Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1556048
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2365. 
Claude Corneille vindicirt, auch das unähnliche Bildniss des Königs 
Franz I., welches in späteren Ausgaben der Portraitsammlung durch 
ein getreueres ersetzt wurde. Zur Herausgabe jener Königsbildnisse 
bewog ihn wahrscheinlich ein früheres Werk mit Holzschnitten von 
Jean Bouchet, welches unter folgendem Titel erschien: Les ancicnnes 
et modernes Genealogies des Ro-ys de france o! mesmemcnt du Boy Phara- 
mond. Aucc leurs Epitaphes et Effigies. Poiclicrs, le 27 nouembrc 1531, 4. 
Dieses Buch enthält die Bildnisse der 57 ersten Könige von Frank- 
reich, welche auch in Ausgaben von 1537 und 1545 vorkommen. Der 
Meister C C stach die Bildnisse der Könige Pharamond, Olodion, 
Clovis I. und Glotar II. genau von der Gegenseite in Kupfer nach, 
die Bildnisse von Meroväius, Ohildebert I. u. II., Clotar 1., Charibert, 
Chilperic 1., Dagobert I., Charlemagne, Charles le Chauve, Louis 
d'Outren1er, Henry I. und Louis XII. dienten ihm nur zu Studien, da 
die meisten Portraite sowohl nach den Gesichtszügen, als nach dem 
Costüme ohnehin der Phantasie angehören. Alle anderen Bildnisse 
seiner Sammlung sind aber nach neuen Zeichnungen gestochen, und 
die Vorbilder waren in der Sammlung des Meisters Corneille in 
Lyon zu finden. 
Corneille muss aber von 1546 an, seit dem Erscheinen der Epi- 
tomes des Roys 8220., die Sammlung bedeutend vermehrt haben, indem 
die Königin Catharina de Medicis im Hause des Künstlers nicht nur 
ihr eigenes Jugendbildniss, sondern auch die Portraite ihrer Prinzes- 
sinnen sah. Sie selbst konnte auf solche Weise nur gegen 1550 ge- 
malt worden seyn, und die Bildnisse der Prinzessinnen Töchter musste 
Oorneille wenige Jahre vor dem Besuche der Königin nach Original- 
Portraiten copirt haben, da sie die Königin und ihre Begleiter so 
ähnlich fanden. Bei dieser Gelegenheit machte der Herzog von Ne- 
mours der Mutter grosse Schmeieheleien wegen ihrer Schönheit, und 
wer wissen will, was er gesagt, und die Königin geantwortet hat, lese 
entweder die Memoiren des Brantome nach, oder den Auszug bei M. 
de Laborde 1. c. p. 77. Der Besuch der hohen Herrschaften in Lyon 
fand gegen 1570 statt, und Felibien muss daher mit seinem Cornel 
Corneille im Irrthum seyn, oder es handelt sich vielmehr um einen 
ganz anderen Künstler, da er diesen 1554 im 51. Jahre sterben lässt. 
Allein er spricht deutlich von dem Besuche der Königin Catharina 
mit ihren Töchtern im Hause des Meisters Corneille, und beruft sich 
auf Brantöme. Wenn Felibien ferner sagt, dass C. Corneille unter 
der Regierung Franz 1., Heinrich II. und Carl IXQ gearbeitet, und 
eine Menge von Bildnissen gemalt habe, so könnte man auch glauben, 
die Portraite dieser Fürsten und ihrer Angehörigen seien nach dem 
Leben gemalt; allein das erwähnte Bildniss des Königs Franz fallt 
in eine Zeit (1514), in welcher Corneille wohl noch ein Knabe war, 
und dass er in Seiner Sammlung dem allergrössten Theile nach nur 
Copien von anderen Gemälden besass, hat Graf L. de Laborde wohl 
zur Genüge bewiesen. Uebrigens sind seine Copien von höchstem 
Interesse. Die von ihm gestochenen Portraite der französischen Könige 
dienten allen späteren Werken dieser Art zur Grundlage. Robert- 
Dumesnil l. _c. p. 10 verzeichnet mehrere Bücher, welche von 1562 
bis 1613 in Frankreich mit solchen Bildnissen erschienen sind. Sie 
enthalten alle Holzschnitte nach den Stichen des Meisters CC von 
Lyon. Das Monogramm desselben steht jedoch auf den Holzschnitt- 
copien nicht. Zuweilen aber iindet man es auf dem Blatte mit dem 
Bildnisse des Königs Pharamond, in Copie nach einer Copie. Das 
zierlichste Werk, welches durch Inspiration des Epitome des Meisters 
Corneille entstanden ist, sind die Effigies regum Francorum omnium.-
        

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