Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547396
285. 
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die Lichter aber weiss abstecken. Man kann unmöglich annehmen, 
dass Alles mit dem Bunzen bewirkt wurde. Die feineren Ausgänge zeigen 
aber ein Korn, welches eingebunzt ist. In dem nicht ganz fünf Linien 
breiten Unterrande, welcher durch Parallelen gebildet ist, liest man: 
Adm. Heuer. in Chfö. Patrj ac D. D. ANTONIO celcberr. Manager 
ad S.  Crucem Aug. Vind. Praepo. digniss." Inful." dTw suo dem. 
Has CHRI. l opt. max. et S. S. Apostel. efßg. nouo hoc in. aere. typi 
genere eflbr. l m!" obseru. ergö DDJ Franciscus Aspruck. B. 1601. 
Der Künstler spricht also in dieser Dedication von einer neuen 
Weise der Darstellung auf Kupfer, und würde sich somit, falls Alles 
mit dem Bunzen bewirkt wäre, als der Erfinder des sogenannten "Opus 
mallei" beurkunden. In der ganzen Behandlung zeigt sich aber so ent- 
schieden das Verfahren der Schabkunst, dass man die Blätter nur als 
eigenthürnliche Incunabeln derselben betrachten kann, und diess aus 
einer Zeit, in welcher Ludwig von Siegen noch nicht geboren war. 
Die Blätter des F. Aspruck haben das Ansehen von getuschten Zeich- 
nungen, mit theils weissen, theils in Ton überzogenen Gründen. Einige 
haben auch entfernte Aehnlichkeit mit den galvanographischen Blättern, 
während auf anderen die Kreidcmanier so auffallend hervortritt, dass 
man eigenthümliche Arbeiten dieser Art zu sehen glauben möchte. 
Auch in dieser Hinsicht würde er dem Jan Lutma vorangehen. 
2) Der hl. Petrus, stehend mit Buch und Schlüssel in der Linken, 
und mit der Rechten nach der links unten stehenden Tiara deutend. 
Er wendet den aufwärts gerichteten Kopf nach links. Hinter dem Brust- 
bilde, gerade über der ausgestreckten Hand hin, ist Schabton mit Wolken, 
und ansser einigen rechts einradirten Linien ist der weitere Grund 
weiss. Der Boden, auf welchem der Apostel steht, zeigt Hügel, Steine 
und Kräuter, und links ferne ein Haus. Alles ist geschabt bis auf die 
weissen Lichtstrahlen. Der Name des Apostels steht im weissen Nim- 
bus, oben links bemerkt man die Buchstaben A. C., rechts F. Q A. 
Die Nummer 2. ist rechts unten im Bilde, und im Rande liest man: 
Credo In Deum Patrem Omnipotentem Creatorem Coeli Et Terrae. 
H.4Z.3L. Br.2Z.7L. 
3) Der hl. Andreas, stehend mit dem Kreuze, welches er rechts 
mit beiden Armen halt, so dass er auch den Mantel darüber hinzieht. 
Der obere Theil des Grundes ist geschabt, mit leichten Wolken, der 
untere mit Querlinien überzogen. Der landschaftliche Boden zeigt Steine, 
und rechts Bäume auf dem Hügel. Der grösste Theil desselben ist 
durch den Schaber bewirkt, nur sind die Lichttheile nicht mehr ganz 
weiss, wie in den obigen Blättern, sondern durch einen leichten Ton 
und durch Punkte gedämpft. Links oben A. C., rechts F. O 4., links 
unten im Bilde N0. 3, und im Rande: Et In Iesum Christvm Filivm Eivs 
Vnvm Dominvm Nostrvm. Der Name des Apostels steht im weissen 
Nimbus. H. 4 Z. 6 L. Br. 2 Z. 7 L. 
4) Der hl. Jacobus, nach links schreitend, wie er den Stock mit 
beiden ausgebreiteten Armen vor sich hinhält. Auf diesem Blatte ist 
nur oben ein schmaler Wolkenstreifen eingeschabt, der Theil des Grundes 
bis an die Hüfte des Heiligen ist mit leichten Linien bedeckt, und die 
Partie über dem landschaftlichen Boden blieb weiss. Nach hinten er- 
heben sich vom Boden ab kleine Hügel, geschabt wie der Schlagschatten 
des Heiligen. Die Unebenheiten des übrigen Terrains sind nur leicht 
angedeutet, durch den Schaber und durch feine Punkte bewirkt. Die 
Lichtstellen sind weiss. Der Name des Apostels steht im weissen Nim- 
bus, links oben sind die Buchstaben A. C., rechts F. O A., und die 
Nummer Im. ist rechts unten. Im Rande: Qvi Conceptvs Est De Spiritv 
Sancto Natvs Ex Maria Virgine. H. 4 Z. 6 L. Br. 2 Z. 7 L.
        

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