Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547754
DÜRER. 
350. 
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auch Maler, und die genannte Zeichnung dürfte zur Ausführung auf 
Glas bestimmt gewesen seyn. Der Verfertiger arbeitete um 1530-1540. 
Ausser einigen Radirungen auf Eisen oder Stahl dürften auch Holz- 
schnitte nach seinen Zeichnungen unter den zweifelhaften Blättern von 
oder nach Dürer ihm angehören. Produkte dieser Art wurden erst 
später mit Dürer's Zeichen versehen. 
Das mit geringer Modifikation sich öfter wiederholende 
H lllonogramm N0. 14 findet man in dieser Grösse auf dem Blatte 
D mit dem Bildnisse des Philipp Melanchthon von 1526, B. N0. 105. 
H. mit der Sehrifttafel 6 Z. 6 L. Br. 4 Z. 6 L. 
Das Zeichen No. 15 mit dem verkehrten D steht auf dem 
 Blatte mit der Hexe auf dem Bocke, B. No. 67. H. 4 Z. 3 L. 
Br. 2 Z. 8 L.  Aus der Form des gegebenen Zeichens ist 
eine der Copien leicht zu erkennen. In dieser ist das 1) regelmassig gestellt. 
Das mit N0. 16 versehene Zeichen ündet sich auf dem 
Ä Blatte mit der Dame zu Pferd, B. No. 82. H. 4Z. Br. 2Z.10L. 
 Die Copie von Wierx könnte im alten Abdrucke vor dem Verlags- 
Zeichen des J. G. Visscher mit dem Originale verwechselt werden, da 
sie von derselben Seite genommen ist. Wierx hielt aber die Form des 
Monogramms nicht streng fest. Er stach den zweiten Schenkel des A 
in Einer starken Linie, während das Original zwei feine Linien zeigt. 
Das Monogramm No. 17 steht auf dem Blatte mit der kleinen 
Ä Fortuna, B. No. 78. H. 4 Z. 5 L. Br. 2 Z. 6 L.- Durch das 
Facsimile des Zeichens unterscheidet man die Copien mit leichter Mühe. 
Auf der sehr täuchenden Nachbildung ist das Zeichen etwas grösser, 
und der rechte Theil des Fussbodeus ist-durch eine gleich fortlaufende 
Strichlagc angedeutet, vxährend Dürer auch drei kurze Striche anbrachte. 
Auf einer anderen Copie ist das Monogramm verkehrt, und zwei wei- 
tere Copien zeigen das Monogramm in einem Täfelchen. 
m Das unter Nummer 18 gegebene, nach dem Original gezeich- 
nete hloilograrnm findet man auf einem von Bartsch No. 44 be- 
schriebenen Kupierstiche, welcher unter dem Namen der hl. Familie 
mit dem Schmetterlinge bekannt ist, was aber in so ferne unrichtig 
ist, als das Insekt keinem Schmetterlinge, sondern einer Heuschrecke 
gleicht. Bartsch glaubt, es sei diess eines der frühesten Blätter des 
Meisters, welches Israel von Meckenen, Marc Anton und der Meister 
mit dem grossen verzierten A No. 2 copirt haben, letzterer mit Hinzu- 
fügung eines Mönches. Diese Wiederholungen können aber nur in 
dem Falle Copien nach Dürer seyn, wenn dieser das Blatt als junger 
Mann in den neunziger Jahren des 15. Jahrhunderts gestochen hat. 
G. v. Quandt (Verzeichniss meiner Kupferstichsammlung S. 52) ist einer 
derjenigen, welcher dieses Blatt dem A. Dürer entschieden abzusprechen 
scheint, indem er erklärt, dass alle Blätter mit dem gegebenen Zeichen 
unächt seien. Anrlerivärts wird das fragliche Blatt als späteres Mach- 
werk eines frauzösisirenden Künstlers "erklärt, welcher den Stich des 
Meisters A von der Gegenseite copirt haben soll. Der Kopf des schla- 
fenden Joseph hat für Dürer allerdings etwas Ungewöhnliches. Das 
reiche Faltenwerk ist nicht so wohl verstanden, wie selbst in anderen 
der frühesten Blätter, und überhaupt die Zeichnung weniger bestimmt, 
als man es bei Dürer zu sehen gewohnt ist. Allein dieser Künstler 
erreichte bei allen Gaben die Meisterschaft doch nicht mit einem Sprunge, 
und somit könnte das Blatt immerhin zu seinen Erstlingen gehören, 
Die abweichende Form des Monogramms entscheidet nichts, indem er 
das gewöhnliche Zeichen erst nach 1500 angenommen haben könnte.
        

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