Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1548629
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ADV. 
452- 
453. 
fussfallig um die von Soldaten geraubten Kostbarkeiten bittet. Weiter 
zurück kniet ein Mann vor dem Offiziere, welcher von Soldaten um- 
geben ist. Dieses Bild ist um 1650 entstanden, es fragt sich aber, ob 
der Maler A. Duc heisse, oder ob wir einen abgekürzten Namen ver- 
muthen müssen. Ein A. Duc ist in der Kunstgeschichte unbekannt. 
Sie kennt nur einen Jan le Ducq, und dann einen Jakob Duc oder Duck. 
Der erstere malte Landschaften mit Thieren, und auch militärische 
Scenen, der andere Conversationsstücke. Unser A. Duc wäre demnach 
ein dritter Meister dieser Familie, und älter als Jan le Ducq. 
452. Unbekannter Kupfersteohar, welcher seinen Namen wahr- 
  scheinlich nur durch den Buchstaben V angedeutet 
WZW hat, indem die Buchstaben A1) sich auf Albrecht 
Ä  Dürer beziehen dürften. Er hat nämlich einige Blätter 
dieses Meisters copirt, welche Heller nicht kannte. Die Bilder sind 
von der Gegenseite des Originals. 
i) Maria und Anna, erstere als Mädchen links stehend, mit dem 
Kinde auf dem Arme, welches eine Birne halt. St. Anna steht rechts, 
und berührt das Haupt des Kindes. Oben in der Mitte erscheint Gott 
Vater und der heil. Geist in einer Glorie. Unten rechts ist das erste 
Zeichen. H.4Z.3L.  Original beschreibtBartsch N0. 29. 
2) Apollo und Diana, ersterer rechts des Blattes stehend, während 
Diana neben ihm auf dem Hügel sitzt, und dem vor ihr liegenden Hirsch 
schmeichelt. Beide Figuren sind nackt, Apollo mit Köcher und Pfeilen 
versehen. Unten links auf einem Blättchen steht das zweite Zeichen. 
    
Von dieser Copie hat man zwei verschiedene ilbdrücke. Im ersten 
sind die Schraffirungen des Bodens nicht bis an den Contour des linken 
Beines der Diana herangezogen. Das Original beschreibt Bartsch N0. 68. 
3) Die Hexe. Sie reitet rücklings auf dem Bocke, und dieser fliegt 
durch die Luft nach links. Unten sind vier Genien, und Hagelwetter 
verfolgt die Hexe. Unten gegen links steht das dritte Zeichen. H.4Z. 
5 L. Br. 1 Z. 9 L. Das Original beschreibt Bartsch N0. 67.  Die 
kleine, gegenseitige Copie ist ohne Zeichen. H. 2Z. 8L. Br. iZ. 9L. 
 Adrian (16 Vries dürfte der Träger dieses bisher nicht bo- 
kannten Zeichens seyn. Es findet sich auf einem schönen 
Gemälde mit Christus am Kreuze, welches zu München im 
Privatbesitze dem Anton van Dyck zugeschrieben wird, da es 
alle Zeichen der Richtung desselben tragt. Anton van Dyck 
 selbst hat aber keines seiner bekannten und authentischen 
Werke mit einem derartigen Monogramme versehen, und somit handelt 
es sich wahrscheinlich nur um ein Gemälde in der Weise desselben, 
sowie deren überhaupt mehrere vorkommen. Ein Meister, welcher ihm 
namentlich in Bildnissen nachahmte, ist Adrian de Vries. ein jüngerer 
Künstler, als der berühmte Bildhauer dieses Namens, welcher N0. 455 
seine Stelle iindet. Ein in der Galleric zu Gotha befindliches Bild- 
niss eines Grcises in schwarzer Kleidung mit weissem Kragen, galt 
lange für ein Werk des Anton van Dyck, bei der durch Herrn In- 
spector G. Rathgeber unternommenen Reinigung des Gemäldes fand 
sich aber der Name des Urhebers: A .de Vrics anno 164-3. Ch. van 
Mechel schreibt in seinem Cataloge der k. k. Galerie des Belvedere in 
Wien das Bildniss eines vornehmen Mannes in seidenem Klcide dem 
Bildhauer Adrian de Vries zu, welcher es aber unserem Künstler über- 
lassen muss. Ein drittes Bildniss besass bis 1837 Graf Robiano in 
Brüssel, jenes eines Mannes in schwarzem Gewande mit breitem Hals- 
kragen. Es ist ebenfalls in der Weise des Anton van Dyck gemalt,
        

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