Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1546873
1521 
153. 
152. Abraham Bosse, Maler, Architekt, Zeichner, Radirer und 
Kupfcrsteeher, wurde gegen 1600 zu Tours geboren, 
1B und war daselbst 1622 bereits ausübender Künst- 
5 1er. Ein Blatt, welches die hl. Jungfrau mit dem 
Kinde vorstellt, ist bezeichnet: A. Bosse fe A TOVR 1622, kl. 8. Im 
Jahre 1623 (lürfte er sich zu Paris niedergelassen haben, da er mit 
dem daselbst verweilenden italienischen Maler T. de Francini in Be- 
rührung kam. Von dieser Zeit an entwickelte Bosse als Kupferstecher 
und Kunsthandler eine ausserordentliche Thatigkeit, indem sich seine 
Blätter auf wenigstens 950 belaufen. Anfangs stand er mit Melchior 
Tavernier in Verbindung, im J'ahre 1633 hatte er aber einen selbst- 
ständigen Laden „en la vieille rue du Temple, proche la fontaine a. 
 l'image N". Dame." Von 1631-1659 war sein Vcrlagslokal „en Pisle 
du Palais au coin de la rue de Harlay s. la rese rouge," und: „sur le 
quay vis a vis celuy de 1a Megisserie." Im Jahre 1678 starb der Künstler. 
A. Bosse hintcrliess mehrere trefHiche Werke, worunter jene, welche 
sich auf die Geschichte, und die Sitten und Gewohnheiten seiner Zeit 
beziehen, von grossem Interesse sind. Er zeichnete alle merkwürdigen 
Ereignisse in Paris, und richtete ein besonderes Augenmerk auf die 
Moden der verschiedenen Stände. Ludwig XIII. unternahm keine wich- 
tige Handlung, welche Bosse nicht im Stiche verkündet hatte, kein Fest 
zu dessen Verherrlichung ging ihm vorüber, ohne es im Bilde festzu- 
halten. Eben so begeisterten ihn die ersten Regierungsakte des Königs 
Ludwig XIV. Mr. Ch. le Blanc, Manuel de PAmateur d'Estampes I. 
p. 470 ff. verzeichnet 923 Blätter von A. Bosse. Eines Mouogramms 
bediente er sich nur selten. Das erste Zeichen findet man auf vier 
Blättern nach Jacques Bellange von 1622, welche M. le Blanc N0. 761 
 764 unter dem Titel: „les Bergeres" beschreibt. H. 175 m. Br. 95 m. 
Das zweite lllonegramni, welches Ch. le Blaue zuerst gibt, steht auf 
einem topographischen Blatte nach T. de Francini, betitelt: St. Germain 
en Laye en la premiere gallerie des Grottes -1623. Bosse stach nach 
T. de Francini auch die Ansicht der Fontaine des Merkur, und die 
Grotte des Orpheus zu St. Germain en Laye.  
A. Bosse besitzt auch das Verdienst, über die Manier des Kupfer- 
stechens und des Aetzens, überhaupt über die technische Behandlung 
dieser Kunst ein reiches, und in der Originalaufiage jetzt seltenes Werk 
geschrieben zu haben: Traite des manieres de graver en taille douce 
sur Pairin, par le moyen des eaux-fortes et des vernix durs et mols dm. 
Avec (8) tigures. Paris 1645, 8. Später erschienen: Sentiments sur la 
distinction des diverses manieres de Peinture, dessin et graueure, et 
des Originanx diauec leurs copies 8m. Paris 1.649, 12. Ein einschlägiges 
Werk bilden 44 Blätter unter einem Titel, welcher den Genius der 
Malerei vorstellt, wie er der hilinerva opfert. Diese Blätter dienen zur 
Kenntniss der verschiedenen Manieren zu Zeichnen und zu Malen. 
Einige sind mit dem Monogramme versehen. 
Dieser Artikel berichtiget und ergänzt jenen im Künstler-Lexicon. 
153. Antonio Balestra, Maler und Radirer von Verona 166611-1740. 
 Dieser Meister welcher erst im 21. Ja re bei 
ß "MA jÄBJÄ ß A. Bellucci Unterricht nahm, und dann unter 
C. Maratti reissende Fortschritte machte, gehört zu den talentvollsten 
Künstlern seiner Zeit. Seine Gemälde sind zahlreich, und darunter 
viele durch Stiche von P. Monaco, J. Baron, Orsolini, P. A. Pazzi, 
G. A. Urbani, J. Frey, G. B. Buratto, F. Bartolozzi, A. de] Agaia, 85g, 
bekannt. Pietro Rotari hat mehrere Blätter nach ihm geistreich radirt, 
Monogrammisten. 10
        

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