Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1556736
2540. 
1055 
ansgingen. Wenn daher bei dem Bildnisse des Cardinals Albert von 
Mainz N0. 47 S. 171 angegeben ist, dass ein Abdruck auf Atlas, wel- 
cher um 6 Thlr. wegging, nicht entsprochen haben müsse, so können 
auch andere Verhältnisse obgewaltet haben. Dem Vernehmen nach ist 
der Abdruck sehr schön, und nur die vorgefasste Meinung einer ge- 
wissen Autorität kann dem gegenwärtigen Besitzer des Blattes zu einem 
Schatze seiner Sammlung verholfen haben. Die Exemplare auf Seide 
sind den schönsten Abdrücken auf Papier mit dem Kruge gleich zu 
schätzen, wenn sie des Stoifes wegen auch nicht die gleiche Schärfe 
haben können. Die Abdrücke auf Atlas sind ehrwürdige Vermächt- 
nisse des grossen "Meisters. 
 Kupferstiche.  
1) Adam und Eva, No. 1 unseres Verzeichnisses S. 159.  1m 
brittischen Museum ist nach Hausmann, Naumannhs Archiv IV. S. 31, 
ein Probedrnck der unvollendeten Platte von bewnnderungswürdiger 
Frische und Kraft. Es sind meist nur die Conturen auf das aller- 
feinste umrissen. Vollendet ist links der Hintergrund, das linke Bein 
des Adam, oben der Vogel und die Schlange daneben. 
2) St. Hieronymus, No. 22 unseres Verzeichnisses S. 165.  Im 
brittischen Museum ist nach Hausmann l. c. 31 ein Probedruck vor 
dem Monogramme, von einer Wärme und malerischen Wirkung, welche 
den schönsten Werken des Rembrandt nahe verwandt ist und von 
keinem derselben übertroffen wird. Wir haben in unserm früheren 
Artikel l. e. die Vermuthnng gewagt, dass das ltfonogramm von Dürer 
nachträglich eingeätzt worden sei, was durch den erwähnten Abdruck 
im brittischen Museum Bestätigung findet. Die Abdrücke vor dem 
Monogramme sind aber ausserst selten. Jener des genannten Museums 
stammt aus der Sammlung des BaronVerstolck von Seelen und kostete 
100 .6. Ein sehr schöner Druck mit dem Monogramme, und mit breitem 
Rande aus derselben Sammlung galt nur 36 .16. Fast noch trefflicher 
ist aber das Exemplar des Herrn Cornill d'0rville in Frankfurt am 
Main. Abdrücke solcher Art sind gegenwärtig gezahlt, und scheinen 
überhaupt nie zahlreich gewesen zu seyn. Häufiger sind die schwächeren 
Abdrücke, in welchen zuweilen das ltlonogramm wie nachgekrazt erscheint. 
3) Die Nemesis, nachgewiesen als das Blatt No. 77 bei Bartsch, 
d. h. die grosse Fortuna, No. 29 unseres Verzeichnisses S. 166. 
Diesen interessanten Nachweis liefert Herr Oberhaurath Hausmann 
in Dr. Nanmanms und WeigePs Archiv für die zeichnenden Künste 
II. S. 92. Für DÜYGWS Nemesis wird fast in allen neueren Verzeich- 
nissen das von Bartsch VII p. 93 No. 79 beschriebene Blatt genommen, 
welches einen auf dem Löwen sitzenden Mann mit Schwert und Waage 
vorstellt. Bartsch erkannte darin die Gerechtigkeit, stellt aber die 
Frage auf, ob dieses Blatt dasjenige seyn möchte, welches Dürer mit 
dem Namen der Nemesis bezeichnet habe? Heller II S. 466 No. 69 
belegte ohne Weiteres diesen Knpferstich mit dem Namen Nemesis, 
und beruft sich auf das Tagebuch des Meisters, in welchem dieser den 
Mann auf dem Löwen selbst Nemesis benannt haben sollte. Dieses 
verhalt sich aber nicht so. Dürer bezeichnet die Vorstellung der Ne- 
mesis nicht genau, sondern zahlt sie stets nur neben anderen Haupt- 
Blattern auf, speciell neben solchen auf halben Bogen. Der Nlann auf 
dem Löwen gehört aber zu den kleinen Blättern, indem der Stich nur 
3 Z. 11 L. hoch und 2 Z. 10 L. breit ist. Dieser kann also nicht 
gemeint seyn, und da die Nemesis immer als weibliche Figur vorkommt, 
so fragt es sich, welches von den grossen Blättern zu der Bezeichnung 
Nemesis geeignet sei. Hausmann verfiel auf das Blatt No. 77, bisher
        

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