Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547923
174 
DÜRER. 
350. 
diese dem Originale nicht gleich. Letzteres ist um zwei Linien grösser. 
Wir vermehremdamit das Verzeichniss der xylogralahiselien Blätter des 
Meisters und die Copie möge dem Appendix einverleibt bleiben. Das 
Original ist unten N0. 72 beschrieben. 
2. Dieses Zeichen findet man auf dem Blatte mit der 
thronenden St. Anna, welches Bartsch im Appendix N0. 11 
beschreibt. Die gefeierte Heilige hält das Jesuskind auf 
D dem Sclioosse, und rechts kniet Maria mit langen Haaren. 
Die Figuren haben Heiligenscheine, und in jenem der 
hl. Anna steht: äSANCTAßANNA. H. 11 Z. 3 L. Br. 9 Z. 6 L.- 
Bartsch bezweifelt die Aechtheit der Zeichnung, und ist bezüglich jener 
zum Holzschnitte sicher nicht im Irrthum. Es liegt aber eine Dürerä 
sehe Composition in halben Figuren zu Grunde, jene zu einer Radir- 
ung von 1508, und einem Gemälde von 1519, auf welches wir oben 
in der Erklärung der lldonogrammen auf Kupferstichen N0. 21 hinge- 
wiesen haben. Heller l. c. N0. 1988 glaubt, der Holzschnitt stamme 
aus der Werkstatt des Hans Guldenniuntl oder Nicolaus Meldemann, 
wir sahen aber einen vorzüglichen alten Abdruck mit breitem Rande 
ohne die Adresse, welche auf Produkten dieser Meister vorkommt. Es 
könnten indessen auch die genannten Forinschiieidcr Exemplare ohne 
Adresse verbreitet haben. Für Dürer's Werk wurde das Blatt ursprüng- 
lich nicht ausgegeben, da in alten Abdrückeii dessen Monogramm fehlt. 
Nur beim zweiten Drucke wurde es eingeschnitten. 
 3. Dieses abweichende, vielleicht nur einmal vorkom- 
 mende Monogramm ist nach dem Blatte copirt, welches 
Bartseh N0. 102 beschreibt, und die hl. Familie im Garten 
mit drei Kaninchen vorstellt. H. 14 Z. 6 L. Br. 10 Z. 
6 L.  Es kommen Abdrücke auf zweierlei Papier vor. 
Jenes der alten, aus Dürer's Zeit stammenden brillanten Drucke ist 
fein, aber sehr compakt, und mit weiten Rippen versehen. Das Papier 
der späteren Exemplare ist nicht so fein, aber fest und enger gerippt. 
Die glänzenden alten Drucke sind sehr selten. 
4. Dieses Monogramm ist charakteristisch, indem es 
mit geringer Abweichung auf mehreren Holzschiiitten, 
kleiner auch auf Kupferstichen, und nicht selten auf Ge- 
mälden vorkommt, nur zuweilen weniger fett und mit etwas 
mehr gestreckten Schenkeln. Dürer bediente sich desselben gewöhnlich 
in seiner früheren Zeit, und die xylographischen Arbeiten mit dem 
Zeichen in dieser Form gehören theils zu den sicheren Originalschnitten 
des Meisters. Wir copirten das Monograinm nach einem Blatte aus 
der grossen Passion, welches den unter der Last des Kreuzes sinkenden 
Heiland vorstellt, B. N0. 10. H. 14 Z. 8 L. Br. 10 Z. 6 L. 
5. Dieses abweichende, noch nicht gegebene Namens- 
zeichen steht auf einem Blatte mit derselben Compo- 
sition von 1519, welche Bartsch im Appendix N0. 10 
beschreibt, und Heller N0. 1986 ohne Hinweisung auf 
den Peintre graveur erwähnt. St. Anna sitzt mit dem Kiiide auf dem 
Schoosse zwischen Joseph und Joachim, und rechts vorn kniet Maria 
mit dem Nimbus uin das Haupt. 'Links unten ist das Monogramrn. 
H. 11 Z. 4 L. Br. 8 Z. 2 L.  Wie früher Hauer, so spricht auch 
Bartsch die Composition dem A. Dürer ab. Diess dürfte aber nur mit 
den Figuren der Heiligen Joseph und Joachim der Fall seyii, jene der 
Heiligen Anna und Maria kommen in halbem Leibe in einer Radir- 
ung von 1508, und in einem verschollenen Gemälde des Prauwschen 
Oabinets von 1519 vor. Ein zweites Gemälde mit derselben Jahrzahl
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.