Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1556729
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2540. 
nicht aus, dass es Dürer auch zum Abdrucke früherer Platten ver- 
wendet habe. Es kommt die Darstellung von Adam und Eva B. 1, 
St. Eustach B. 57, die Madonna mit dem Wickelkinde B. 38, der 
Traum B. 76 und das Wappen mit dem Hahn B. 100 auf dieses Papier 
vor. Herr Hausmann besitzt mit Ausnahme von B. 1 seltene Exem- 
plare dieser Art. Der Abstand der Drahtlinien oder der weissen Rippen 
dieses Papieres, welchen ich zu ungefähr 1 Z. 3 L. angab, ist nicht 
genau gemessen. Herr Hausmann hat bei zahlreichen Nachmessungen 
nur eine Entfernung von 123:; bis 13514 Pariser Linien gefunden. Ich 
habe vielleicht zuweilen in meinen früheren Aufzeichnungen, welche 
ich nicht mehr controliren konnte, nach den Drahtlinien allein das auf 
Segmenten fehlende Wasserzeichen des Papiers bestimmt; durch Herrn 
Oberbaurath Hausmann belehrt, sehe ich aber jetzt ein, dass diess nicht 
wohl thunlich ist, indem die Entfernung der Drahtrippen von einander 
oft nicht gleich ist, da. der Siebmacher kein bestimmtes Intervallum ein- 
hielt. Mein Gewahrsmann fand auf einem und demselben Bogen 
manchmal Abweichungen um 1 Linie und mehr. Nach seiner Erfahrung 
sind aber bei den feinen Papieren, welche Dürer zu seinen Kupfer- 
stichen wählte, die Drahtlinien des Papieres mit dem Kruge die 
schmaleren; denn sowohl bei der hohen Krone wie bei dem Ochsenkopf 
fand er nie unter 13 Linien, am häufigsten 133]. und 1451;, sogar 
 Pariser Linien Entfernung. Bei den vielen durch seine Hände 
gegangenen Exemplaren der Kupfersich-Passionen kam ihm niemals 
der Krug als Wasserzeichen vor. Die schönsten Abdrücke derselben 
haben in der Regel den Ochsenkopf, namentlich solche mit breitem 
Rande. Wenn aber dieser, wie so häufig, fehlt, bemerkt man nur ein- 
zelne, oft kleine Theile, da Dürer nach seiner Angabe vier Platten 
auf einen Bogen drucken liess. Bei anderen sehr schönen Abdrücken, 
welche aus den Niederlanden stammen, wo sie Dürer auf seiner Reise 
verkauft haben dürfte, fand Herr Hausmann die hohe Krone ohne 
Lilie, doch etwas kleiner als die oben bezeichnete. Bei sehr egalen 
und klaren, aber doch noch schönen, wenn gleich nicht sehr schwarzen 
Abdrücken, wie z. B. in dem Exemplare mit breitem Rande des k. Ca- 
binets in Berlin, zeigt sich nach Hausmann das Wasserzeichen des 
Globus mit Strich und Stern darüber. Dasselbe Zeichen bemerkt man 
auch in sorgfältigen Abdrücken der kleinen Ilolzschnitt-Passion mit 
Text. Das Papier mit dem Globus ist neuer, als die Papiere mit den 
oben erwähnten Zeichen, man muss aber doch annehmen, dass es von 
Dürer selbst noch benützt wurde, da er die Passion mit Text ver- 
kaufte. Die alten, untadelhaften Abdrücke ohne Text im k. Cabinet 
zu München haben kein Wasserzeichen. Es fehlt auch der Titel, in 
welchem vielleicht ein solches zu bemerken ist. Das Titelblatt muss 
überhaupt sehr früh abhanden gekommen seyn, da es selbst in schönen, 
alt eingebundenen Exemplaren ohne Text fehlt. Das von mir N0. '36 
S. 170 angegebene "Wasserzeichen eines Dreiecks mit verlängerten 
Seitenschgnkeln virill ich nicht mehr vertlieidigen, da, wie oben nach 
Hausmann bemerkt, die Vorstellung des auf der Ofenbank schlafenden 
Mannes B. 76 in schönen Abdrücken oft mit dem Ochsenkopfe vor- 
kommt. Das muthmassliche Dreieck ist vielleicht der untere Theil 
des grossen Ochsenkopfesy welcher auf kleinen Blättern nicht selten 
allein sichtbar ist. 
Hinsichtlich der Abdrücke auf Atlas kann ich die von Direktor 
Schorn in Berlin aufgestellte und von Vielen getheilte Meinung, dass 
dieselben in einer späteren Zeit, oft lange nach Dürer gemacht waren, 
nicht theilen. Ich glaube mit Heller u. A., dass diese Abdrücke von 
Dürer's Hand kommen, und von diesem grösstentheils als Geschenke
        

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