Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1548218
DÜRER. 
350. 
203 
Heinfogel stellas posuit. Albertus Durer imaginibus circumscripsit. 
Oben rechts ist das Privilegium des Kaisers Maximilian aufgedruckt, 
nach welchem Stabius von 1515 an gegen den Nachdruck aller seiner 
Werke auf zehn Jahre gesichert war. Die Descriptio quatuor Laby- 
rinthorum war also ebenfalls darunter begriffen, und somit erschien sie 
zu einer Zeit, in welcher Dürer die Zeichnungen geliefert haben konnte. 
Wenn er die Zeichnungen zu einem Himmelsglobus nicht verschmähte, 
so wird er den Johannes Stabius mit seinen Labyrinthen ebenfalls nicht 
zurückgewiesen haben, gesetzt auch, dass sie nur zu Stickmustern be- 
nützt wurden, wie man glaubt. Wir halten sie eher für geometrische 
Spielereien mit Ornamenten. Die bekannten literarischen Werke Dürer's 
lassen vermuthen, dass ihm Männer wie Stabius und Heinfogel, als 
Mathematiker und Astronomen, nicht ferne standen. 
138) Imagines coeli Meridionaliis, eine der drei Zeichnungen des 
Himmelsglobus, B. N0. 150-152. H. 15 Z. 8 L. Br. 15 Z. S L.  
Sie bilden das Gegenstück zu den Imagines coeli sepwntrionalis, und 
erschienen 1515 einzeln, ohne je in einem literarischen Werke be- 
nützt worden zu seyn. Die ganze Anlage geht von Johannes Stabius 
aus, Conrad Heinfogel ordnete die Sternbilder, und Dürer machte die 
Zeichnung zurecht. Die Platten befinden sich auf der k. k. Bibliothek 
in Wien. Brauchbar ist wenigstens noch die Platte mit der südlichen 
Hemisphäre. Auf den neuen Abdrücken steht: Editum ex tabula lig- 
nea ab Alberto Dürer iucisa, quae in Bibliotheca Aug. Vindob. extat 1781. 
139) Die grosse Säule mit dem sitzenden Satyr auf dem Capitale, 
in vier Blättern 11517.- Bartsch beschreibt No. 129 nur zwei Blätter, 
das Capital und die Base, und vermuthet ein Mittelstück, welches er 
nicht gesehen hatte. Die Abbildung des Schaftes der Säule besteht 
aber aus zwei Blättern, jedes von 14 Z. 11 L. Höhe. Heller gibt 
N0. 1916 alle vier Blätter an, scheint aber das erste im verschnittenen 
Zustande gesehen zu haben. Nach seinem Maasse ist es 14 Z. 10 L. 
hoch, es hat aber eine Höhe von 15 Z. 8 L. Das vierte Blatt ist 
15 Z. 3 L. hoch. Die Breite der Blätter beträgt 10 Z. 3-4 L. 
Heller gibt 10V; L. an.  Die alten Abdrücke haben ganz tief unten 
im Rande die Jahr-zahl 15:17, welche aber gewöhnlich abgeschnitten 
ist. Es gab eine Zeit, in welcher der Rand von Kupferstichen und 
Holzschnitten ohne Nebenabsicht abgeschnitten wurde, da man nur das 
Bild hoch achtete, und das Itandpapier nicht so hoch bezahlte, als 
diese jetzt sonderbarer Weise der Fall ist. Mit der erwähnten Säule 
hat es aber noch eine andere Bewandtniss. Im späteren Drucke, aber 
immer noch vor 1546, wurde im unteren Rande eine Adresse beige- 
fügt: Gedruckt durch Hans Guldenmund brieffmaler zu Nürnberg. Diese 
Druckangabe war anstössig, und erregte Zweifel an der Autorschaft 
Dürer's, und daher musste der Rand zwischen die Scheere kommen. 
Dass Albrecht Dürer diese Säule gezeichnet habe, unterliegt aber keinem 
Zweifel. Die Originalzeichnung, meisterhaft mit der Feder ausgeführt 
und leicht colorirt, befindet sich im brittischen Museum. Der Form- 
schnitt rührt aber von Dürer nicht her. Nach der Jahrzahl 1517 zu 
urtheilen, liess er selbst Exemplare drucken, wie aber Guldenmund in 
den Besitz der Platten kam, ist unbekannt. Den Triumphwagen des 
Kaisers Maximilian I. hatte er unrechtmassiger Weise copirt, wie oben 
N0. 122 nachgewiesen ist.  Die vollständigen Exemplare der Säule 
sind leicht gezählt. Dem Verfasser des Peintre graveur lag keines vor, 
weil er das Mittelstück nur vermuthete. Zwei Exemplare findet man 
in der k. Sammlung zu Berlin, eines in der k. k. Bibliothek in Wien, 
und ein anderes im k. Cabinete zu München. Das Kunst- Institut zu 
Frankfurt am Main besitzt diese xylographische Seltenheit seit vielen
        

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