Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1555854
2315. 
967 
2315. oomelis B05 oder Bus, auch C. van den Bosch genannt, 
er B wurde um 1510 zu s'Bosch in Holland, oder nach 
anderen 1506 zu Bois-le-Duc (Herzogenbusch) ge- 
"J 5  boren. Wie der alte Ieronymns Agnen von Herzogen- 
1 busch, so hat Cornelis Jedenfalls den Beinamen von 
8B 1 G3 seinem Geburtsorte, und er gehört sicher zu jener 
zahlreichen Künstlerfamilie, deren Mitglieder ausser Bos, Bus, Bosch, 
Bosche sich auch Sylvius nannten. Cornelis _Bus war Maler, oder 
sicher Zeichner. Er kam in jungen Jahren nach Italien, und übte 
sich da unter der Leitung des Marco di Ravenna im Kupferstechen, 
einer Kunst, welche ausschliesslich sein Andenken erhalten hat. Damit 
sei aber nicht gesagt, dass Cornelis Bos zu den vorzüglichen Meistern 
seines Faches gehört. Er _steht im Gegentheile ziemlich tief unter 
M. di Ravenna, und selbst unter seinem Zeitgenossen Enea Vico, welcher 
entschiedenen Einfluss auf ihn übte. Seine in einer trockenen Manier 
behandelten und eifektlosen Blätter sind ziemlich zahlreich, theils nach 
Rafael, Michel Angela, Giulio Romano, Gio. da Udine, Polidoro, 
L. Lombardns, Martin Heemskerk, Franz Floris, theils nach eigenen 
Zeichnungen gestochen. Die meisten erschienen in Rom, wo er einen 
Kunsthandel trieb, so dass mehrere Blätter mit seinem Zeichen viel- 
leicht nur als Verlagsartikel zu betrachten sind. Unter N0. 29 des 
folgenden Verzeichnisses ist auch ein Holzschnitt beschrieben, welcher 
nach dem auf demselben stehenden Monogramme zu urtheilen von 
C. Bos selbst, oder aus seinem Verlage herrühren muss. Zu seinen 
frühesten Blättern gehört das jüngste Gericht, welches mit dem Mono- 
gramme und der Jahrzahl 1530 versehen ist. Nach 1564 dürfte der 
Künstler nicht lange mehr gelebt haben. Zu seinen schönsten Blättern 
gehören unstreitig jene in der Weise der deutschen Kleinmeister. Sie 
lassen in der Behandlung sogar auf eine andere Hand schliessen, 
wenn es denkbar wäre, dass zwei Künstler zu derselben Zeit sich des- 
selben Zeichens in Rom bedient hätten. In einem Auktionskataloge 
von 1854 ünden wir solche kleine Blätter auch wirklich einem Camillo 
Bos zugeschrieben, wir können aber darauf nicht eingehen, da uns 
kein Blatt mit diesem Namen vorgekommen ist. Die Familie der Bos 
zählte indessen mehrere Kupferstecher, und darunter zwei, welche in 
Rom unserm Meister nahe standen. Ein Balthasar Bos stach 1553 
das Urtheil des Paris nach Perino del Vaga in gr. qu. fol. Er ist 
jener Balthasar Sylvins, der als Stecher und Verleger eines grossen 
Blattes nach Franz Floris 1555 sich nennt. Es stellt das Opfer des 
Noah nach der Sündliuth vor. Mit "Geil. Sylvia: Busc. coelator" ist 
eine Copie nach Marc Anton bezeichnet, B. N0. 23. Dieses Blatt stellt 
Christus im Hause Simon's des Pharisäers vor. Vielleicht arbeiteten 
diese Künstler für einen gemeinschaftlichen Verlag, und Cornelis Bos 
mag an der Spitze des Unternehmens gestanden seyn. 
Fast alle Blätter des folgenden Verzeichnisses sind mit dem Mono- 
gramme versehen. Wir zählen sie zur Ergänzung des Artikels im 
Künstler-Lexicon auf, und weil überhaupt kein vollständiges Verzeich- 
niss der Stiche dieses Meisters vorhanden ist. Ein Nachtrag folgt 
unter den Initialen O. B., es mögen aber in demselben auch mehrere 
Blätter mit dem Monogramme vorkommen. Die Gleichartigkeit des 
Inhaltes wird die Trennung rechtfertigen. 
1) Judith mit der Magd im Zelte des Holofernes. Oben rechts 
das Monogramm, qu. 8. 
2) Die Bundeslade durch den Jordan getragen, sehr reiche Com- 
position, anscheinlich von Giovanni da Udine. Josua Cap. III. Pro- 
66'"
        

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