Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1548654
463. 
247 
in solcher Weise gefunden werden. Bartsch ist im Zweifel, ob er dar- 
unter einen Zeichner oder Formschueider vermuthen soll. Brnlliot I. 
N0. 298 möchte die Composition der Blätter dem Franz Floris zu- 
schreiben, und in jeder Hinsicht handelt es sich um einen Meister, 
welcher der Richtung des Floris angehört, doch mit jener Modifikation, 
welche sie am Schlusse der älteren Periode angenommen hat. Wir 
glauben, dass die Blätter mit diesem Zeichen dem Adrian Thomas Keij 
angehören, obgleich in seinem gewöhnlichen, aus den Buchstaben ATK 
gebildeten Monogramme der unten vom Schenkel des A einE formirende 
Querstrich fehlt. A. T. Keij war der Schüler des Willem Keij, Welcher 
mit Floris in der Schule des Lombard Lombardus sich bildete. Adrian 
Keij ist als Nachfolger dieser Meister zu betrachten, und könnte auf 
den Holzschnitten von der gewöhnlichen Form seines Zeichens abge- 
wichen seyn, da die Zusammensetzung des Monogramms auch in dieser 
Variation auf ihn passt. 
1) Absolon vonJoab getödtet. Der Sohn David's hängt an dem 
im Mittelgrunde stehenden Eichbaume, da sich seine Haare in die Aeste 
verschlingen. Joab durchbohrt ihn. Im Grunde sieht man die Krieger 
desselben, und im Vorgrunde läuft das Pferd des Prinzen. Das Mono- 
gramm ist rechts unten am Steine, durch die Platte mit den Halbtinten 
ausgedrückt. Helldunkel von drei Platten. H. 11 Z. 4 L. Br. 18 Z. 
Dieses Blatt erwähnt Bartsch, beschreibt es aber nicht genau. 
2) Nebukadnezar lasst die drei Jünglinge in den brennenden 
Ofen werfen. Ueber dem Fenster eines links stehenden Hauses ist 
das Zeichen auf einem Tafelchen. H. 11 Z. Br. 17 Z. 9L. -Dieses 
Bartsch unbekannte Blatt erwähnt Brulliot. 
463. Adam Eberle. Historienmaler, geb. zu Aachen 1805, gest. in 
Rom 1832. Unter P. v. Cornelius auf der Akademie in 
 Düsseldorf herangebildet, begleitete er den Meister nach 
München, und malte daselbst mehrere Bilder, welche das 
Gepräge der höheren Geistesrichtung der Schule des Cornelius tragen. 
Mehrere Zeichnungen, und wohl auch einige Gemälde in Oe1 haben das 
gegebene Namenszeichen des Künstlers, denn es findet sich auch auf 
dem grossen Freskobilrle in den Arkaden des k. Hofgartens zu München, 
welches die Belehnung des Herzogs Maximilian von Bayern mit der 
Churwürde darstellt. Dasselbe Zeichen trägt auch das grosse Freske- 
Gemalde an der Decke des k. Odeons zu München. Dieses schöne 
Bild stellt Apollo unter den Hirten dar. Im Jahre 1829 schaute Eberle 
den Himmel Italiens, unter welchem er, stets unzufrieden mit dem was 
er leistete, dem Tode erlag. Seine Werke beurkunden aber einen be- 
gabten Künstler, doch darf man bei Beurtheilung derselben nie ver- 
gessen, dass sie von dem Standpunkte angeschaut werdenmüssen, 
welchen die Schule des Oornelius in der früheren Periode eingenommen 
hatte. Eberle wird aber im Allgemeinen der religiösen Schule der 
Malerei in Deutschland beigezählt. Johann Blanz hat eine unvollendete 
Zeichnung desselben lithographirt, unter dem Titel: „Die gefangene Je- 
rusalem ihrer übermüthigen Feinde Spott und Hohn, von ihren Pro- 
pheten gewarnt und gestraft, beweint und getröstet." gr. qu. fol. Dieses 
schöne Blatt findet man in der Geschichte der neueren deutschen Kunst 
von Athanasins Grafen Raczyuski, II. Band 1840. Eine andere Litho- 
graphie ist betitelt: „Das Schiff der Apostel. Transitus Apostolorum. 
Sieh! Petrus, Paulus schiffen Hand in Hand vom Morgenlande hin zum 
Abendland etc." qu. fol. 
Die Umrisse zu Dante's Paradies, nach den Zeichnungen des P. v. 
Cornelius zu den beabsichtigten Fresken in der Villa Mgkssimi in Rom, 
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