Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534648
99 
Theil. 
V. Capitel. 
Wenn Rembrandt ein sparsamer Mann war, der mit 
Geld Limzugehen verstand, so wird allerdings die Thatsache, 
dass er in den vierziger Jahren des XVII. Jahrhunderts nach 
und nach in Vermögensverfall gerieth, in Rücksicht auf die 
Einnahmen, die er aus seinen Mal- und Radirwerken, sowie 
aus dem Honorar, das seine Schüler ihm zahlten, beziehen 
musste, immer räthselhafter. Der Rückgang seiner finan- 
ziellen Verhältnisse ist deshalb in neuester Zeit vielfach 
erörtert und durch Annahme der verschiedensten Ursachen 
erklärt worden.  Man hat z. B. auch angenommen, Rem- 
brandt seien seine Kunstwerke nur sehr gering bezahlt 
worden und er habe sich trotz allen Fleisses nicht herauf- 
arbeiten können. 
Jetzt Weiss man, dass er sehr ansehnliche Summen für 
seine Oelbilder erhielt,  dass er ein Portrait nicht unter 
500 Gld. malte und dass er für-Historienbilder in der Grösse 
seiner Passionsbilder 1000 Gulden forderte. Der Prinz Fr. 
Heinrich bewilligte ihm allerdings nur 600 Gld. für je ein 
Bild dieser PFolge  immerhin einen recht ansehnlichen 
Preis.  Für eine „badende Susanna" erhielt er 500 Gld., 
und grössere Bilder brachten ihm entsprechend höhere 
Stimmen. 
Ausser Rembrandt ist kein andrer Maler in Hollands 
bester Zeit zu Amsterdam untergegangen. Alle anderen 
kamen herauf und Rembrandt lieh sich in seiner späteren 
Lebenszeit von einem unbedeutenden kleinen Maler, dessen 
Namenl) und Werke langst beinahe vergessen sind, und 
dessen Andenken jetzt nur durch die Notariatsacten aufge- 
frischt worden ist, 600 Gld.  Wenn solche kleinen Talente 
sich ein Canital erübrigen konnten, so ist es um so er- 
Christian 
Dussart.
        

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