Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1548136
DÜRER. 
350. 
195 
lieh bereits alle Blätter im Buche der hl. Brigitta dem Werke Dürerls 
 einverleibt worden seyn. Sie fallen bald nach der Zeit, in welcher 
unser Meister die Offenbarung des Johannes illustrirt hatte, und so 
ist der Schluss nicht zu gewagt, wenn man annehmen wollte, dass der 
Buchdrucker A. Koberger von Dürer Zeichnungen zur Ausschmückung 
seiner Ausgabe der Offenbarung der Brigitta verlangt habe. Ob er sie 
alle selbst geschnitten, bleibt dahin gestellt, da der Streit über die 
Eigenhändigkeit Dürer'scher Formschnitte noch immer in der Schwebe ist. 
121) Die Ehrenpforte des Kaisers Maximilian l. B. N0._ 138. H. 
No. 1915.  A. v. Bartsch, P. gr. VII. 149, hat das Verdienst, die 
früheren fragmentarisehen Nachrichten über dieses seltene Werk ge- 
sichtet und zu einer, auf eigene Forschung basirten Gesichte des Denk- 
mals geordnet zu haben. Heller, Albrecht Dürer II. S. 702, nahm die- 
selbe mit Zusätzen in sein Werk auf. Die Beschreibung der Ehren- 
pforte möge man aber bei Bartsch und Heller suchen, und wir bemerken 
daher nur, dass seit dieser Zeit Bruchstücke des Schnittwerkes aufge- 
funden wurden, welche in keine der von Barsch erwähnten drei Aus- 
gaben desselben einzureihen waren. Wir verweisen in dieser Hinsicht 
vorerst auf R. Weigells Kunstkatalog N0. 5612 und 8220. In neuester 
Zeit fand sich aber Dr. H. Glax veranlasst, die Ehrenpforte zum Gegen- 
stande einer umfassenden Untersuchung zu machen, und er liess das 
interessante Ergebniss in dem Werke: Quellen und Forschungen zur 
vaterländischen Geschichte etc. Wien 1848, so wie durch einen eigenen 
Abdruck zur Kenntniss der Kunstfreunde gelangen. Letzterer erschien 
unter dem Titel: Ueber die vier Ausgaben der geschichtlichen Vorstellungen 
der Ehrenpforte des Kaisers Maximilian I. von Albrecht Dürer. Wien 1848, 4. 
Bartsch kannte bekanntlich nur drei Ausgaben, und die erste erklärte 
er zugleich als Unicum, nämlich das Exemplar, welches C. Th. von Murr 
1797 in der Sammlung des H. von Praun zu Nürnberg voifand. Später 
erwarb es Graf von Fries in Wien, dessen Sammlung 1824 in Amster- 
dam versteigert wurde. Dieses sogenannte Unicum ist ohne Datum, und 
hat nur 21 Darstellungen, da die Stelle, wo in anderen Ausgaben das 
Bild auf den Mailänder Krieg eingedruckt ist, weiss erscheint. Wo 
sich dasselbe beünde, wissen wir nicht. Die zweite Ausgabe ist nach 
Bartsch (liejenige, welche 1559 Rafael Hofhalter in W'ien besorgte, wo 
A. von Bartsch 1799 die Platten zum dritten Male abdrucken liess. 
Bartsch gibt auch die Kennzeichen der verschiedenen Ausgaben an.  
Dr. Glax fand indessen vier verschiedene Ausgaben von selbständigen 
Drucken der historischen Vorstellungen heraus, und er gibt die unter- 
scheidenden Merkmale mit solcher Bestimmtheit an, dass seine Abhand- 
lung beim Vergleiche zur Bestimmung der Ausgabe vor allem berück- 
sichtiget werden muss. Er bezeichnet die Ausgaben mit A, B, C und D. 
Jene A, B und D tragen die bekannten Ueberschriften des Stabius in 
gebundener deutscher Sprache, nur sind dieselben bei A und B mit 
Typen und veränderter Orthographie gedruckt, während zu der Aus- 
gabe D die durch die vollständigen Ausgaben derEhrenpforte bekannten 
Ueberschriften im Holzschnitte von Hieronymus Rösch verwendet wurden. 
Die Ueberschriften der Ausgabe C hingegen sind mit Typen gedruckt, 
und enthalten eine freie Ilebersetzung der deutschen Ueberschriften in 
die lateinische Sprache von B. Ohelidonius. Die vollständigen Ausgaben 
von A, B und C bestehen aus 21 Vorstellungen, indem die Blätter mit 
den Ueberschriften: "Das Komisch reich umb sollche thal"; „Gott hat 
sein gnad an im ertzaigt" ; "Der letzte Krieg angefangen ward" fehlen. 
Die Ausgabe D enthält 24 Vorstellungen mit Einschluss der drei ge- 
nannten, und stimmt mit der von R. Hofhalter 1559 veranstalteten Aus- 
gabe, welche Bartsch beschrieben hat.  Von den 21 Vorstellungen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.