Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1547017
191 
1193. 
ist bereits gesagt, was über das Streben des Meisters zu wissen noth- 
wendig ist. Die oben gegebenen Wonogrammen kommen auf Kupfer- 
stichen und auf Blättern in schwarzer Manier vor, und auch die Initialen 
des Namens stehen auf chalcographischen"Erzeugnissen Blooteling's, 
theils allein, theils mit dem Beisatzc fec. oder sculp. Sein Werk ist 
sehr bedeutend, wir haben aber doch nur eine geringe Anzahl von 
Blättern mit dem Namenszeichen gesehen, so dass vielleicht das eine 
oder das andere der unter den Monogrammen genannten Blätter mit 
den Initialen bezeichnet ist. Hier machen wir auf Schabblätter auf- 
merksam, welche uns als mit AB. signirt angegeben werden. Das eine 
stellt den Amor vor, wie er zur Nachtszeit mit dem Lichte die geliebte 
Psyche besucht. Diese Scene gehört zu den etwas unsittlichen Dar- 
stellungen, kl. qu. 4. Das andere Blatt, eines der schönsten des 
Meisters, zeigt eine junge kräftige Frau nach rechts gewendet, _wie sie 
im Begriffe steht, das lange Haar zu verschneiden. Links sieht man 
Waffen angebracht, und daher könnte Semiramis vorgestellt seyn. Die 
Composition ist von einem italienischen Meister. H. 13 Z. 11 L. Br. 10 Z. 
191- Adrian Brouwer, Maler und Radirer, fand oben N0. 146 be- 
A reits seine Stelle, da er sich noch öfters eines Mono- 
AB gramms, als der gegebenen Initialen bediente. Die 
- 1 B Buchstaben A. B. fanden wir auf einem Gemälde, welches 
einen hässlichen Bauer mit dem Kruge vorstellt. Das zweite Zeichen 
steht auf einem Gemälde aus der Sammlung des Conferenzrathes F. C. 
Bugge in Copenhagen, welche O. J. Rawert 1829 beschrieben hatte. 
Dieses Bild zeigt einen alten bärtigen Bauer mit dem Glase auf einem 
Stuhle sitzend. A. B. pinw. liest man auf dem Stiche von J. Grons- 
veldt, welcher einen am Fasse schlafenden Bauer, und im Grunde einen 
pissenden Mann vorstellt, gr. 8. Ein anderes Blatt, die Büste eines 
Bauers mit Spitzhut enthaltend, ist oben mit A. B. bezeichnet, 8: Der 
Stecher ist unbekannt. 
Mehreres über diesen Meister, und ein Verzeichniss der Radir- 
ungen desselben, haben wir oben N0. 146 gegeben. 
 Unbekannter Maler, Welcher in Deutschland thätig war. Man 
AB f 1600 findet ein schön und zart radirtes Blatt, welches 
 ec-  den hl. Georg vorstellt, wie er den Lindwurm tödtet. 
Die Scene geht in einer öden Gegend mit Bäumen und Felsen 
vor, kl. fol. 
Dieses seltene Blatt könnte von Anton Boys aus Innsbruck her- 
rühren, welcher oben N0. 151 eine Stelle fand. Eine ähnliche Dar- 
stellung hat Caspar Rosenthaler in Schwaz gemalt, aber fast um hundert 
Jahre früher. Der Radirer von 1600 hat etwas modernisirt. 
193. Anton 39m1, Blumenmaler, war in der zweiten Hälfte des 
 17. Jahrhun erts thätig. In der Gallerie zu Hamptoncourt sind 
' Bilder von ihm, und auch im spanischen Museum findet man 
solche. Einige Gemälde tragen seinen Namen, andere die gegebenen 
Initialen. Bosman liess es aber bei den Blumen nicht allein bewenden; 
er malte auch historische Darstellungen nach Art der Basreliefs, und 
umgab sie mit Blumenkränzen. 
, Die Initialen AB. finden sich aber auch auf Blumenstücken des 
Ambrosius Breughel. Dieser Meister war der Vater des Abraham 
Breughel, des Neapolitaners, und lebte noch 1670 als Direktor der 
Akademie in Antwerpen. Abraham Breughel war ebenfalls Blumen- 
maler, und daher wird es nicht immer leicht seyn, die Bilder dieser 
Meister zu unterscheiden.
        

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