Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534429
44 
Theil. 
Capitel. 
giessen die reinste Genialität in ein schmutziges Herz und 
wollen uns glauben machen, sie könne rein, sie könne Das 
bleiben, was sie an sich, ausser dieser Bedingung ist. Wie 
aber lassen sich Rembrandts schnöde Bestrebungen und 
grobe Gaunereien zusammenreimen mit den wunderbaren 
Zügen heiliger Empfindsamkeit, echter Frömmigkeit und 
Poesie, die in seinen Werken so entschieden hervortreten? 
Aus Büchern kennt man blos den rohen Cyniker .  .  etc., 
in seinen Bildern findet man. entzückte Seelenstimmungen, 
tiefes religiöses Gefühl, eine wahre Vergötterung des Him- 
melslichtes  . .  . Es hätten also in demselben Körper 
und demselben Kopfe zwei Seelen, zwei ganz verschiedene 
Rembrandt gehauset, wovon der eine die geheimsten Denk- 
würdigkeiten seines Lebens mit dem Pinsel geschrieben 
und der andere durch die Geschichte seines Aeussern 
nichts Anziehenderes gehabt hätte, als der erste beste 
Lump. Man sieht, wie wahr es ist, dass die Bücher keinen 
Aufschluss geben über gewisse Fragen, welche gerade die 
wichtigsten und aus den Kunstwerken allein zu lösen sind1)." 
Es ist freilich eine sonderbare und in ihrer Art einzige 
Thatsache, dass über den "grossen Rembrandt" ein, wie 
man glauben könnte, nicht endender Streit geführt wird und 
dass Zweifel über ihn bestehen können, welche den ganzen 
Menschen, nämlich seinen Charakter betreffen. Niemand, 
der eingehend über Rembrandt schreibt, kann sich einer 
Polemik über seinen Charakter entziehen. 
Die aufrichtigsten Bewunderer vermochten nicht 
Biographie zu schreiben, ohne ihn, gleichsam als 
Rechtsanwälte, zu vertheidigen. 
seine 
seine 
Kolloff, 
ebenda. 
4-79
        

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