Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547494
297. 
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kennt nur die zweite Ausgabe ohne jenes Frontispiz: Scelta di disegni 
peri Studenti Pittori, fatti da Carracci ed intagliati da Agostino Car- 
racci. Es gibt auch noch eine dritte mit dem Titel: Scuola perfetta per 
imperare e disegnare tutto il corpo humane, canata dallo studio, e 
disegni di Carracci. Nouamente data alle stampe da Luigi Neri a Pi- 
azzo Nauona in Roma con lic. de Sup. Diese Ausgabe enthält nur 
47 Blätter, dann das Bildniss von Faloppio [B144], das des Sivello 
[B. 153], ein Bartsch unbekanntes Blatt der hl. Lucia von 1599, den 
Kopf eines Schreienden, verschieden von Bartsch No. 27 des Zeichen- 
buches, den hl. Branciscus von Assisi von Annibale Carracci [B. 6]. 
Das Verzeichniss von Bartsch in 81 Blättern ist ebenfalls nicht com- 
plet. Es fehlen mehrere Blätter, darunter das Bildniss einer Frau, 
und Kinderiigilren, welche zu den vorzüglichsten Bestandtheileil des 
Werkes gehören. Auch Copien gibt es. 
297. Annibala Garracci,_ Maler und Kupferstecher, geb. zu Bo- 
A C logna 1560, gest. zu Rom 1609. Der Vetter Ludo- 
 - A-c- vico's ist er mehr wie dieser als das Haupt der Schule 
[j 2 A C von Bologna zu betrachten, da er mit grösserer Ener- 
j 1   gie auf eine von der früheren verschiedene Richtung 
der Malerei hinarbeitete. Annibale und Ludovico waren bemüht, das 
Studium der Kunst auf feste Regeln zurückzuführen, und der Willkür 
der Manieristen durch bestimmte akademische Satzungen zu begegnen. 
Damit verbanden sie aber das Streben nach einer malerischen Wirkung 
von Licht- und Schattenmassen, nach einer allgemeineren Farbenwirk- 
ung, welche man den Ton eines Gemäldes nennt, und somit haben die 
Werke der Carraccischen Schule ein von jenen der früheren Meister 
verschiedenes, eigenthümliches Gepräge. Mannigfach thätig in den ver- 
schiedenen Fächern der historischen Malerei ist Annibale zugleich 
auch als der eigentliche Begründer einer selbstständigen Landschafts- 
Malerei in Italien zu betrachten, doch mit vorhcrrschendem histori- 
schen Elemente.   
Nur wenige Gemälde diirftenunit den Initialen A. C. bezeichnet 
seyn. Man findet sie aber auf einigen Kupferstichen, worin er die 
Nadel mehr anwandte als Agostino Carracci, welcher in der Kupfer- 
stecherkunst Epoche gemacht hatte. Letzterer ist dem Annibale in der 
Technik auch überlegen, dennoch aber sind die Blätter unsers Meisters von 
grosser Bedeutung, Belege der Geschichte der Malerei in Bologna, und 
der Ausbreitung dieser Schule. Wir werden aber auf Annibale noch 
öfters zurückkommen, da seine Blätter auf verschiedene Weise bezeich- 
net sind. Man liest auf solchen: A. C. I. F. , A. Carr., Am". fe, Am". in" 
Anjjn. F., Ani. Ca infa, Ani oder Ain". Cavz, Anib. Carr., und Carra. in. 
Die mit A. C. bezeichneten Blätter sind aber nicht alle von Annibale's 
eigener Hand. Vor allen sind die Radirungen des Marc Antonio Bel- 
lavia auszuschlicssen, welche ein späterer Herausgeber, angeblich V. Billy, 
theils mit A. C. bezeichnete, um sie als Werke des Annibale zu stem- 
peln. Monaldini veranstaltete eine neue Ausgabe von 38 Blättern, und 
fügte die Bezeichnung A. C. IN. bei. Auf anderen Blättern liest man 
gar: „0pera di Annibale Carracci". Hier folgen aber nur Blätter, auf 
welche A. Carracci mehr oder weniger Anspruch hat. 
i) [B. 4. p. 201.] Die hl. Jungfrau mit dem weissen Raben (au cor- 
beau blanc). Sie sitzt und umarmt das neben ihr stehende Kind, welcheg 
den im Vorgrunde gehenden Raben betrachtet. Rechts unten: A. C., 
links: J. Sud. exc. H. 6 Z. Br. 4 Z. 4 L.  Dieses schön radirte 
Blatt legt man dem A. Oarracci, und auch dem F. Brizio bei. Jeden. 
falls ist die Zeichnung von ihm. Bartsch zählt es zu den Blättern,
        

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