Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534459
Biographen. 
Rembrandt? 
417 
Die Archive waren jenen Biographen noch nicht zugänglich, 
sie mussten sich also mit dem Sammeln mündlicher Nach- 
richten befassen. Wenn aus diesem Grunde manche Er- 
zählung den Charakter des Sagenhaften trägt, darf man sich 
darüber nicht wundern. Die Berichte über Rembrandt 
stammten übrigens zum Theil von solchen, die ihn persönlich 
noch gekannt hatten, und müssen deshalb immerhin noch 
einen wahren Kernpunkt haben. 
Die gesammelten Berichte sind allerdings nicht von 
einem bestimmten Gesichtspunkte aus geordnet oder ausge- 
wählt, sondern harmlos wiedergegeben worden. Erst die neu- 
este Kunstgeschichtsschreibung verfahrt bei ihren Forschungen 
und Darstellungen nach bestimmten Principien, psycholo- 
gische Calcüle hat man damals betreffs Rembrandtis und 
seiner Werke noch nicht gemacht.  
Sehen wir zunächst von den Biographen Rembrandts 
ab, so fliessen die Nachrichten über ihn in der Literatur 
jener Zeit üusserst spärlich. Der Bürgermeister Orlers in 
seiner Beschreibung der Stadt Leyden erwähnt seinen künst- 
lerischen Ruf, enthält sich aber eines Urtheils über die 
Person Rembrandts Angel in seinem "Lot" der Schilderkonst" 
vom Jahre 1642 spricht lobend von seiner Kunst und sagt 
nichts Nachtheiliges über ihn aus. Allerdings ist es eigen- 
thümlich, dass er ihn den "weit berüchtigten" und 
nicht den weit berühmten Rembrandt nennt. 
Hollands bedeutendster Dichter, Jost van den Vondel, 
der in Amsterdam wohnte, über Rembrandts Lebenslauf 
unterrichtet sein und über seine Leistungen ein Urtheil 
haben musste, ist ihm aber entschieden abgeneigt und be- 
handelt ihn mit Ironie. Während er die Werke anderer 
Künstler rühmt und besingt, findet er kein lobendes oder 
anerkennendes Wort über Rembrandt, selbst dann nicht, als
        

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