Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547237
259. 
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gen van Leyden de Voller, welcher 1498 zu Leyden geboren, und von 
O. Eugelrechtsen (Engelbertsz) unterrichtet wurde, in dessen Weise er 
anfangs biblische Darstellungen malte. Später folgte Claaszon der Rich- 
tung des Jan Schoorel und M. Heemskerk, und auch Franz Floris sah 
in ihm einen Kunstverwandten, da er die Verdienste des Aartje de Voller 
vor allen anerkannte, und den Meister von Leyden nach Antwerpen 
ziehen wollte, weil dieser dort in misslichen Verhältnissen lebte, und 
eine halbe Ruine bewohnte. Garl van Mander verbreitet sich ausführ- 
lich über Acrtgen van Leyden, und zählt mehrere Gemälde desselben 
in der genannten Stadt und zu Harlem auf, welche auch Rathgeber in 
den Annalen der niederländischen Malerei S. 262 zusammenstellt, mit 
Hinweisung auf die vielen Zeichnungen, die der Künstler für die Glas- 
rnaler um geringen Lohn fertigte. Von Kupferstichen, welche der 
Schüler des Cornclis Engelbrechtsen, oder ein jüngerer Aertgen Claessen 
von Leyden hinterlassen haben soll, hatte van Mander keine Kunde, 
was um so auffallender ist, da er bei Malern öfters von „Prentwerk" 
spricht. Nur von Prenten (Stichen) und dem "merk" des Allard Claas- 
zen (nach moderner Orthographie Clacssen) wusste er. 
Die Zeit, in welcher Aertgen Claessen jun. die vielen Blätter mit 
den gegebenen Zeichen geliefert hgen müsste, fällt von 1520-1555, 
diess ist aber gerade die Blütheze des Aertgen van Leyden, welcher 
als Schüler des C. Engelbrechtsen als der ältere bezeichnet wird, aber 
einem unbekannten jüngeren Acrtgen Claessen oder Claeyssen keinen 
Raum gestattet.  Der Monogrammist AC lebte höchst wahrscheinlich 
in Utrecht, denn der Name dieser Stadt kommt auf Blättern desselben 
vor. Aertgen van Leyden hielt sich daselbst nicht auf, und da ein 
gleichnamiger Sohn dieses Meisters nicht allein unbekannt, sondern 
auch der Zeit nach der Stecher der vielen Blätter mit dem Monogramme 
AC. nicht seyn könnte, so müssen wir den Acrtgen Claessen jun. dahin- 
gestellt seyn lassen. Elinige wollten indessen den Träger des Zeichens 
Anton Claessens nennen, wir ünden aber keinen Grund zu dieser An- 
nahme. Der Maler dieses Namens, dessen Uitheil des Cambyses in der 
Akademie zu Brügge die Jahrzahl 1498 trägt, kann es nicht seyn, da 
der Stecher noch 1555 thätig war. Selbst in dem Falle, dass die Jahr- 
zahl unächt ist, wie Schnaase glaubt, und das Werk einen Zeitgenossen 
des Franz Floris verrathen sollte, kann man für unsern Monogram- 
misten keinen Schluss ziehen. 
Die Engländer nennen diesen Meister AC. „0ld Collaert", bleiben 
aber den Beweis schuldig. Es lebte indessen um 1520-40 ein Kupfer- 
stecher Adrian Collaert, welcher der Alte dieses Namens ist, und auf 
welchen zwei andere folgten, wohl Sohn und Neffe; doch fehlt der An- 
haltspunkt, um ihn mit unserm Meister zu identiücireu. Einen alten, 
um 1540 blühenden Kupferstecher Adrian Collaert nennt auch Immer- 
zeel, De levens en werken 8m. I. 144, während ihm Alaert Claas, und 
Aertgen Claessen jun. unbekannt sind. Nur Aertgen van Leyden de 
Voller findet bei ihm als Maler eine Stelle. Dieses Schweigen von 
unserm Monogrammisten darf aber nicht dahin gedeutet werden, dass 
in den Niederlanden der Meister Alaert Claas aufgegeben ist. Immer- 
zeel scheint nur keine Kunde von ihm gehabt zu haben, so wie er 
auch die drei Adrian Collaert nicht unterscheidet. 
Der von G. van Mander erwähnte Maler Allard Claaszen scheint 
als gleichzeitiger Kupferstecher Berücksichtigung zu verdienen. Die 
Blätter, welche die verschiedenen Mouogrammen tragen, sind aber theils 
so ungleich, dass man versucht seyn könnte, zwei Stecher AC. anzu- 
nehmen, und dem alten Collaert einen Theil zu gönnen. Die Aus- 
scheidung wollen wir aber nicht übernehmen.
        

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