 
Wappen beschreibt Bartsch 1. c.No.35. H. 4 Z. 7 L. Br. 4 Z. 10 L. 
Aus diesen in Würzburg gedruckten Werken könnte man schliessen, 
dass der Kupferstecher daselbst gelebt habe; allein die Kunstgeschichte 
schweigt davon. Wir wissen indessen aus einer Würzburger Bruder- 
schafts-Urkunde von einem Aurifcx Ambrosius Gumplein, welcher viel- 
leicht mit jenem Conrad Gümplein, dessen Scharold, Würzburg und 
seine Umgebungen S. 173, unter dem Jahre 1460 erwähnt fand, in Ver- 
wandtschaft steht. Die genannte Urkunde ist von 1486. Der Gold- 
schmied Ambros Gumplein erinnert uns an den Adam Gamperlein, 
welchem man zu Christ's Zeiten die Buchstaben A G. zuschreiben wollte. 
Auf Nürnberg weiset keines der Blätter des Meisters A. G. 
Bartsch P. gr. VI. p. 344 beschreibt 27 Blätter von diesem Meister, 
worunter mehrere nach M. Schongauer copirt sind. Der genannte Schrift- 
steller bemerkt aber nichts von den Retouchen, welche die Mehrzahl 
der Platten erfahren hat. Er kennt nur die retouchirten Abdrücke der 
Passion durch einen Monogrammisten I S., doch wurden noch mehrere 
andere Platten überarbeitet, wenn auch nicht so ungeschickt, wie die 
Passion. In ganz alten, reinen Abdrücken zeigt sich ein feiner Meister. 
Da das Verzeichniss im Künstler-Lexicon nicht vollständig ist, geben 
wir hier ein genaueres mit Zusätzen. 
1) Die Ankunft der hl. drei Könige. Links in einem verfallenen 
Gebäude liegt das Kind auf dem Boden von drei Engeln umgeben und 
von Maria angebetet. An der Thüre kniet Joseph mit dem Leuchter, 
und im Grunde links sieht man einen Mann und ein Weib an der 
zweiten Thüre. Die Könige kommen von rechts her hinter einander, 
und den Grund bildet Landschaft. In der Mitte unten A G. H. 5 Z. 
5 L. Br. 12 Z. 10 L.  Die alten Abdrücke sind sehr schön, und 
offenbaren einen Künstler, welcher den Stichel mit grosser Feinheit 
und Sicherheit zu führen wusste, wie je ein Martin Schön. Später 
wurde die Platte durch die Retouehe ganz verunstaltet, so dass von 
der ursprünglichen Reinheit fast keine Spur übrig blieb. 
2-13) Die Passion, Folge von 12 Blättern, jedes unten in der 
Mitte mit AG. H. 5 Z. 4 Z. Br. 4 Z. 
I. Vor der Retouche, fein und von klarem Drucke. In diesen Ab- 
drücken erscheint der Meister in einem sehr vortheilhaften Lichte. 
Sie sind leider sehr selten. 
II. Mit der Retouche des Monogrammisten IS., welcher in unge- 
schickter Weise die Platten ganz überarbeitet hatte. Auf N0. 9 
-13 machte er sogar Zusätze. Zum Ueberfiuss fügte er auch 
noch eine Copie nach Dürer's Holzschnitt B. N0. 35 bei. Dieses 
Blatt stellt die Ausstellung Christi dar, mit Weglassung des auf 
Dürer's Blatt in der Mitte sitzenden Mannes, und mit einigen 
anderen kleinen Veränderungen. Unten in der Mitte steht das 
Monogramm IS. Das Zeichen des sogenannten A. Glockendon 
und jenes von Dürer fehlt.  
III. Die späteren Abdrücke mit deutschem Texte auf der Rückseite. 
Man ündet sie in folgendem Werke: Historie von dem Bmem
        

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