Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547785
160 
DÜRER. 
350. 
Gallerie zu Mainz, Dr. Waagen (Gemälde der alt-deutschen Schulen in 
Spanien, deutsches Kunstblatt 1853 S. 231) erkennt aber das Original 
im Real Museo zu Madrid. Das Gemälde enthält fast lebensgrossc 
Figuren in der Stellung des Kupferstiches. Es gelangte durch den Rath 
von Nürnberg an den Kaiser Rudolph II., wurde aber später nach Spa- 
nien gebracht und im Palast Buen-Retiro aufgestellt. Das Bild in Mainz 
ist eine jener Copien, welche die Franzosen aus Nürnbergs Rathhaus 
entführten.  Die alten Abdrücke des Kupferstiches sind von ausser- 
ordentlicher Kraft und Reinheit der Farbe. Dürer wählte ein vortreff- 
liches Papier aus. Es hat das Zeichen des Ochsenkopfes, und ist fein 
und compakt. Ein Exemplar dieser Art wurde in Dr. Ackermanns 
Auktion 1853 mit 97 Thaler bezahlt, während ein anderer, ebenfalls 
sehr schöner Druck nur 12 Thlr. 10 gr. galt. Er hatte keinen Rand, 
gegenwärtig wird aber sonderbarer Weise der Papierrand fast dem Bilde 
gleiehgeschätzt.  Man findet auch sehr kräftige und harmonische Ab- 
drücke auf altes Papier, welches zuweilen das Wasserzeichen des 
Kruges hat. Es ist eben so fein und körperhaft, als das andere, und 
möchte bei Abdrücken ohne Wasserzeichen an den 1 Z. 3 L. absteh- 
enden wei-sseu Rippen zu erkennen seyn. Exemplare dieser beiden 
Papiergatttmgen sind sehr selten. Sie gingen unter Dürer's Händen 
hervor, und wurden an Sammler verkauft. Zu Prachtdrucken, welche 
an hohe Fürsten kamen, bediente er sich des Atlasses. 
2) Die Maria mit dem Affen, B. No. 42. H. 7 Z. l L. Br. 4 Z. 
G L.  Die ältesten, äusserst kräftigen und harmonischen Abdrücke 
sind auf das oben N0. 1 erwähnte Papier mit dem Wasserzeichen des 
Kruges gemacht, welches ziemlich weit abstehende weisse Rippen zeigt. 
Auch das alte Papier mit dem Wasserzeichen der Krone und der Li- 
lien wurde gebraucht. Es ist eben so weit gerippt, wie das andere, 
obwohl nicht aus derselben Fabrik. Das Wasserzeichen bestimmt aber 
nur in einzelnen Fällen den ersten Druck. Der Bogen wurde zer- 
schnitten, und daher hatte nur u-nter sechs bis acht Exemplaren eines 
das Papierzeichen.  Eine neue Copie in Holzschnitt ist in der Hi- 
stoire des Peintres des tontes les ecoles  Par Ch. le Blaue. L. Dujardin 
hat sie gefertiget. H. 7 Z. Br. 4 Z. 5 Z.  Im Art-Journal 1851 
ist ebenfalls ein Abdruck. 
S) Maria mit der Sternenkrone 1517, von Heller II. S. 536 N0. 1097 
unter die zweifelhaften Blätter gesetzt. H. 4 Z. 9 L. Br. 3 Z.  
Diess ist ein Abdruck von der Platte des Monogramluisten  Bartsch 
VIII. p. 19. Das Zeichen desselben ist atisradirt, und das Dürer'sche 
an die Stelle gesetzt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die ursprüng- 
liche Jahrzahl 1527 in 1517 verwandelt. Der Meister HF. hat das 
Blatt wahrscheinlich nach einer Zeichnung von Dürer gefertiget. Es 
ist indessen noch zu bemerken, dass Heller in der Ueberschrift die 
Jahrzahl 15H setzt. 
4) Die Maria von zwei Engeln gekrönt, H. N0. 2'282. Sie sitzt 
mit dem Kinde auf einer Rasenbank, links reicht ihr ein Engel ein 
Gefäss mit Blumen, und vorn zu ihren Füssen spielt ein anderer die 
Zither. Ueber dem Haupte der Madonna halten zwei Engel die Krone. 
Unten rechts ist das Monogramm'mit der Jahrzahl 1507. H. 10 Z. 
H L. Br. 7 Z. 4 L.  Diese Darstellung ist in Federzeichnungsmauier 
auf weiches Metall geätzt, nähert sich aber, obwohl mit DÜPGIJS Mono- 
gramm versehen, nur in einzelnen Formen der Zeichnung dieses Meisters. 
Das Fremdartige, welches im Ganzen herrscht, berechtiget zu der An- 
nahme, dass das Monogramm von einem späteren Künstler ohne hin- 
länglichem Grunde auf die Platte gesetzt wurde. Heller glaubt, dass
        

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