Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547769
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DÜRER. 
350. 
Zweifelhaft bleibt es aber immerhin, ob das dem jungen Dürer zuge- 
schriebene Blatt (las Original der Copien ist, und ob nicht der Meister 
mit dem grossen verzierten A das Vorbild geliefert habe, nämlich Al- 
bert Dürer der Vater.  Die Madonna mit dem sogenannten Schmetter- 
linge gehört nicht zu den grossen Seltenheiten. Die Abdrücke scheinen 
erst nach Dürer's Tod gemacht werden zu seyn. H. 8 Z. 9 L. Br. 6 Z. 10 L. 
Ä Man findet das Zeichen N0. I9 auf einem Kupferstichc, welcher 
D- sechs Kriegsknechte vorstellt, von andern irfig lrVilhelm Toll, und 
noch öfters die Rauberbantle genannt, welche aber nicht mit Diebs- 
gedanken umzugehen scheint. H. 4 Z. 4 L. Br. 5 Z. 5 L.  Dieses 
schöne, fein gestochene Blatt legt Bartsch N0. 88 ohne Bedenken dem 
A. Dürer bei, G. v. Quandt l. c. 52 zählt es aber zu den unächten 
Werken des Meisters. Allein es ist vollkommen in der Weise desselben 
gezeichnet, hat aber im Machwerke etwas Abweichendes, was an das 
oben erwähnte Blatt der hl. Familie mit der Heuschrecke erinnert, aber 
in der Art, dass die Kriegsknechte mit viel grösserer Sicherheit ge- 
stochen, oder vielmehr mit der Schneidnatlel gearbeitet zu seyn scheinen. 
Dürer's gewöhnliche Stichweise liegt nicht darin, man kann aber zu- 
geben, dass er sich auch in einer anderen Manier versucht haben dürfte. 
Wir bemerken übrigens, dass sich auf dem Blatte nicht das Mono- 
ammgr 11 oder 18 befinde, wie aus Versehen in Quandtfs Verzeichniss 
angegeben ist.  
Ä Das Monogramm No. Z0 steht auf dem gestochenen Blatte, 
welches Bartsch N0. 93 „Les otfres CPQIIIOUPG, den Liebesantrag, 
nennt. Es stellt einen alten bärtigen Mann dar, wie er ein Mädchen 
umfasst, und dasselbe durch Geld willfiihrig machen will. Andere er- 
kannten darin Juda und Thamar, oder Berthold Tuchcr mit Anna Pfin- 
zing, der Mann gleicht aber eher einem Wilden, welcher im Walde 
zufällig eine Nürnbergerin getroffen hat. Auf Berchtold Tucher kam 
man wahrscheinlich durch ein Schwarzkuustblatt von G. Idennitzer, 
welches eine ähnliche Scene vorstellt. lm Rande steht: Quid facias 
Touchere? Crucem tibi iigere tentas? 8x0. Eine Darstellung dieser Art 
hat auch Granach gestochen. H. 5 Z. 6 L. Br. 5 Z. 1 L.  Dieses 
Blatt zählt G. v. Quandt l. c. S. 52 ebenfalls zu den uuächten Stichen 
Dürerls, und vielleicht noch mit mehr Recht, als wenn er die Kriegs- 
knechte aus dem Verzeichnisse streichen will. Das Blatt mit dem Liebes- 
Antrage ist noch feiner geschnitten, so dass es beim Vergleiche mit 
anderen Stichen Dürefs allerdings ein fremdartiges Ansehen gibt. Die 
Zeichnung ist indessen sicher von unserem Meister, und es ist auch 
kein hinreichender Grund vorhanden, ihm die Arbeit auf Kupfer abzu- 
sprechen. Er legte vielleicht geringen Werth auf die Platte, und liess 
sie desswegen unvollendet. Bei einer sorgfäiltigeren Durchführung würde 
Dürerls Charakter entschiedener hervortreten. 
mlyl o Das Monogramm, welches wir mit N0. 21 versehen 
haben, steht unten auf einem Blatte mit dem leidenden 
Heilande. Er sitzt mit entblösstem Oberleibe auf einem Steine, legt 
die linke Hand flach auf die Brust, und halt mit der rechten Geissel 
und Ruthe, welche kreuzweise gelegt sind. H. 4 Z. 2 L. Br. 2 Z. 7 L. 
 Heller, Leben des A. Dürer II. N0. 461 halt dieses Blatt für Copie 
einer gleichen Darstellung mit der Jahrzahl 1515, B. N0. 22. Bartsch 
glaubt, das Blatt von 1515 sei auf eine Zinnplatte geätzt, nimmt aber 
keinen Anstand, es für Original zu halten. Die sogenannte Copie von 
1510 hat in der Behandlung Aehnlichkeit, deutet aber auf ein härteres 
Metall, da in den späteren Abdrücken Spuren von Rostflecken sich 
zeigen, wie diese auch mit anderen Eisen- oder Stahlstichen Dürerls
        

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