Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547384
120 
285. 
Aspruck sein neues Verfahren nur auf Nebendinge ausdehnte, übrigens 
aber dem Grabstichel die Oberhand liess. 
Paul von Stetten hebt in seiner Kunst- und Handwerksgeschichte 
der Reichsstadt Augsburg S. 467 nur Aspruck's Giesskunst hervor, weil 
er Kunde hatte von in Silber und Bronze gegossenen Bildwerken, 
welche die älteren Gold- und Silberschmiede in den Handel brachten 
und auf Bestellung fertigten. Stetten iixirt die Thätigkeit des Giessers 
um 1603, kümmerte sich aber wenig um die Kupferstiche des Künstlers, 
deren doch in ziemlicher Anzahl vorhanden sind. Ueber seine Erfind- 
ung verlautet wenig; nur eine oberfiächliche Nachricht hatte sich er- 
halten, dass Aspruck 1601 eine Folge von 14 verschiedenen Blättern 
in Punzenmanier als Produkte einer neuen Erfindung ausgegeben habe. 
Man berücksichtigte aber Aspruck's Ansprüche von jeher nicht, da Jan 
Lutma als der Erfinder der genannten Manier gilt, was ebenfalls un- 
richtig ist, da sich ältere Blätter dieser Art finden, als jene des J. Lutma. 
Letzterer müsste sogar unserem Künstler weichen, da dieser älter ist, 
und die Priorität der Erfindung der Punzenmanier beanspruchen könnte, 
wenn es sich darum handeln würde. Diess ist aber nicht der Fall; 
Aspruck's Blätter sind als die Erstlinge der Schab- und Kreidemanier 
zu betrachten, und er konnte sich mit vollem Rechte Erfinder nennen, 
"da sein Verfahren so eigenthümlicher Art ist, dass die Blätter wirk- 
lich das Gepräge der Neuheit tragen, gesetzt auch, dass die Figuren 
grösstentheils mit dem Stichel bearbeitet sind. Ueber die eigentliche 
Behandlung verbreiten wir uns bei der Beschreibung der Blätter, welche 
die zwölf Apostel und den Heiland vorstellen, anscheinlich nach Zeich- 
nungen von B. Spranger, wenn nicht die Composition von Aspruck 
selbst herrührt, da er in Sprangens Weise auch Bilder in Oel gemalt 
haben soll. Der Künstler war jedenfalls Zeichner, da auch die übrigen 
voxi ihm gestochenen Blätter eine gewisse Einheit des Styls verrathen. 
Die Dedication des ersten Blattes gibt Zeugniss von seiner Erfindung. 
Wir kennen 13 Blätter, und nach der Angabe auf dem ersten kommen 
deren auch nicht mehr vor. Es mögen sich aber noch frühere Ver- 
suche dieser Art finden, da der Künstler wohl nicht mit einem Male 
zum Resultat gelangte. Die Folge der Apostel gehört zu den grossen 
Seltenheiten. 
Die Buchstaben A. C. stehen theils links, theils rechts oben, und 
diess ist auch der Fall mit den Initialen F. A. zu den Seiten einer zu- 
weilen leicht schattirten Kugel. -Die Bedeutung der Buchstaben A. C. 
ist uns nicht klar. Die Blätter sind dem Propst Anton vom hl. Kreuz 
in Augsburg dedicirt, und vielleicht wollte der Künstler denselben an- 
deuten. Die Buchstaben F.A. beziehen sich auf F. Aspruck. Wegen 
der veränderten Stellung derselben müssen wir unter F. A. auf diesen 
Artikel verweisen, da das folgende Verzeichniss keine Unterbrechung 
erleiden sollte. 
1) Der Heiland mit der Weltkugel und der Siegesfahne im falten- 
reichen Gewande, von vorn gesehen, aber nach rechts blickend. In 
dem weissen Nimbus ist die Umschrift: EGO SVM VIA VERITAS ET 
VITA. Links oben steht A. C., und an den letztern Buchstaben reicht 
das weisse Kreuz der Fahne des Heilandes. Rechts oben bemerkt man 
die Signatur F.QA., und rechts unten N0. 1. Höhe mit dem Rande 
4Z.6L. Br.2Z.7L. 
Der Grund dieses Blattes ist um die Büste nach unten im Halb- 
kreise schwarz, durch den Schaber bewirkt, und die Strahlen sind ein- 
radirt, so dass diese Linien die dunkleren sind. Weiter unten ist der 
Grund weiss, der landschaftliche Boden mit Steinen aber wieder ge- 
schabt, so dass die Schatten und die Steine theils schwarz erscheinen,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.