Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1549039
AFT. 
579. 
285 
Fledermäuse dar, und enthält die Schrift: Bologna h? Vento. R. Anto- 
nius Fantuzzi T feciz 1542. Der Buchstabe T bedeutet hier "Taglia- 
tore", und kommt in diesem Sinne auch bei Nicole Vicentino und 
A. Ghandini vor. Bartsch hatte "Tridentinus" gelesen, und ausser der 
Stylverwandtschaft in den Holzschnitten und den Radirungen nach Par- 
migianino darin den Beweis zu finden geglaubt, dass Antonio Fantuzzi 
mit Antonio da Trento Eine Person sei. Die Sache war aber damit 
noch nicht abgethan. Der Formschneider Antonio da Trento hatte nach 
Vasari seinen MeisterParmigianino bestohlen, und ging mit dem Raube 
über alle Berge. Wohin er sich gewendet, wusste Vasari nicht, später 
aber nahm man an, der Künstler sei nach Frankreich gekommen, und 
habe Namen und Monogramm geändert. Allein der Dieb wäre 1540, 
noch zu Lebzeiten des Parmigianino, in Fontainebleau nicht sicher ge- 
wesen, und wir müssen daher den A. Fantuzzi für einen ehrlichen 
Mann halten "bis erwiesen wird, dass er mit Antonio da Trento wirk- 
lich Eine Person sei. Malpe lässt den Antonio Fantuzzi 1520 in Vi- 
terbo geboren werden. Wäre diese Angabe richtig, so müsste der be- 
kannte Identificirungs-Versuch trotz der Autorität eines A. von Bartsch 
scheitern; denn Antonio da 'I'rento soll nach Vasari um 1530 unter 
Parmigianino gearbeitet haben, während die Thätigkeit FantuzzPs von 
1540  1545 documentirt ist. 
Bartsch P. gr. XVI. p. 384 H. beschreibt ausser den I-lolzschnitten 
des Antonio da Trento 37 radirte Blätter von Antonio Fantuzzi. Sie 
sind nach Parmigianino, Primaticcio, Giulio Romano, Rosso, und nach 
der Antike ausgeführt. Die meisten sind figürlichen Inhalts, bis auf 
einige Landschaften, welche aber ebenfalls mit Figuren staffirt sind. 
Auf einigen Blättern stehen obige Zeichen, welche „Antonio Fantuzzi 
Taglio" zu lesen sind. Das Wort "Taglio" oder „Taglia" bedeutet: 
„Incidit, Sculpsit". Auf anderen Blättern steht in derselben Bedeutung 
ein aus ANT, oderANFT zusammengesetztes Monogramm.  
Nachträge zum Peintre graveur von A. v. Bartsch: 
(Diese Nachträge gelten auch für die aus ANT, und ANF T zusammengesetzten Mono- 
grammen, da auf den gegebenen Artikel verwiesen wird.) 
1) Ein römischer Kriegermit Lorbeerkrone in einer Nische, wie 
er mit der Rechten das Ende seines Mantels fasst. Mit dem Mono- 
gramme. H. 9 Z. 1 L. Br. 4 Z. 3 Z. 
2-) Eine antike weibliche Figur, gegen rechts gewendet, mit dem 
Kopfe nach links. Mit dem Zeichen, fol.  Dieses Blatt ist ein Seiten- 
stück zu Bartsch N0. 12 und 13.   
3) Ein grosses römisches Gastmahl in einem mit Säulen, Festons 
dzc. gezierten Saale. Die Gäste sind um den Tisch versammelt, und 
links sieht man bei einem prächtigen Candelaber die Musikanten, welche 
allerlei Instrumente spielen. Rechts an einer Stufe ist das Zeichen 
mit der Jahrzahl 1543. Die Composition ist wahrscheinlich von Giulio 
Romano. H. 15 Z. 10 L. Br. 21 Z. 9 L. 
4) Eine Schlacht. Rechts sieht man einen von drei Pferden be- 
spannten Wagen, in welchem ein Mann mit auf der Brust gekreuzten 
Händen sitzt, und aus Furcht zu schreien scheint, da auch einem 
seiner Pferde  der Fuss, abgehauen ist; Links. ist Handgemenge, und 
ein Soldat haut mit gezogenem Schwerte auf die Gefallenen ein, welche 
man zu seinen Füssen sieht. H. 11 Z. 9 L. Br. 16 Z. 8 L.  Die 
Composition, dieses Blattes scheint von Giulio Romano zu seyn. Bartsch 
beschreibt es S. 415 unter den anonymen Stichen der Schule von Fon- 
tainebleau, und legt es nur muthmasslich dem A. Fantuzzi bei. 
Wir sahen einen alten, sehr schönen Abdruck mit Mariette's Namen,
        

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