Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534655
Das Leben Rembrandfs. 
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staunlicher, dass wir den "grossen Rembrandt" in 
steter Geldverlegenheit sehen. 
Bis zur Mitte der vierziger Jahre des Jahrhunderts wusste 
er sich äusserlich noch mit Anstand zu behaupten und vor 
der Welt den Schein der Wohlhabenheit zu bewahren. Be- 
sonders solange seine Frau lebte, scheint er noch in ge- 
regelten Verhtiltnissen gewesen zu sein. Es ist nicht genau 
festzustellen, wie viel ihm Saskia in die Ehe mitbrachte, 
doch scheinen es nicht 40 000 Gld. gewesen zu sein, wie 
man früher annahm, sondern nur etwa 20 O00 Gld. und 
etwas darüber. Dieses Capital verwandte Rembrandt zur 
Anschaffung seiner Sammlungen und legte es in einer Zeit 
zinsenlos fest, in welcher sich Capitalien bei verständiger 
Verwaltung rapide vergrössertenl). 
Im Jahre 1641 wurde Rembrandt ein Sohn geboren, 
dem er den Namen Titus gab; derselbe blieb am Leben, 
während frühere Sprösslinge gestorben waren. Saskia aber 
kränkelte seit der Geburt dieses Knaben und starb im Juni 
des Jahres 1642. Kurz vor ihrem Tode hatte sie. ein Testa- 
ment gemacht, in welchem sie ihren Sohn Titus zum Erben 
ihres Gesammtvermögens einsetzte, während ..sie ihren Mann 
zum Verwalter desselben ernannte, der den vollen Niess- 
brauch davon haben sollte, unter der Bedingung jedoch, dass 
er sich nicht Wieder verheirathete und dem Sohne eine an- 
ständige Erziehung zu Theil werden liesse.  Für den Fall 
jedoch, dass Rembrandt sich wieder verheirathete, sollte er 
1) Beispiel einer Capitalsanlage: Zu Gunsten des Organisten Jan 
Swelinck zu Amsterdam waren von wohlhabenden Bürgern 200 Guldgn 
zusammengeschossen und in Handels-Unternehmungen angelegt worden. 
Nach einigen Jahren waren diese 900 Gld. zu einem Capital von 4-0000 Gld. 
angewachsen, welches dem betreffenden Organisten überwiesen wurde. 
(Busken-Huet "Rembrandts Heimath-Land", Bd. II, S. 242.) 
        

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