Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1556878
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wechselt, da letzterer sich desselben Zeichens bediente. Das Mono- 
gramm Bakhuyzems haben wir N0. 1870 gegeben, dabei aber nicht 
bemerkt, dass Blankhoff mit ihm concurriren kann. 
2589. Unbekannter Formschneider oder Maler, welcher in 
Rostock gelebt haben dürfte, da in den (laselbst von Ludwig 
ß Dietz gedruckten Büchern Blätter von ihm verkommen. Die 
Initialen seines Namens sind aber PB, nicht B I, wie man nach 
dem gegebenen Monogramme glauben möchte, indem das P nicht ge- 
hörig hervortritt. Es kommen aber auch Blätter vor, in welchen das 
Monogramm deutlich Pb zu lesen ist , und somit wird unser Meister 
auch unter letzteren Buchstaben eine Stelle finden. Wir machen aber 
vor Allem auf die interessante Schrift von Wiechmann-Kadow- auf- 
merksam: Die mecklenburgischen FOTmsfhtlßidßT des I6. Jahrhunderts. 
Schwerin 1858, 8. S. 9, wo über diesen Monogrammisten gehandelt 
ist, welchen mehrere mecklenburgische Kunstkenner mit dem Maler 
Peter Bökel aus Antwerpen identificiren wollten, wogegen Wiechmann- 
Kadow streitet, da unser Meister schon um 1518 thätig war, und 
Bökel erst 1563 nach Mecklenburg kam. Der Monogrammist PB 
scheint grösstonthcils in Metallstöeke gegraben zu haben. Seine 
Blätter sind wohlgelungene Nachahmungen der schönen Metallschnitte, 
welche wir in den französischen Gebetbüchern (Heures) aus dem 
Ende des 15. und dem Anfange des 16. Jahrhunderts bewundern. 
Sie haben wie jene gewöhnlich einen schwarzen Grund mit weisseu 
Punkten, und wenn auch die Zeichnung mitunter etwas schwach aus- 
fällt, so gehören sie dennoch zu den bessten Leistungen in jener Ma- 
nier (maniere criblee). Besonders gelungen sind die Randleisten mit 
einem phantastischen Gemenge von Figuren, Thiergestalten, architek- 
tonischen Verzierungen und Arabcsken. Für beide Seiten H. 4 Z. 
5 L., Br. 5 L.; unten Br. 2 Z. 5 L., H. 6 11.; oben Br. 2 Z. 2 L., 
H. bis 4 L. Diese Randleisten kommen zuerst in dem von Ludwig 
Dietz gedruckten Gebetbuche von 1522 vor, und wurden dann vielfach 
angewendet von Stephan Möllmann, welcher die Dietzischen Lettern 
erhielt. Von diesem Meister iindct man auch znrölf niedliche Vig- 
netten, welche in den Kalendern des Breviarium Hamburgense 1522. 
und in den Dietz'schen Gebetbüchern von 1526 und 1530 vorkommen. 
Zu jedem Monate gehört ein Blatt, welches in drei Felder getheilt ist. 
Das eine stellt die landwirthschaftliche oder häusliche Verrichtung 
des Monats, das andere das Bild des Thierkreises vor, und das mitt- 
lere enthält eine Arabeske. H. 1 Z. Br. 2 Z. 4 L. Das obige Mono- 
gramm ist zweimal eingegraben. 
In dem von Hans Walther zu Magdeburg gedruckten Gebetbuchc 
von 1534  kommen sehr gute Holzschnitteopien vor. Mehrere andere 
Blätter verzeichnet Wiechmann-Kadow. 
2599. Unbekannter Formschneider, welcher in Wittenberg ge- 
lebt haben dürft-e. Sein Zeichen fand Herr Harzen 
auf einem Holzschnitte, einem sogenannten fliegenden 
Blatte. In der Mitte mit Quadraten und doppeltem 
Randstriche sind zwei Paare am Tische mit Erfrisch- 
ungen, und umher läuft eine lange Inschrift: Ein schön 
Labyrinth etc. durch M. Johan Agri. Gedruckt zu Wittenbcrg, durch 
Gabriel Schnellboltz 1568. 30 September. fol. Jener Johann Agri ist 
Johann Agricola von Spremberg, welcher einige Jahre in Wittenberg 
lebte. Der Zeichner gehört der Schule des jüngeren L. Cranach an. 
Er ist wahrscheinlich auch der Formschneider, für welchen wir kei- 
nen Namen haben.
        

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