Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549131
589. 
295 
2) Eine Folge von 6 Blättern mit Goldschmiedsverzierungen auf 
weissem Grunde. Im verzierten Ovale des ersten Blattes steht in Ab- 
sätzen: Mathias Bettler lnzaentor. Andreas Gentzsch Sculpsit et excudit. In 
Augusta Vindelic. 1616. H. 1 Z. 11 L. Br. 1 Z. 8 L. Die übrigen 
Blätter zeigen verschiedene kleine schwarze und phantastische Figuren, 
Thiere äc. auf schmalen landschaftlichen Streifen. Auf vier Blättern 
sind je dreikleine Friese, unten links mit dem Monogramme MB (M. 
Beitler), rechts mit dem zweiten Zeichen. H. 1 Z. 8 L. Br. l Z. 11 L. 
Ein weiteres Blatt zeigt in der Mitte einen auf dem Zweige sich schwing- 
enden Genius von Vögeln und Insekten umgeben. Oben steht: M. Bettler 
Inuenlor, unten A. Gentzsch sculptor. Diese Folge besteht vielleicht aus 
einer grösseren Anzahl von Blättern. Sie sind nicht nummerirt. 
589. Andreas Greiif, Kupferstecher, war um 1660 in Nürnberg 
a thätig, und könnte auch Eisenschneider gewesen seyn, da er mit 
G Gottfried Leigebe in Berührung kam. Angereizt durch die neue 
fßi Erfindung des Ludwig von Siegen und des Prinzen Rupert von 
der Pfalz, oder vielmehr durch die noch früheren gelungenen Versuche 
des Kupferstechers Franz Aspruck in der Schabmanier (Vgl. N0. 285) hatte 
er sich vorgenommen, auf den Grund der Aezkunst in Kupfer ebenfalls 
in der neuen Weise zu produciren. Er radirte zu diesem Zwecke das 
Bildniss des Gottfried Leigebe im Brustbilde nach links gewendet. Die 
Platte hat eine ovale Form und ist von einem ovalen Rahmen umgeben. 
Im Abschnitte liest man: Gottfried Leigebe, [ Eisenschneider in Nürnb- l 
bprg, AEt. 30. A". 1660. I In dem Rahmen um das Portrait steht: 
Durch Leigebens Hand und Gaben, hat Gott diese Kunst erhaben, Gsund: 
heit, Liebe. Fleiss und Stärck, fördern solcher Hände Werk.  Links 
gegen unten ist das gegebene ltionogramm, welches bei Brulliot I. N0. 402 
nicht genau erscheint. Rechts im Hintergrunde bemerkt man auf einem 
Zettel das aus GL bestehende Zeichen des G. Leigebe, welches wir 
unter GL beibringen müssen. H. 4 Z. 6 L. Br. 3 Z. 6 L. 
Auf das erwähnte Bildniss macht auch Graf Leo de Laborde in der 
„Histoir de la gravure en maniere noire" p. 220 aufmerksam, um aber 
den Gang der Procedur kennen zu lernen, muss man auf die verschie- 
denen Abdrucksgattungeil der Platte sehen. R. Weigel machte im Kunst- 
Cataloge N0. 7423 auf vier verschiedene Zustände aufmerksam, J. A. 
Börner geht aber in seinen handschriftlichen Supplemexiten zu Brullioüs 
Dictonnaire des monogrammes noch weiter ein, so dass wir hier folgende 
Bestimmungen geben, mit der Bemerkung, dass der Name des Monogram- 
misten bisher nicht bekannt war. Mr. Leo de Laborde nennt indessen 
den A. Greiff, aber ohne ihm irgend ein Blatt zuschreiben zu können. 
I. Vor der Einfassung und mit den beiden Monogrammen, nach 
WeigePs Bestimmung. Aezdruck. 
II. Mit der Umschrift im Rahmen, und ohne die Sylbe fe. unter dem 
Monogramme, wie Weigel angibt. Doch liegt nach Börner der Unterschied 
nicht darin allein. Der auf der linken Achsel hin sich erstreckende 
Halskragen hat einen schmalen weissen Saum oder Rand, welcher we- 
niger durch den dort befindlichen schwachen Umriss, als durch das Auf- 
hören der über den Kragenthcil gelegten Schraffirung entstanden ist. 
III. Mit der Sylbe fe unter dem Monogramme. Der Umriss des 
erwähnten Kragensaumes ist jetzt verstärkt, so dass er nicht mehr weiss, 
sondern mit Schrafürungen überzogen ist. Der Schatten, welchen der 
Kragen auf das Gewand wirft, wurde ebenfalls verstärkt, und das Eck 
desselben, früher fast abgerundet, erscheint jetzt Spitzig. 
IV. Die von Weigel angezeigte Gattung mit eingemischter Schah- 
arbeit, welche den Grafen L. de Laborde bewog, das Blzgtltäzaufzunehmen.
        

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