Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1548147
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A. DÜRER. 
350. 
der Ausgabe A, B und C sind nur 19 mit jenen Holzplatten gedruckt, 
welche bei der vollständigen Ausgabe der Ehrenpforte gebraucht wurden. 
Die Platten mit den Ueberschriften: „Er kriegt den König von engel- 
land" , und "Mayland hat er zu im gebracht" sind von den Darstell- 
ungen Fol. 23 rechts unten und Fol. 24 links oben verschieden. Die 
erstere zeigt zwar ebenfalls die Begegnung der Könige, da aber die 
Figuren bei derselben Dimension des Holzstockes bedeutend grösser 
sind, so ist der grössere Theil des zahlreichen Gefolges weggeblieben, 
und von den Schiffen des Hintergrundes nur das mittlere beigefügt. 
Die zweite Platte stellt die Huldigung der Mailänder auf einem offenen 
Platze vor, in dessen Ilixitergrunde Häuserreihen zu sehen sind. Dr. 
Klugkist besitzt von der Platte mit der Begegnung der Könige einen 
Abdruck, welcher einen Sprung zeigt, so dass beim späteren Drucke 
ein neuer Stock gebraucht werden musste. Ein ähnliches Schicksal 
mag auch die Darstellung der Mailänder Huldigung erfahren haben. 
Beide Platten gehörten einer sehr frühen Zeit an.  Die Ueberschriften 
der Ausgaben A, B und C sind in Bandrollen, wie jene der vollstän- 
digen Ausgabe, eingedruckt. Doch-ist das Höhenmaass derselben nur 
1 Z. 8L., während die Bandrollen der vollständigen Ausgaben mit den 
Ueberschrifteu im Holzschnitte 2 Z. 1 L. aufweisen. Zu diesen Aus- 
gaben A, B und C gehört ein Titelblatt, welches die vollständige Titu- 
latur des Kaisers in lateinischer Sprache, dann Jahr, Monat und Tag 
seines Todes angibt. Doch sind die Ausgaben nicht in Form eines 
Buches veranstaltet worden, sondern als ein zu einer doppelzeiligen 
Bilderreihe zusammengeklebtes Tableau, worin die einzelnen Darstell- 
ungen durch 8 Linien breite, zweigartige Randleisteil voneinander ge- 
schieden sind. Ueber den Schriftzetteln befinden sich 10 Linien breite, 
karniesartige Randleisten mit der Idierstabsverzierung. Diese Rand- 
leisten sind nach Dr. Glax nicht angeklebt, sondern auf dasselbe Papier, 
worauf die Vorstellungen sich befinden, angedruckt, wodurch jeder 
Zweifel über die Förmlielikeit dieser Ausgaben beseitigt wird. In der 
Sammlung des Erzherzogs Albrecht von Oesterreich ist ein Exemplar 
der Ausgabe B, welches 69 Z. 10 L. breit und 1B Z. hoch ist. Es 
besteht aus 22 Bildern, wovon jedoch nur 20 den historischen Dar- 
stellungen der Ehrenpfbrte angehören. Das zwölfte Blatt auf der äus- 
sersten rechten Seite der oberen Bilderreihe ist der Titel, unter welchem 
sich der Abdruck eines Holzstockes beiindet, welcher den Kaiser in 
Mitte einer Säulenhalle auf einem Catafalke ruhend darstellt. Diese 
Stelle nimmt sonst die Mailänder Huldigung ein, welche aber im Erz- 
herzoglichen Exemplare beiliegt. Dr. Klugkist besitzt die Ausgabe C 
von 67 Z. Breite und 17 Z. 4 L. Höhe. 
Aus dem Umstaude, dass ein Titelblatt mit der Angabe des Todesjahres 
(1519) des Kaisers vorkommt, und dieser selbst auf dem Catafalke darge- 
stellt ist, kann man schliessen, dass die Ausgabe A, B und C bald nach 
dem Ableben des Kaisers erschienen sind. Zwei Blätter tragen die J ahr- 
zahl 1515. und somit könnte 1519 das Ganze vollendet worden seyn. 
Bartsch nimmt indessen an, dass das Gesammtwerk nicht vor 1559 er- 
schienen sei.- Die Angaben über die verschiedenen Ausgaben der Ehren- 
pforte entnahmen wir der Abhandlung des Dr. Glax, da aber auch die Or- 
thographie der deutschen Ueberschriften entscheidend ist, so muss die- 
selbe noeh immer zu Rathe gezogen werden. Dr. Glax gibt nämlich den 
Text der vollständigen Ausgabe D von 1559, und macht auf die Ab- 
weichungen der Ausgaben A und B aufmerksam.  Inzwischen aber 
hatte Graf Axel Bielke im deutschen Kunsblatt 1853 S. 15 nachge- 
wiesen, dass das von Bartsch als Unicum erklärte Exemplar aus der 
Sammlung des Grafen von Fries nicht das einzige sei. Dieselbe Aus-
        

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