Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1556745
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2540. 
die grosse Fortuna, auch die Mässigung oder Pomona genannt, indem 
bei den Alten die Nemesis als eine stattliche Frau mit einer Stirn- 
binde (Krone, Diadem), und mit verschiedenen Attributen, einem 
Zaume, einem Masse des Cubitus, einem Zweige, einem Steuerruder, 
einer Waage, einer Schale u. s. w. abgebildet, und auch mit Flügeln 
versehen ist. Solche hat auch die sogenannte grosse Fortuna Diirer's. 
Der Meister gab ihr ebenfalls einen Zaum oder Zügel, und statt der 
Schale müsste er einen kelchartigen Becher beliebt haben. Haben 
wir nun die Fortuna in eine Nemesis verwandelt, so fällt die Er- 
klarnng weg, welche N0. 29 substituirt wurde. Uebrigens passt keine 
Vorstellung Dürer's mehr auf die symbolische Gestalt der Nemesis, 
als die genannte, und wir stimmen daher dem Herrn Ober-Baurath 
Hausmann vollkommen bei. Unabhängig von diesem kam auch Mr. 
W. H. Carpenter, der gelehrte Direktor des Print-rooms im britischen 
Museum , zu derselben Ansicht, und entwickelte vor kurzer Zeit im 
Athenaeum fast gleiche Gründe. Dass Dürer seine Nemesis nackt, 
und nicht in den schönsten Formen aufgefasst habe, und daher vom 
Geiste der Antike nicht durchdrungen war, möge man ihm, wie vielen 
anderen alten deutschen Malern, gefällig nachsehen. Auch wäre über- 
flüssig, die Stadt namhaft machen zu wollen, über welche der Meister 
die Nemesis hereinbrechen lässt. Die frühere Ansicht haben wir im 
Artikel Dürerls S. 166 zur Kenntniss gegeben. 
Der erste Entwurf mit der Feder zu diesem Kupferstiche befindet 
sich im britischen Museum. Ein Flügel ist besonders gezeichnet, und 
mit der äussersten Feinheit und Sorgfalt ausgeführt. 
Holzschnitte. 
4) Adam und Eva aus dem Paradiese vertrieben, N0. 56 unseres 
Verzeichnisses S. 176. 
Hinsichtlich der Schrafiirung des Rückgrates der Eva, welche im 
ersten, sehr seltenen Abdrucke vorkommt, bemerken wir, dass Herr 
Oberhaurath Hausmann nur nach sorgfältigster Vergleichung, und auf das 
Ansehen competenter Kenner hin, zu der Ansicht gekommen ist, dass 
die Abdrücke mit und ohne Schrafiirung von einer und derselben 
Platte stammen, so dass also die Holzplatte nur abgeändert wurde. 
Unsere Behauptung, dass der Schwung des Grates, wenn er nicht 
schon da sei, nicht gegeben werden könne, beruht auf der Aussage 
eines tüchtigen Xylographen, welchem eine solche Abänderung nicht 
möglich schien, wenn nicht wenigstens ein ganzes Stück eingesetzt, 
und die fehlenden Theile neu geschnitten würden. Ich habe nie einen 
Abdruck mit den Schraffirungen gesehen, und schlicsse mich daher 
an Hrn. Hausmann an, da unter solchen Verhältnissen der Einsatz 
eines neuen Rückens nicht wohl denkbar ist. 
5) _Cain erschlägt den Abel. Mit dem Zeichen und 1511. B. No. 1. 
H.4Z.4L. Br.3Z. 
Diess ist eines der seltensten Blätter des Meisters.  Bei 
Weigel 20 Thlr. 
6) Der leidende Heiland, und die ihn verehrende Mutter unter 
einem reich verzierten Portale stehend, ersterer rechts. H. 9 Z. 6 L. 
Br. 9 Z. 8 L. 
Dieses Bartsch und Heller fehlende Blatt beschreibt Weigel im 
Kuust- Catalog N0. 21,487. 
7) Junges nacktes Weib mit Schloss am Gürtel, wie es von zwei 
neben ihm stehenden bekleideten Männern Geld nimmt. Oben sind 
drei mit a. b. c. bezeichnete Bänder mit Inschriften: Gelt und gut
        

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