Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538408
4492 
Theil. 
Capitel. 
das an sich Unmögliche und in sich selbst Hinfällige schein- 
bar möglich gemacht und zu einer als erwiesen scheinen- 
den Thatsache gestempelt. Dies liess sich jedoch nicht 
anders bewerkstelligen, als indem man den Zeitgenossen 
Rembrandts Ehrennd Ansehen schmälerte. Die Bosheit, 
der Unverstand und der Neid auf seine Erfolge, so meinte 
man, habe die Dichter und Schriftsteller Amsterdards dazu 
getrieben, den Werth seiner Kunstwerke in den Augen des 
Publicums herabzusetzen, und sie hätten in der That er- 
dass 
reicht, 
sich 
dasselbe 
von Rembrandt 
abgewendet 
habe. 
Hierdurch 
sei 
RITII 
und 
trotz 
seines 
grossen 
Fleisses 
bankerott geworden. Seine Bilder seien unverkauft geblieben, 
er habe trotz übermenschlichen Fleisses sich'wirthschaft- 
lich 
nicht 
halten 
können 
und 
ES 
habe 
sich 
kein Freund 
funden, der ihm  
holfen hätte. Die 
gewesen Wäre  ge- 
sich ihrer Vorfahren 
 was doch leicht 
Holländer müssten 
Wegen schämen, welche den grössesten künstlerischen 
Genius ihres Volkes so elend verkommen liessen.  Und in 
dieser 
tiefen 
Erkenntniss 
moralisch 
entrüstet 
bringen 
111111- 
mehr 
auch 
die 
holländischen 
Historiker 
ihre 
einstigen 
Dichter, 
Richter 
und 
andere 
ehrliche 
Männer 
in 
falsches 
Licht 
und 
wälzen 
einen 
Strom 
VOII 
Schmach 
über 
Siea 
dass 
sie das unbedingt 
und 
für 
alle Zeiten 
Herrliche 
nicht 
hätten 
schätzen 
sie den Götzen 
Wissen und schätzen wollen, dass 
Rembrandt 
missachteten. 
Wer 
ist 
Rembrandt, 
dass 
noch 
sein 
Schatten 
ehrliche 
Männer 
11m 
ihren 
guten 
Ruf 
bringt ? 
Das personificirte Vorurtheil, ein dogmatisirter Irrthum, 
eine verknöcherte Tradition, wie nur je eine in der Welt 
gewesen,  eine Lüge, durch die eine grosse Zeit eines 
tüchtigen deutschen Volksstammes in ihrer ethischen und 
intellectuellen Kraft unserem Auge verschattet und ver- 
dlinkelt 
wird.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.