Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547361
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2804 
1281. 
schneider dieses Namens bekannt geworden ist. In Cöln lebte wenig- 
stens ein Maler Andreas Cortoys, welcher aber erst 1697 das Meister- 
recht erlangte. Der Meister Cortoijs des P.Bel1aim könnte auch fran- 
zösicher Abkunft seyn, und Courtois heissen. Maler dieses Namens 
lebten in allen Jahrhunderten, und somit könnte auch einer in Deutsch- 
land seinen Heerd gegründet haben. Einen um 1532 lebenden Email- 
maler Jean Courtoys werden wir unter den Initialen I. C. einführen. 
Ein anderer alter Maler nennt sich P. Oourteys. Beide sind Franzosen, 
und waren in Limoges thätig. Uebrigens wollen wir ebensowenig an 
einem Anton Oortoijs, als an einem Anton Courtoys festhalten. Erste- 
ren möge daher Paul Behaim verantworten, und wir wenden uns 
nun zu Bartsch. 
Dieser Schriftsteller erwähnt ein grosses Formschnittwerk in sechs 
Blättern, jedes 13 Z. hoch, und 9 Z. breit. Er sah kein vollständiges 
Exemplar, indem er die beiden letzten Blätter nicht beschreibt. Auch 
wir fanden dieses Formschnittes in keinem der vielen uns zu Gebote 
stehenden Catalogen beschrieben. Der Künstler stellte in allegorischer 
Weise das gerechte und ungerechte Urtheil vor, indem er den Richter 
in verschiedener Amtshandlung einführte. 
1) Der Richter weiset eine arme Frau zurück, während ihn die 
Börse des reichen Mannes besticht. 
2) Die Justitia, und ein Mann, welcher die rechte Hand zum 
Schwure erhebt. Rechts nach unten steht AC 154.9 auf einem an die 
Säule gehefteten Zettel. 
3) Der Richter im Schreiben begriffen, und vor ihm ein Weib mit 
dem Kinde auf dem Arme, welches die Unschuld vorstellt. 
4) Die Justitia als nacktes Weib auf dem Richterstuhle sitzend 
mit Schwert und Krone. Hinter ihr bemerkt man ein Weib, welches 
den Finger in eines der Eselsohren der nackten Richterin steckt, um 
sie taub zu machen für die Klagen der Unschuld. Links steht eine 
weibliche Figur mit der Waage, daneben aber scheint ein Mann fal- 
sches Zeugniss abzulegen. Gegen rechts sitzt der gerechte Richter auf 
dem Stühle, und dieser winkt der Unschuld herbei. 
Die Blätter 5 und 6 bleiben unbeschrieben. 
280. Andrea Gampana hatte zu Anfang des 15. Jahrhunderts in 
Modena als Maler Ruf, seine Werke scheinen aber fast 
alle verschwunden zu seyn. Lanzi schreibt ihm ein Ge- 
_ _ mälde mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Petrus 
Martyr zu, welches zu Anfang unsers Jahrhunderts im 
Landhause des Herzogs von Parma in Cclorno sich befand. Der ge- 
nannte Schriftsteller findet diese Bilder sehr graziös, und glaubt, die 
Buchstaben A.C , welche auf dem Gemälde vorkommen, auf Andrea 
Campana deuten zu dürfen. Es fragt sich aber, 0b für diesen "Meister 
ein sicherer Anhaltspunkt gewonnen werden kann, da authentische Werke 
von ihni fehlen. Die angeblich eben so schön colorirten, als graziös 
behandelten Scenen scheinen für einen um 1400 lebenden Künstler 
nicht wohl zu sprechen. 
231. Alexis Ooosemans und Adrian Glevenberg gehören zu den- 
jenigen holländischen Malern, welche in der 
A  ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts das so- 
.  genannte Stillleben mit Erfolg gepflegt hat- 
ten. Ersterer malte Blumen und Früchte, 
und verschiedene leblose Gegenstände. Bilder dieser Art sind mit AC 
1630  bezeichnet. Mit AC zeichnete aber auch A. Clevenberg. Er 
malte todtes Wild, Frühstücktische, Küchenstücke dcc. Diese Bilder
        

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