Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549113
583. 
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dem Schneidmesser vertauscht haben dürfte. Es ist kein Formschneider 
in Soest, oder in anderen Städten WVestphalens bekannt, welcher ge- 
giglnet gevgelslcn dwlare, die folgenden Blätter mit solch malerischem Ge- 
u e zu e an e n. 
32) Die von ihrem Vater zum Kerker verurtheilte hl. Barbara. 
Bartsch l. c. p. 455 gibt diese Erklärung nicht, sondern erkennt in 
dem Vater einen nach rechts schreitendcn Mann mit einem über die 
Achsel reichenden Stecke, wie er mit der Linken nach dem links vor 
ihm knieenden Weibe deutet, welches seinen Schutz anzuflchen scheint. 
Rechts des Blattes stehen zwei andere Männer, welchen eigentlich der 
Wink gilt, nämlich die knieende Tochter in den Thurm abzuführen, 
der sich im Grunde erhebt. Links oben in der Ecke ist das Mono- 
gramm, aber kleiner als das erste der von uns gegebenen Zeichen. 
H. 5 Z. 3 L. Br. 3 Z. 6 L.  Dieses Blatt ist eben so schön, als 
selten. R. Weigel gab in seinem Prachtwerke: Holzschnitte berühmter 
Meister. Eine Auswahl von schönen, charakteristischen und seltenen 
Original-Formschnitten 8m. IX. N0. 43, eine meisterhafte Copie aus 
Bürckner's xylographischer Anstalt in Dresden. Das höchst seltene 
Original fand er in der Sammlung zu Gotha. 
33) Piramus und Thisbe. Ersterer liegt todt auf dem Boden, mit 
dem Schwerte ohne Griff in der Brust. Neben dem nach links sich 
erhebenden, durch die Rundung abgeschnittenen Baume steht Thisbe 
mit in Schmerz erhobenen Armen. Rechts ist ein grosser burgähnlicher 
Palast, links vom Baume ab ein gewöhnliches Haus, und weiter ein 
Brunnen mit laufendem Wasser. Am Baumstamme ist das erste Zeichen 
angebracht, Rund, Durchmesser 8 Z.  L.  Dieses höchst seltene 
Blatt ist in Federzeichnungsmanier behandelt, und weicht in so ferne 
von dem obigen ab, als jenes mehr in Stichmanier geschnitten ist. In 
dem oben genannten Prachtwerk von R. Weigel V. No. 24 ist eine 
schöne Copie von Krüger in Leipzig. Das Original, nach welchem die 
Copie gefertiget wurde, kam aus der Sammlung Ceroni in das k. k. Gabi- 
net zu Wien. Ein anderes Exemplar bewahrt die k. Sammlung in München. 
34) Das Bildniss des Wiedertäufer Königs Johann von Leyden, 
starkes Brustbild in Profil nach links, mit Barret auf dem Kopfe und 
einem kurzen Bart. Links oben steht der Name "Johann von Bokelt," 
gr. fol.  Dieses seltene Blatt ist sehr schön geschnitten, trägt aber 
Aldegrevefs Monogramm nicht. Es erinnert indessen viel an die Dar- 
stellung der hl. Barbara, und könnte um so eher von Aldegrever her- 
rühren, als er nämlich der Sekte der Wiedertäufer in Münster mit 
seinem Vater Hermann zugethan war. Um der Verfolgung in Münster 
zu entgehen, begab sich bekanntlich Aldcgrever 1532 nach Soest, wo 
er 1536 das Bildniss des Johann von Leyden auch in Kupfer gestochen 
hatte. Der Holzschnitt ist aber nicht Copie des Stiches, sondern eine 
selbsttandige Arbeit in einfacher Strichmanier. Im königl. Cabinet zu 
München befindet sich ein Exemplar. 
584- Andreas Giltlinger, Maler von Augsburg, war der Sohn des 
19- fz 1_522 Yerstorbenen Gumpolt Giltlinger, welcher die St. Ul- 
richskirche lll Augsburg mit Gemälden zierte. Andreas 
Giltlinger malte in Oel und auf Glas, wir kennen aber nur 
eine Zeichnung, welche im k. Cabinet zu München sich 
G befindet. Sie stellt einen alten bärtigen Mann dar, welcher 
ein Barret auf dem Kopfe und eine Kette um die Brust trägt. Er lehnt 
sich an ein junges Weib, und links steht eine Alte. Diese Zeichnung 
ist mit der Feder ausgeführt, und rechts oben mit dem gegebenen Mo- 
nogramme versehen, qu. 4. 
Monogrammisten. 24
        

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