Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538237
der Irrthum über Rembrandt entstanden 
Wie 
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hundert hineingetragen wurde, so waren die Geister anderer- 
seits am Ende des XVIII. und am Anfang des XIX. Jahr- 
hunderts mit socialen und politischen Fragen vollauf be- 
schäftigt. Die furchtbaren Schrecken und Aufregungen der 
Revolution, denen die Napoleonischen Eroberungskriege 
folgten, das Heraufwachsen der nationalen Ideen in Deutsch- 
land und die nachfolgenden Befreiungskriege erfüllten die 
Phantasie und beschäftigten das Denken der jüngeren Gene- 
rationen vollauf, und Männer von Kopf und Herz hatten 
darum weder Zeit noch Interesse, sich mit den Denkmälern 
der niederländischen Kunstblüthe zu beschäftigen. Die Zeit 
der Romantiker, welche die Classiker ablösten, war den 
ihrem Streben zu Grunde liegenden Ideen entsprechend einer 
Forschung der holländischen Kunstgeschichte ebenfalls ab- 
gewandt. 
Auch Waren die geistigen Kräfte neben der literarischen 
Blüthe durch die heraufwachsende exacte Naturwissenschaft, 
durch die Neubildung philosophischer Systeme, durch den 
Fortschritt einer möglichst exacten Forschung der politischen 
Geschichte und vieles andere absorbirt.  
Es ist ein Gesetz der menschlichen Geistesentwickelung, 
dass eine grosse Zeit stets aus sich selbst, aus dem eigenen 
Volkswesen heraus producirt, also auch eine nationale 
Kunst besitzt. Ja, darum eben, wegen dieser vorhandenen 
und politisch sowie künstlerisch, wissenschaftlich und sonst 
allgemein gestaltend wirksamen Geisteskraft nennen wir 
solche Zeiten gross. So war es bei den Griechen, aus der- 
selben Ursache entstanden die Werke der Gothik, der Re- 
naissance,  erwuchs die grosse holländische und die 
französische Kunstblüthe,  aus dem Kraftgefühl und der 
Begeisterung ihrer besten Zeit sind auch die übrigen Kunst- 
stile der anderen Völker erwachsen.
        

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