Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1548844
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520. 
1) Christus vor Pilatus. H. 2 Z. 3 L. Br. 1 Z. 9 L.  Dieses 
Blatt, welches das dritte Monogramm trägt, gehört wahrscheinlich zu 
einer Folge in einem der genannten Gebetbücher. 
2) Christus am Kreuze unter einem Thorbogen. Links kniet der 
Churfürst Friedrich der Weise von Sachsen, oder Johann der Verstän- 
dige, rechts Dr. M. Luther. Unten in der Mitte am Kreuze ist das 
zweite Zeichen. Zart geschnittenes Blättchen. H. 3 Z. 11 L. Br. 5 Z. 3 L. 
 Nach Heller, Handbuch, 2. Aufl. S. 245, ist diese Darstellung auch 
im Kupferstich vorhanden, mit der Jahrzahl 1568. Wir kennen nur 
den Holzschnitt. Letzterer findet sich im vierten Bande der Werke 
Dr. Luthers. Jena, Richter 1574, und schon früher in Luther's Haus- 
postille, Wittenberg, H. Luft 1562. In der Postille ist die Darstel- 
lung kleiner. 
3) Christus am Kreuze. Johannes hält die gefalteten Hände zum 
Heiland empor, und die hl. Mutter ist am Fusse des Kreuzes nieder- 
gesunken, wo sie von einer der Frauen unterstützt wird. Rechts unten 
ist das vierte Zeichen ganz unscheinbar.  Diese Darstellung ist auf 
der Rückseite des Titels zu dem Werke des G. Wicelius: Die Aller- 
heiligste Historia der Passion  Mentz, F. Behem 1545. 
4) Die Titelverzierung zum dritten Theile der Werke des Dr. M. 
Luther. Jena 1573, fol.  Das Monogramm auf diesem schönen Titel 
ist kleiner, wie das N0. 1 gegebene, aber ohne Messerchen. 
520- Adam Fuchs, oder Fux aus Nürnberg, soll nach der gewöhn- 
lichen Annahme der Verfertiger jener Kupferstiche 
heissen, auf welchen die gegebenen Zeichen vor- 
E TX kommen. Man setzt die Thätigkeit dieses Meisters 
- - zwischen 1550- 1580, allein Fuchs arbeitete um 
1600-4620, und es müsste daher ein älterer Künstler dieses Namens 
angenommen werden, von welchem aber die Kunstgeschichte schweigt. 
Auf Adam Fuchs scheint überhaupt nur Christ geführt zu haben, 
welcher in seinem Monograminenbuche S. 88 sagt, dass ein aus 
AF. bestehendes Monogramm, ähnlich unserem zweiten Zeichen, auf 
Blättern mit Laubwerk und Arabesken vorkomme, von welchen einige 
die Jahrzahl 1543 hätten. Speciell nennt Christ nur ein Blatt mit 
dem auf einer Muschel schiffenden Cupido. Hinsichtlich des Zeichens 
bemerkt aber dieser Schriftsteller nur, dass es wohl einem deutschen 
Meister angehöre, wie einige glauben dem Adam Fuchs, was ihm aber 
noch unklar sei. 
Beim Vergleich der Daten geht nun augenscheinlich hervor, dass 
von zwei Künstlern die Rede sei. Dazu kommt auch noch ein Form- 
schneider, welcher ebenfalls Adam Fuchs genannt wird, da er sich 
eines ähnlichen Zeichensbediente. Er ist aber ein Anonymus der säch- 
sischen Schule, welcher die vorhergehende Stelle behauptet. 
Vorerst handelt es sich hier um den Kupferstecher von 1543, 
welchem der von Christ erwähnte in der Muschel segelnde Cupido an- 
gehören mag. Dieses Blatt finden wir nirgends näher beschrieben, 
haben aber Kunde von einem zweiten, mit dem Monogramme und der 
Jahrzahl 1543. Dieses Blättchen stellt einen bacchischen Zug vor, 
und gehört sicher zu einer Folge, da auch Christ von einigen Blättern 
mit der Jahrzahl 1543 spricht. Vielleicht gehört dazu auch das von 
Zanetti im Cabinet Cicognara II. N0. 1306 erwähnte Blatt mit dem 
dritten Zeichen. Dieses schöne Blättchen stellt den Amor vor, wie er, 
von vorn gesehen, mit dem Dreizack in der erhobenen Rechten, auf 
dem Delphin sitzt. Links unten im Wasser ist das Zeichen, und rechts 
m der Ecke N0. 13. H. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 9 Z. Dass dieser Stich
        

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