Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538135
entstanden 
der Irrthum über Rembrandt 
Wie 
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Zug. Rembrandfs Wirkliches Geburts- und Sterbejahr hatte 
man indessen vergessen, aber man Wusste, dass er in den 
Jahren 1630-40 sehr berühmt gewesen War; deshalb wurden 
sehr viele Bilder mit Daten aus dieser Zeit versehen. 
Die 'I'hatsache der Bilderfalschungen war in Holland 
ein öffentliches. Geheimniss, in welchem man aber nichts 
Bedenkliches fand. Hatten doch schon am Ende des XVII. 
Jahrhunderts in Amsterdam förmliche Copir-Anstalten und 
Bilderfabriken existirt, in welchen lauter "echte Bilder" 
der verschiedenen Meister für die Kunsthändler angefertigt 
wurden. Die Käufer dieser Werke Waren wahrscheinlich 
ausländische Liebhaber. 
Interessant für den Beginn der auch auf Oelbilder sich 
erstreckenden Rembrandt-Fälschung ist die Erzählung Hou- 
braken's, dass Bilder des Flinck und Dullaart für "echte" 
Werke Rembrandts in Amsterdam verkauft wurden. Das 
spricht Houbraken aus, obwohl er eigentlich doch den 
G. Flinck höher schätzt als Rembrandt. Er berichtet eben, 
was er erfahren hat, auch entgegengesetzte Nachrichten. 
Die Kunstwerke wurden damals noch mehr als heute 
im Kunsthandel als blosse Waare angesehen,  was sie ja 
für den Kunsthandel als solchen auch nur sind. Ein 
kunsthistorischer Standpunkt im Sinne unserer 
Neuzeit, von Welchem aus die Kunstwerke als organische 
Geistesproducte des Künstlers und seiner Zeit betrachtet 
werden, existirte damals nicht. 
Dass einmal eine Zeit kommen werde, in welcher man 
den Kunstwerken als gleichsam lebendigen Zeugen einer 
längst vergangenen Zeit eine grosse culturelle Bedeutung 
beimessen und die Datirungen der Bilder gleichsam als 
Ankerpunkte für die Betrachtung der menschlichen Geistes-e 
entwickelung sehr hochschatzen würde,  daran zu denken
        

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