Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547773
DÜRER. 
350. 
159 
der Fall ist. Wir haben beide Blätter verglichen, und möchten eher 
jenes von 1510 für das Original nehmen, wenn nicht überhaupt spätere 
Nachahmungen zu vermuthen wären. Eine Düreidschc Zeichnung liegt 
sicher zu Grunde, wie diess auch mit einer solchen Stahlradirung von 
1508 der Fall ist, welche Heller N0. 2275 beschreibt. Dieses Blatt 
zeigt links die hl. Anna in halber Figur, wie sie das liegende Christ- 
kind hält. Rechts blickt Maria mit gesenkten Augen betend auf das- 
selbe. Im Grunde ist eine einfache Landschaft, und rechts auf dem 
Berge bemerkt man ein Schloss. Links im Grunde steht Dürerls Zeichen 
mit der Jahrzahl 1508. Dieses Blatt hat im Machwcrk viel Aehnlich- 
keit mit den sogenannten Eisenradirungen, rührt aber sicher von einem 
Meister des 17. Jahrhunderts her, wie das Papier zu beweisen scheint, 
während aber zu den erwähnten Darstellungen des leidenden Heilandes 
von 1510 und 1515 altes Papier gewählt ist. Die Zeichnung der hl. Anna 
ist ohne Zweifel von Dürer, atiifallend ist aber, dass er erst 1519 ein 
Gemälde nach derselben, aber ohne landschaftlichen Grund, ausgeführt 
haben sollte. Ein solches war im Praun'schen Cabinet zu Nürnberg, 
und J. G. Prestel hat es für Lavateüs physiognomische Fragmente IV. 
S. 1405 gestochen. In letzter Zeit erwarb der Bildhauer und Kunst- 
händler Entres in München ein solches Bild bei der Auktion eines 
Ausschusses von Gemälden der k. Gallerie in Schleissheim, ein be- 
kannter Massen bereits viel bestrittenes Werk. Wie oben eine Copie 
des leidenden Heilandes von 1510 nach einem Blatte von 1515, so 
haben wir hier eine Radirung von 1508 und ein Gemälde von 1519, 
welches dem Dürer zugeschrieben wird. Dieses Zurückgreifen der Jahr- 
zahl ist aniifallend, und man möchte eher das Blatt späteren Datums 
für Wiederholung des älteren nehmen. 
Ä Das unter Nummer 22 gegebene Zeichen findet man auf 
einem Kupferstiche, welcher dem A. Dürer unterschoben ist. 
95744" Dieses Blatt stellt den Moses vor, wie er auf dem Sinai die 
Gesetztafelil empfängt. Baumäste bilden eine Einfassung, welche unten 
doppelt ist. Links in dieser steht die Jahrzahl 1524, rechts das Mo- 
nogramm. Im unteren Bande liest man: Domine da quod inbes quod 
Vis. H. 3 Z. 11 L.? Br. 3 Z. 3 L.?  Lorenz Strauch hat diese 
Darstellung radirt und gestochen, sich aber als Verfertiger nicht ge- 
nannt. Hauer versichert, Dürer habe die Zeichnung des Moses in 
grüner IParbe für das Gebetbuch des Nürnbergischen Consulenten Dr. 
Gärtner gefertiget. Letzterer starb aber schon 1508, was die Sache 
unwahrscheinlich macht. Auch verräth der Stich des L. Strauch nicht 
die Kunstweisc Dürerls, am wenigsten in der Einfassung. Es ist daher 
auffallend, dass Schober das Blatt dem genannten Meister selbst zuschreibt. 
Ueber die auf Holzschnitten vorkommenden Monogrammen ist unten 
in der betreffenden Abtheilung S. 173 gehandelt. 
Zusätze 
Zll 
den 
Werken 
V01] 
Bartsch 
und 
Heller. 
Kupfersliche. 
Biblische Vorstellungen und Heilige. 
1) Adam und Eva 1504, B. No.1. H. 9 Z. 2 L. Br. 7 Z. 1 L. 
 Ein ächtes Gemälde mit der Jahrzahl 1504 kennt man bisher nicht, 
und es scheint auch, dass Dürer die Zeichnung zuerst gestochen habe. 
Das bekannte Originalgeniälde, welches sich im Museum zu Madrid be- 
ündet, hat die Inschrift: Albertn Jürer Almann faciebat post Virginia 
parlum 1507. und das Monogramm. Heller (Leben A. Dürer's Il. i. 
S. 188) erklärt das Gemälde in Spanien für Copie nach jenem in der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.