Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534471
Rembrandfs Biographen. 
L 
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fall entgegengehe, welcher ohne genügende Kenntniss des 
zu einer Kunst tinbedingt nothwendigen Wissensrnaterials 
(Wozu er ganz mit Recht bei der Malerei die Perspective, 
die Anatomie und die Proportionslehre rechnet) ganz neue 
Bahnen einschlage. In dieser Beziehung stellt er Rembrandt 
den jungen Künstlern aller Kunstzweige als ein Warnendes 
Beispiel vor Augen. 
Da ich (las holländische Original leider nicht kenne, 
gebe ich von diesem Gedichte im Wesentlichen eine Ueber- 
Setzung der von Vosmaer gebrachten französischen Wieder- 
gabe desselben.  
„lhr tauscht euch sehr, die ihr die gebahnten Wege 
verlassen und in der Verzweiflung einen sehr gefährlichen 
Weg einschlagen und, zufrieden mit vergänglichein Lob, 
es machen wollt wie dergrosse Rembrandt, der, als er sah, 
dass er Titian, van Dyck und Michel-Angelo nicht erreichen 
könne, es verzog in auffallender Weise abzuirren, um der 
erste Ketzer in der Kunst zu werden und um in seinen 
Netzen mehr als einen Neuling zu verderben, anstatt sich 
zu festigen durch die Nachahmung derjenigen, Welche mehr 
Erfahrung haben, und seinen berühmten Pinsel den Regeln 
der Kunst zu unterwerfen;  er, der in der Gesalnmthaltung 
und in der Kraft. des Colorits hinter keinem anderen Meister 
zurückstancl, wählte, wenn er eine nackende Frau malen 
sollte, zum Modell nicht etwa eine griechische Venus, sondern 
eine Wascherin oder ein Torfweib aus der Scheune, indem 
er seinen Fehler "Nachahmung der Natur" benannte und 
nichtige Erfindung alles andere. Ja! selbst schlaffe Brüste, 
grobe Hände, selbst die Einschnitte des Schnürleibs um den 
Leib und des Strumpfbandes um das Bein gab er treulich 
wieder, um der Natur genug zu thun,  seiner Natur, 
welche sich keinen Regeln noch der Vernunft Linterwarf und
        

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