Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546902
159 
160. 
findet man auf den seltenen Radirungen des Meisters, welche nicht in 
den Peintre graveui" aufgenommen sind: 
1) Die kleine Heerde. In Mitte der Landschaft ist eine Ziege und 
ein Zicklein, die erstere stehend vom Rücken gesehen, das andere 
liegend nach links gerichtet. Links in einiger Entfernung liegt eine 
Kuh an der Mauer, welche sich gegen die Mitte des Blattes hinzieht. 
Gegen rechts steht der Hirt in einen Wamms von Schaaffell gekleidet, 
und sttitzt sich auf den Stock. Im Grunde rechts erheben sich Berge, 
und unten steht der Name des Meisters, die Buchstaben AB wie No.2 
verbunden. II. 6 Z. 3 L. B124 Z. 10 L.  Dieses sehr seltene Blatt wurde 
bei der Auktion der Sammlung des Grafen Fries in Wien mit 40 d. bezahlt. 
2) Der durchwadete Bach. Links beim Felsen geht der Hirt mit 
zwei Ochsen, drei Sehaafen und einer Ziege durch das Wasser. Ihn 
begleitet dastWeib, welches vom Rücken gesehen ein Bündel tragt. 
Rechts vorn auf einer Erdzunge steht der Hund. Im Mittelgrunde 
kommt ein Mann und ein Weib auf dem Esel den Hügel herab, und 
hintendrein folgt die aus einer Kuh und vier Sehaafen bestehende Heerde. 
In Mitte des Hintergrundes erhebt sich ein hoher Berg, und rechts 
vorn steht der Name, wie oben gegeben. I-I. 8 Z. 6 L. Br. 11 Z.  
Nach R. Weigel (Kunstkatalog N0. 12,038) ist diess das bedeutendste 
Blatt des Meisters, welches er im fünfzehnten Jahre gearbeitet hat. 
Es ist in Berghetms und Itomeynis Manier behandelt. Weigel macht 
zuerst auf dasselbe aufmerksam, und halt es für ein Unicnm. 
3) Landschaft mit einer Schmiede, sehr seltenes Blatt, welches im 
Catalog Robert-Dumesnil p. 10 ohne Massangabe erwähnt wird. 
159. Unbekannter Meister. Sein Zeichen schreibt Brulliot 1. No.87 
ß Jf herkömmlicherWeise dem Abraham Casembrodt zu, und Heller, 
 Monogn-Lex. S. 5, fügt bei, dass auch ein Maler, Namens 
Brinhauser, desselben sich bedient habe. Wir fanden dieses Mono- 
gramm auf einer seltenen und schönen Radirung, welche ein Segel- 
schiff, und links Christus auf den Wogen des Meeres vorstellt. Der 
Verfertiger ist weder A. Casembrodt, noch Abraham Blooteling, am 
wenigsten aber ein obscurer A. Brinhanser. Der Meister AB scheint 
mit dem Träger des folgenden Zeichens Eine Person zu seyn. 
160- Arnold Blom, oder ein unbekannter Maler aus der ersten 
Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sein Zeichen legt man 
ß ß f gewöhnlich dem Marinemaler Abraham Casembrodt 
1 ' oder Kaesembrodt bei, allein die Blätter, auf welchen 
sie vorkommen, stimmen nicht n1it Casembrodüs Radirungen. Letzterer 
gab eine Folge von 1B Ansichten sicilianischer Seehäfen heraus, unter 
dem Titel: Urbis Messinae ejusdemque maris portuum et naviunl pro- 
spectus. Abramo Casembrot del. et inc., qu. 4, und kl. qu. 4. Auf 
diesen Blättern steht theils der Name: Abramo, theils Abramo C. in. 
et fecit. Auch die Ahbreviatur Abr. in. et 11, oder noch kürzer A. b. C. f. 
findet man auf solchen Radirungen. Kein Blatt ist mit obigem Zeichen 
versehen. Wir vermuthen daher unter diesen Monogrammen den Ma- 
rinemaler Arn. Blom, welcher zu Anfang des 17. Jahrhunderts thätig 
war. WVir kennen ein stark radirtes seltenes Blatt von diesem Meister, 
welches die Seeschlacht der Engländer und Holländer am Flusse Hatten 
vorstellt. Links oben steht: Disegno dellüngresso Habruccia  und 
unten links: Arn. Blom del. et fec., qu. fol. Auch die Blätter mit 
obigem Zeichen sind geistreich, mit starker Nadel radirt, und kräftig 
geätzt, weichen aber doch in Etwas von dem Blatte des A. Blcm ab. 
Frenzel, Catalog Sternberg III. 3137  38, schreibt dem Meister 
mit dem ersten Zeichen vier Blätter zu, darunter sind aber jene N0. 3138
        

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