Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549062
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583. 
wissen. Bartsch u. A. lassen ihn zu Soest geboren werden, allein Alde- 
grever liess sich erst 1532 in jener Stadt nieder, und nannte sich als 
Bürger selbst einen Soester, worauf das Wort "Suzatien" auf den oben 
genannten Blättern deutet. Man zählt den Aldegrever zu A. Dürer's 
Schülern, und bei aller Eigenthümlichkeit ist auch der Styl der Schule 
desselben nicht zu verkennen, besonders in den früheren Werken des 
Künstlers. Allein zu dieser Richtung könnte er auch durch das Stu- 
dium der Werke Dürer's gelangt seyn, ohne selbst in Nürnberg ver- 
weilt zu) haben. Das Malen lernte er sicher nicht im Hause Düreüs, 
denn sein Farbenauftrag ist (lünner, als jener des genannten Meisters, 
und gleicht mehr jenem in (len Bildern der Niederländer. Auch herrscht 
in der Färbung öfters eine ziemliche Trockenheit, wie sie bei Dürer 
nie vorkommt. Die Wärme der Farbe muss bei ihm die Frische der- 
selben ersetzen. Dann weicht Aldegrever auch in der Zeichnung von 
diesem Meister ab. Es war ihm die kühne Richtung des Michel An- 
gelo nicht unbekannt, und somit suchte auch er seinen Compositionen 
Grossartigkeit zu verleihen, aber ohne die Masse in dem Grade bewäl- 
tigen zu können, wie BuonarottPs Geist es vermochte. In mehreren 
seiner Gemälde sind auch wirklich grossartige Partieen, andere dagegen 
schweifällig und schwülstig. Fast in allen Compositionen spricht aber 
etwas poetisch Schwärmerisches an, welches auch seinen Kupferstichen, 
die im Ganzen jenen Dürei-"s nachstehen, einen gewissen Reiz verleiht. 
Ueber das Todesjahr dieses Meisters herrschen schwankende An- 
gaben. Dassjüngste Datum auf seinen Kupferstichen ist 1555, nicht 
1558, wie man irriger Weise auch angegeben findet. Im Jahre 1558 
soll der Künstler gestorben seyn. In WigancPs Archiv ist das Todes- 
jahr desselben nicht bestimmt, es heisst nur, er sei zu Soest 156. ge- 
storben. Früher setzte man nämlich seinen Tod um 1562. Ausser dem 
genannten Archive findet man auch in der Zeitschrift für vaterläxidische 
Geschichte und Alterthumskunde Westphalens "von J. Meyer und H. A. 
Eberhard, B. IV. 2., Münster 1841, eine Biographie dieses Meisters. 
Bartsch, P. gr. VIII. p. 362 ff., beschreibt 289 Blätter von Alde- 
grever, fügt auch noch ein zweifelhaftes bei, und zahlt im Anhange 
noch weitere 9 Blätter auf, welche dem Künstler mit Unrecht beigelegt 
werden. Heller gab 1844 einige Zusätzezu Bartsch, ergänzt aber 
meistens nur die Inschriften, und theilt sie diplomatisch ab. Auch auf 
einige neuere Abdrücke macht er aufmerksam.  
 Bartsch gibt nur Ein Monogramm des Künstlers, ähnlich unserem 
fünften Zeichen. Heller fügt demselben ein_ zweites, durch die Grösse 
verschiedenes Nanwnszeichen bei. Brulliot" copirte drei Monogrammen, 
die sich ebenfalls nach der Grösse abstufen, wir fanden es aber uöthig, 
die Monogrammen-Repräsentanten nach den Originalkupferstichen und 
Formschnitten in Facsimiles beizufügen. Nur das letzte Zeichen findet 
sich auf einer Copie, worüber wir unten handeln. Aldegrever bezeich- 
nete auch Gemälde mit der Namenschifre, welche sich nicht wesent- 
licbvon den obigen Zeichen unterscheidet. Das erste Monogramm steht 
au einem Holzschnitte mit Piramus und Thisbe, das zweite auf dem 
Bildnisse des Albert von der Helle B. No. 186, das dritte auf jenem 
des H. Aldegrever B. No. 188, und das vierteauf den Blättern mit 
den Evangelisten B. No. 57  60', welche aber auch das Zeichen des 
Georg Pencz tragen, da sie nach diesenrgestochen sind; Das fünfte 
Zeichen findet man auf dem Bildnisse Dr. M; LuthersB. No. 184, so 
wie auf jenem des Philipp Melanchton B. No. 185. Die Zeichen auf 
diesen-beiden Blättern sind fast nur punktirt, und auch der Stich hat" 
für Aldegrever etwas Fremdartiges. Das vorletzte Zeichen findet man 
auf dem Blatte mit dem römischen Alphabete, B. N0. 206. Dasselbe
        

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